Der ultimative Grow-Guide für Anfänger – 2021 Edition

Wer ganz neu in Sachen Cannabis Anbau ist, dem stellen sich wahrscheinlich Tausende Fragen. Was brauche ich alles? Wie geht das überhaupt? Und Wo fange ich überhaupt an? Mit diesem Anfänger Guide wollen wir euch einen Einblick bieten, wie man mit Cannabis Anbau anfängt, was man alles braucht und was man wissen muss.

Vorab-Hinweis: Alle Inhalte in diesem Guide und auf der gesamten Seite sind einzig und allein für Unterhaltungs- und edukative Zwecke. Wir glauben an einen freien und ungehinderten Informationsaustausch, so dass wir unser Expertenwissen mit euch teilen wollen. Mit diesem Guide bekommt ihr ein realistisches Bild wie Cannabis üblicherweise in den eigenen vier Wänden angebaut wird.

Die Rechtslage

Der Anbau von Cannabis fällt in Deutschland (sowie auch in fast allen anderen europäischen Ländern) unter das Betäubungsmittelgesetz und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu mehreren Jahren geahndet werden.

Auch ist der Kauf, Verkauf und Besitz von Hanfsamen ist in Deutschland nicht erlaubt und fällt genauso unter das Betäubungsmittelgesetz.

Grundsätze eines guten Growers

Hat man einmal seine eigene Rechtslage geklärt und festgestellt, dass der eigene Anbau 100% legal ist, kann man nun fortfahren. Alle anderen Leser dürfen gerne weiter schmöckern und das Szenario maximal im Kopf durchspielen.

Als verantwortungsvoller Mensch sollte man die drei Grundsätze eines guten Growers verinnerlichen:

Don’t tell, don’t smell, don’t sell!

(auf deutsch: kein Weitererzählen, kein Geruch, kein Verkauf)

Don’t tell: Wer Cannabis in den eigenen vier Wänden anbauen will, sollte sein Ego hinten anstellen und absolut niemandem etwas erzählen. Selbst den besten Freunden nicht. Wir verstehen, wie verlockend es ist anzugeben und seinen Freunden die eigene Indoor Farm zeigen zu wollen. Wir raten strengstens davon ab!

Don’t smell: Beim Indoor Anbau ist ein Aktivkohlefilter absolute Pflicht. Neulinge unterschätzen wie krass Cannabis Pflanzen spätestens in der Blütephase riechen werden. Schließlich sollen die Nachbarn nicht gestört werden.

Don’t sell: Selbst wenn der Grow legal ist, ist der Verkauf meist nicht nur untersagt, sondern wird oft auch streng bestraft. Man sollte sein erstklassig gegrowtes Weed niemals verkaufen, nicht mal an Freunde. Besser ist es einfach zu verschenken, vorausgesetzt die andere Person ist nicht minderjährig und plant auch selber keinen Weiterverkauf.

Eine vierte persönliche Grundsatzregel, die wir an dieser Stelle einfügen wollen:

Cannabis von Minderjährigen fernhalten!

Wir verurteilen aufs Schärfste, wenn jemand Gras an Leute unter 18 Jahren weitergibt. Ein verantwortungsvoller Grower stellt sicher, dass sein Cannabis NIEMALS in die Hänge von Kindern und Jugendlichen gerät. Wir werden hier Cannabis (genauso wie alle anderen bereits großflächig legalisierten Drogen wie Alkohol oder Zigaretten) niemals verharmlosen.

Unsere Empfehlung ist, dass Cannabis erst ab 21 Jahren konsumiert werden sollte.

Die Planung

Wer Cannabis anbauen will, muss vor allem auf eins achten: DISKRETION!

Deswegen sollte man erstmal sicherstellen, dass die eigene Wohnsituation überhaupt einen Grow ermöglicht. Hier sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Sind alle Mitglieder des Haushalts damit einverstanden und auch in der Lage Diskretion zu wahren?
  • Bekomme ich in den nächsten Monaten Besuch? (Verwandte, Klempner, Schornsteinfeger, Heizungsableser etc)
  • Habe ich einen sicheren Platz, wo niemanddie Box sehen UND hören kann?
  • Gibt es potenziell gefährliche Mitwisser? (Nachbarn, Verwandte, Ex-Freund*innen)

Diese Punkte sollten unbedingt gut durchdacht werden. Und das BEVOR man anfängt zu Growen. Wenn auch nur ein Punkt fragwürdig ist, sollte man das Projekt wenigstens verschieben, bis man diese Sicherheitslücke behoben hat.

Geeignete Orte für Growbox

Nun stellt sich die Frage, wo die Growbox aufgestellt werden sollte. Hat man den Faktor Diskretion vorab geklärt, sind dann nur noch Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftaustausch als Kriterien im Raum.

Grundsätzlich sollte das Zimmer für die Growbox vollständig isoliert sein, so dass die Temperatur und Luftfeuchtigkeit nicht nur stabil ist, sondern auch im angemessenen Bereich irgendwo zwischen 18 und 26°C.

Auch sollte der Raum über eine Frischluftzufuhr verfügen. Da Cannabis-Pflanzen frisches CO2 aus der Luft brauchen und gleichzeitig Wasser ausschwitzen, muss man für stetigen Luftaustausch in der Box sorgen.

Wer ein freies Extra-Zimmer im Haus oder in der Wohnung hat, wo die Growbox diskret aufgestellt werden kann, kann sich glücklich schätzen. Damit muss man sich weniger um die Lautstärke der Belüftungsanlage sorgen.

Wer seine Box aber nur im Schlafzimmer aufstellen kann, muss sich möglicherweise zusehen, wie man die Lautstärke der Abluft und vor allem der Umluft-Ventilatoren senken kann. Hier kann entweder zu einem gedämmten Growschrank greifen oder die Belüftung überdimensionieren und mit Stufentrafos alles flüsterleise regeln.

Ungelüftete Orte wie Kellerräume oder Abstellkammern sind nur bedingt für den Grow geeignet. Solange die Temperatur und Luftfeuchtigkeit halbwegs stabil sind, muss man sich nur um die Zuluft und Abluft Planung Gedanken machen.

Für einen Grow im Wohnzimmer oder anderen Räumen, wo man öfter Besuch erwartet, empfehlen wir zu einem getarnten Growschrank zu greifen. Beispielsweise kann man einen Schrank zur Growbox umbauen oder einen getarnten Growschrank kaufen, der nicht als Growbox erkennbar ist.

Größe der Growbox

Hat man nun einen passenden Platz für die Growbox gefunden, stellt sich die Frage, wie groß es am Ende sein soll. Hier schaut man sich erstmal die Fläche der Box an.

Die Größe der Grundfläche entscheidet am Ende, wieviel man etwa ernten wird. Die Anzahl der Pflanzen auf der Fläche spielt da eher eine zweitrangige Rolle. Würde man zu viele Pflanzen auf eine kleine Fläche quetschen, würden sie sich gegenseitig das Licht wegzunehmen und am Ende die gleiche Ernte abwerfen wie mit weniger Pflanzen.

Die meisten Growboxen kommen in quadratischen bzw. rechteckigen Grundflächen wie 60x60cm, 80x80cm, 100x100cm etc. Hinzu kommen aber auch spezielle Zelte, wie beispielsweise die UndrCovrLab Reihe oder All-in-one Growschränke wie Grobo.

In der Tabelle unten sind die Flächenmaße für typische Growzelte gelistet und wieviel Gramm Trockenmasse man im Schnitt damit pro Grow erreichen kann. Hier sieht man, dass es Growzelte wirklich in allen möglichen Ausführungen gibt, so dass alles von Kleinst-Konsument zu Maximalverbraucher abgedeckt werden kann. 😉

GrößeFlächePfl.ErtragOptimal für:
XXS30x30x60cm110-30gKleinst-Konsument
XS40x40x160cm130-75gSehr niedriger Eigenverbrauch
S60x60x160cm475-150gNiedriger Eigenverbrauch
M80x80x180cm6150-250gMittlerer Eigenverbrauch
L100x100x200cm9250-400gHoher Eigenverbrauch
XL120x120x220cm12-15400-800gHoher Eigenverbrauch für 2
XXL240x120x240cm24-30800-1600gWer soll das alles rauchen?!
XXXL240x240x200cm48-601600-3200gWohin mit dem ganzen Gras?!

Die Wahl der richtigen Größe sollte man nicht nur von der erwarteten Ernte abhängig machen. Hinzu kommen auch das Platzangebot in der Wohnung und die Handhabung bzw. Arbeit an den Pflanzen. Bei kleineren Boxen wie 60×60 Growbox kann es schonmal etwas eng werden. Die Pflanzen sind oft direkt nebeneinander, so dass man nicht sehr viel Spielraum hat sie zu drehen, hin und her zu bewegen etc.

Unsere Empfehlung: Wenn man genug Platz im Zimmer hat, sollte man lieber zur größeren Fläche greifen als zur kleineren. Sollte man am Ende doch feststellen, dass man auch mit der kleineren Variante zurechtkommt, muss man nur das Zelt neu kaufen und kann die Belüftung weiterhin verwenden. Andersherum würde es nicht gehen. Kauft man zu klein und möchte dann aufrüsten, muss man auch eine stärkere Abluft kaufen.

Was braucht man alles?

Grow Equipment

Beim Indoor Anbau von Cannabis braucht man mehr Sachen, als es auf den ersten Blick scheint. Nicht nur braucht man einen Growbox, eine passende Lampe und ausreichende Belüftung. Dazu kommen auch Erde, Dünger, Töpfe in mehreren Größen sowie jede Menge weitere Utensilien.

Grundsätzlich unterteilen wir die Grow-Equipment Liste in drei Teile: „Muss man haben“, was die absolute Mindestausstattung darstellt. „Schön zu haben“, alles was nicht unbedingt nötig ist, aber dem Grower das Leben einfacher machen. Und „Braucht man vielleicht“, das sind Sachen, die nur bei bestimmten Problemen gebraucht werden.

Muss man haben:

  1. Growbox: Growzelt aus Stoff oder solider Growschrank, ggf. selbstgebaut
  2. Passende Beleuchtung: Lampe (eventuell Vorschaltgerät) und Zeitschaltuhr
  3. Ausreichend starke Belüftung: Abluft-Ventilator, Aktivkohlefilter und Umluft-Ventilator
  4. Bevorzugte Erde & Dünger: Mineralisch oder organisch, beides aufeinander abgestimmt
  5. Passende Töpfe: Kleine Anzucht-Töpfe, große Endtöpfe
  6. Essenzielle Messgeräte: Thermo-/Hygrometer, pH- & EC-Meter
  7. Nötiges Werkzeug: Taschenmikroskop, Ernte-Scheren, Lagerbehälter, ggf. Trockennetz

Schön zu haben:

Braucht man vielleicht:

Wenn man sich vorstellt, dass man für seine Pflanzen ein regelrecht eigenständiges Mikroklima erschaffen muss, wird einem bewusst, dass alle Teile aufeinander abgestimmt sein sollten.

Um am Anfang nicht völlig überfordert zu sein, kann man sich mit unserem Equipment-Guide unter die Arme greifen lassen. Das ist quasi die etwas ausführliche Variante dieses Anfänger-Guides, nur eben ausschließlich für Equipment.

Passende Hanfsamen kaufen

Natürlich sollte man das wohl wichtigste für den Grow nicht vergessen: Die Hanfsamen!

Als Anfänger wird man hier von der Auswahl an unterschiedlichen Strains schonmal erschlagen. Es gibt augenscheinlich mehr Sorten als Sand am Meer. Und dann gibts es auch noch unterschiedliche Züchter (oft Seedbanks oder Breeder genannt), die dann auch nochmal jeweils leichte Unterschiede haben.

Dazu kommt auch noch ein weiterer Faktor: Die meisten Samen gibt es entweder als reguläre und feminisierte Samen. Und dann gibt es auch noch Autoflower Sorten. Wir klären auf, was das Ganze bedeutet und welche Sorten am besten für einen Beginner sind.

Sativa, Indica & Hybride

Grundsätzlich kann man eine Cannabis Sativa und eine Cannabis Indica anhand der Blütedauer unterscheiden. Eine reine Sativa oder sativa-dominante Pflanze hat eine durchschnittliche Blütezeit von 10 bis 12 Wochen. Eine reine Indica oder indica-dominante Pflanze hingegen im Schnitt 6-9 Wochen.

Sativas wachsen eher in die Höhe, Indicas bleiben klein und gedrungen. Hat man nur wenig Höhe zur Verfügung, sollte man also eher auf Indicas zurückgreifen.

Weiterhin lässt sich sagen, dass der THC-Gehalt bei Sativas meist deutlich höher ist als bei Indicas. Legt man hingegen Wert auf einen höheren CBD-Gehalt, findet man diesen bei indica-lastigen Sorten.

Cannabis Sativa und Cannabis Indica und Cannabis ruderalis lassen sich problemlos miteinander kreuzen, um unterschiedliche Merkmale in einer Pflanze zu vereinen. Dies machen sich die Samenzüchter zum Vorteil und kombinieren die besten Eigenschaften verschiedener Cannabisfamilien in einer neuen gekreuzten Art, einem Hybrid!

Hybrid-Sorten sind Kreuzungen, bei denen das Verhältnis von Sativa zu Indica in Prozent angegeben wird. Je nach Anteil können Sorten beispielsweise sativa-dominant oder indica-dominant sein. Im Laufe der letzten Jahre sind etliche neue Sorten dazugekommen und nach wie vor entwickeln Züchter neue Sorten wie am laufenden Band.

Mehr dazu im Artikel: Cannabis Sativa vs. Indica – was ist der Unterschied?

Regulär oder Feminisiert?

Die meisten Strain-Sorten gibt es entweder als reguläre oder feminisierte Variante. Bei Regulären Seeds bekommt man wie in der Natur etwa 50% männliche und 50% weibliche Pflanzen raus. Bei Feminisierten Samen werden die Pflanzen zu 99% weiblich.

Da wir keine Kerle in der Growbox wollen, sondern nur Weibchen, kann man mit feminisierten Samen effizienter arbeiten. Schließlich muss man nicht unnötig viel Platz, Strom und Zeit aufwenden, nur um dann die männlichen Pflanzen aussortieren zu müssen.

Deswegen empfehlen wir Anfängern immer zu feminisierten Sorten zu greifen!

Autoflowering oder Photoperiode?

Zusätzlich zu der Unterscheidung regulär/feminisiert gibt es viele Samen auch als Autoflowering Samen (oft auch Automatics oder Autos genannt). Diese besitzen die Eigenschaft automatisch und damit unabhängig vom Beleuchtungszyklus in die Blüte überzugehen. Dies wird durch eine Kreuzung einer dritten Sorte erreicht: Cannabis Ruderalis.

Reine Ruderalis Sorten sind extrem robust, haben aber einen verschwindend geringen THC-Gehalt, während der CBD-Gehalt relativ hoch ist. Sie bildet wenig Zweige und Blätter aus und werden im Schnitt nur zwischen 30 und 80 cm groß. Da Ruderalis sehr widerstandsfähig gegen Witterung und Krankheiten sind, finden sie meist Verwendung in der Faserherstellung und in der Lebensmittelindustrie.

Für Indoor Grower sind nur die Hybrid-Sorten interessant, bei denen ein kleiner Anteil Ruderalis zusätzlich zu Sativa oder Indica eingekreuzt ist. Damit bekommt man nicht nur einen frühen automatischen Übergang in die Blüte, sondern auch eine etwas höhere Robustheit. Allerdings geht das auf Kosten der Ernte.

Ein weiterer extrem großer Nachteil ist vor allem für Indoor Grower relevant: Da die Dauer der Wachstumsphase fest genetisch „vorprogrammiert“ ist, hat man bei Autos keinerlei Möglichkeit die Wachstumsphase zu verlängern. Bekommt man in der Vegi bspw. Probleme durch Mängel, wird die Pflanze sehr klein in die Blüte übergehen und später nur kleine Blüten bilden.

Autos verzeihen nun mal keine Fehler. Deswegen sind sie eher was für Fortgeschrittene Indoor Grower. Eine Ausnahme ist der Outdoor Anbau. Dort sind Autos ideal geeignet, um möglichen Witterungen zu trotzen. Auch kann man beim späten Aussetzen der Pflanze schnell blühende Autos nehmen, um sie noch rechtzeitig erntereif zu bekommen, bevor es draußen zu kalt wird.

THC und CBD

Cannabis Inhaltsstoffe

Cannabis enthält mindestens 400-500 nachgewiesene Inhaltsstoffe. Ungefähr 100 davon sind die Cannabinoide. Die wohl bekanntesten Cannabinoide sind CBD und THC. Letzteres ist für die berauschende Wirkung bekannt. Beide haben jedoch einen hohen therapeutischen und medizinischen Nutzen!

CBD

CBD

CBD besitzt KEINE berauschende Wirkung! Es ist somit legal zu konsumieren.

CBD wirkt:

  • angstlösend
  • stresslindernd
  • beruhigend
  • antipsychotisch
  • entzündungshemmend
  • schmerzstillend
  • antidepressiv
  • hilfreich bei Epilepsie
  • hilfreich für Parkinson-Patienten
  • hilfreich bei Schlafstörungen…

Und dies ist nur ein Auszug der großartigen Wirkungen von Cannabidiol (CBD).

THC

THC

THC wirkt psychoaktiv und dadurch berauschend!!! Bei manchen Menschen kann der Konsum zu Unwohlsein, Herzrasen, Angstzuständen, Verfolgungswahn und ähnlichen negativen Empfindungen führen. In diesem Fall wird zu Sorten mit wenig THC oder reinen CBD-Sorten geraten!

Weiterhin wirkt THC:

  • schmerzlindernd
  • euphorisierend
  • appetitanregend
  • gefühlsverstärkend
  • beeinflusst die Wahrnehmung…

Auch hier könnte man die Liste endlos weiterführen. Vor allem durch Kombination der verschiedenen Cannabinoide treten weitere verschiedene Wirkungen auf.

Jede Pflanzensorte ist in ihrer Zusammensetzung unterschiedlich, mit unterschiedlich hohen Zusammensetzungen der verschiedenen Inhaltsstoffe. Das macht diese Pflanze so unsagbar wertvoll, besonders für die Heilmedizin!

Passende Sorten für Anfänger

Bei der Riesen Auswahl an Cannabis Sorten kann man schonmal schnell den Überblick verlieren. Deswegen haben wir hier eine Liste mit empfohlenen Seeds:

Wo Samen kaufen?

Samen kaufen

Beim Kauf von Hanfsamen empfehlen wir unbedingt bei einem Seed-Shop zu kaufen,

Leider gibt es mittlerweile jede Menge zwielichtige Seed-Verkäufer online, die minderwertige Ramsch-Seeds von Breedern weiterverkaufen, die beispielsweise die Qualitätsprüfung nicht überstanden hatten. Oder es sind schlicht und einfach Fake Shops, die gar keine Ware liefern

Hier unsere Kriterien für einen guten Seed Shop:

  • Lange dabei und hat eine Menge Kundenbewertungen (bspw. gute Bewertungen bei uns im Forum)
  • Versand erfolgt aus einem EU-Land
  • Diskrete Versandpackung (bspw. mit einer Stealth Versand Option)
  • Crypto und Barzahlung möglich
  • Erstattet Seeds, falls sie nicht keimen

Empfohlene Züchter, die direkt verkaufen:

Empfohlene Seed-Shops mit größerer Auswahl:

  • Samenwahl.com – deutschsprachiger Service, riesige Auswahl, Barzahlung und Crypto
  • Cannapot.com – Sitz in Österreich, Zahlung mit Bitcoin und Monero möglich
  • Seedsman.com – hat öfter interessante Angebote, Barzahlung sowie Bitcoin und Crypto Zahlung, Stealth Versand möglich

Achtung: Der Besitz von Hanfsamen fällt in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz und ist damit illegal! Mittlerweile verstärkt der deutsche Zoll die stichprobenartigen Kontrollen von Paketen, vor allem reguläre Sendungen mit den nationalen Post-Unternehmen und DHL sind betroffen.

Anonym und sicher online kaufen

Tipp #1 – Fake Daten nutzen : Beim Online Kauf ist niemand verpflichtet seine wahren Daten anzugeben. Das ist NICHT illegal. Man hat die Freiheit komplett erfundene Daten anzugeben, es gibt kein Gesetz dagegen. Man kann die Rechnungsadresse „obfuskieren“ , sprich Fake Daten eingeben. Auch die Email Adresse sollte keinen Aufschluss über die eigene Identität geben können. Hier empfehlen wir ProtonMail.

Tipp #2 – An Freunde liefern lassen : Man sollte sein Equipment nie an die eigene Adresse liefern lassen. Besser ist die Lieferung an Freunde oder Bekannte, die Privatsphäre genauso viel schätzen, wie man selber. Deshalb nie die eigene Adresse (oder eigenen Namen) für Lieferadresse nutzen.

Tipp #2.1 – Riskant aber dennoch möglich : Man kann sogar noch ein Schritt weiter gehen und einen Fake-Namen für den Empfänger nehmen. Dann überklebt man das Schild auf der Klingel für den Tag der Lieferung. Nur dann sollte man sicherstellen, dass man am Tag der Lieferung zu Hause ist und die Sendung nicht im Paket-Shop landet. Andernfalls muss man sich bei der Abholung ausweisen.

Tipp #3 – Nicht selber zahlen : Bei der Online-Bezahlung sollte man es vermeiden direkt vom eigenen Bankkonto die Bestellung zu bezahlen. Besser ist es, wenn ein Freund oder Bekannter die Bestellung über sein Bankkonto , Paypal Account oder sonstiges bezahlt. Dann kann man demjenigen das Geld bar zurückgeben.

Bonus-Tipp: Wenn möglich, dann mit Bitcoin oder anderen Cryptowährungen bezahlen. Ist technisch gesehen nicht 100% anonym, aber die Bürokraten sind Jahre davon entfernt es ordentlich auszuwerten.

Was man NICHT machen sollte:

  • Einzelteile bei mehreren Shops kaufen: Es ist riskanter seine Daten bei ganz vielen Shops zu hinterlassen. Besser ist es stets bei einem zuverlässigen Shop zu bleiben und immer dort zu bestellen. Andernfalls steigt die Gefahr, dass einer der Shops Scheiße baut und von der Polizei durchsucht wird.
  • Teile über Kleinanzeigen kaufen: Man sollte nicht irgendwelchen Kleinanzeigen in Sachen Growing Equipment trauen. Die Gefahr ist zu hoch, dass es sich um Diebe handelt, die einem die Kohle abziehen und die Ware nicht hergeben. Schließlich würde ein Grower nie zur Polizei rennen, um sich zu beschweren, dass man beim Kauf von Grow-Equipment über den Tisch gezogen wurde.
  • Zur Packstation liefern lassen: Die Packstation der Post ist nicht anonym. Es ist eine Registrierung und eine Verifikation der Daten (über die Postadresse) nötig. Deswegen besser die Packstation nicht nutzen.
  • Bei Dropshipping-Shops kaufen: Einige Shops betreiben selber kein Lager, sondern lassen direkt die Ware über Großhändler an den Endkunden liefern. Dieses Prinzip, bei dem man bei Shop A kauft, es aber dann von Shop B geliefert wird, nennt sich Dropshipping. Das Problem dabei ist, dass die Daten bei zwei Anbietern landen: Shop und Großhändler. Leider sind solche Shops manchmal schwer als solche zu erkennen, da sollte man im Zweifelsfall anrufen. Oder sich stattdessen stets an vertrauenswürdige bewährte Anbieter wie Grow-Shop24.de halten.
  • Aus dem Ausland bestellen: Wer sich darauf verlässt, dass ein Shop aus dem Ausland die Daten nicht weitergibt, muss enttäuscht werden. Gerade innerhalb der EU Zone haben die Ämter sich Wege und Systeme geschaffen, um Daten recht fix an ihre Kollegen im anderen Land weiterzugeben.

Grundlagenwissen zum Growing

Hat man einmal das gesamte Grow-Equipment zusammen, könnte man natürlich einfach sofort loslegen. Doch jedem Anfänger empfehlen wir erstmal sich einen kleinen Satz an Basiswissen anzueignen. Damit kann man bei möglichen Problemen besser reagieren und der Pflanze auf die Sprünge helfen.

Die nächsten Abschnitte erklären die absoluten Basics, die man für die Zucht der Pflanzen verstehen sollte. Und für noch tiefergehendes Wissen inklusive einem vollständigen Schritt-für-Schritt Grow-Durchgang von Keimung bis zur Ernte empfehlen wir unseren Indoor Growing Basis-Kurs.

Beim Anbau von Cannabis sind die folgenden Aspekte relevant, die man halbwegs wissen sollte:

  • pH-Wert und EC-Wert: relevant für die Nährstoffaufnahme
  • Bewässern: Viele Anfänger machen den Fehler und übergießen
  • Düngen: Auch hier machen viele den Fehler und überdüngen die Pflanze ohne es zu wissen
  • Umtopfen: Stressvermeidung für die Pflanze
  • Schädlinge: Wie man sie vorbeugt und los werden kann
  • Nährstoffprobleme: Wie man sie korrekt beseitigt und vorbeugt

pH-Wert

Grow PH Wert

Die Cannabis-Pflanze mag eine leicht saure Umgebung rund um die Wurzeln. Damit können alle nötigen Nährstoffe aus dem Growmedium in ausreichender Menge aufgenommen und zur Pflanze transportiert werden.

Anbaumethode (Growmedium)Optimaler pH Bereich
Blumenerde6,5 – 7,5
Hydroponik und Kokos5,5 – 6,5
Der optimale pH Bereich hängt von der Anbaumethode ab

Für die Aufnahme der einzelnen Nährstoffe und Mineralien gibt es jeweils einen eigenen, optimalen ph-Bereich. Diese überschneiden sich nur geringfügig oder gar nicht. Dadurch werden je nach pH-Wert unterschiedliche Nährstoffe unterschiedlich schnell aufgenommen.

Ist der pH-Wert des Wassers oder der Nährlösung nun außerhalb des jeweils optimalen Bereiches, kommt es zu Problemen mit der Nährstoffaufnahme, auch wenn der Nährstoff vorhanden ist. Beispielsweise (siehe Bild) kann Cannabis bei einem zu niedrigen pH Calcium, Kalium, Phosphor und andere Nährstoffe nur schlecht aufnehmen.

Der pH-Wert muss deswegen in einem optimalen Bereich sein, damit die Pflanze alle Nährstoffe, je nach Anbaumethode (Erde, hydroponisch, Kokos usw.) gut aufnehmen kann.

Beim Anbau auf organischer Erde kann man sich normalerweise das regelmäßige Messen des pH-Wertes sparen. Wenn man genau nach Düngeschema (des Düngerherstellers) verfährt und nicht zu weiches Wasser hat, senkt der Dünger den pH-Wert auf ein optimales Niveau! (ca. 6,5).

Das bedeutet aber auch, dass man sich über seine Wasserwerte im Vorfeld informieren sollte. Dazu entweder den pH- und EC-Wert selber messen oder sich über den zuständigen Wasserversorger die Werte besorgen. Meist werden sie auf der Webseite der Stadtwerke o.ä. veröffentlicht.

Zum Messen gibt es sogenannte pH-Test-Kits für kleines Geld, mit welchem man ganz einfach den pH-Wert seines Wassers oder Nährlösung ermitteln kann. Für die Messung des EC-Werts muss ein EC-Meter her.

Wichtig: Der Dünger wird bei jedem Gießen zugefügt! Würde man bspw. alle drei oder vier Gießvorgänge düngen, wird man zu große Schwankungen im pH-Wert Bereich haben und einen Nährstoff-Lockout riskieren.

Kleinere Schwankungen kann die Erde gut puffern. Gerade organische Erden haben eine super Pufferwirkung, sodass zu hohe oder zu niedrige pH-Werte nicht sofort der Pflanze schaden.

EC-Wert

Grow EC Wert

Der EC-Wert (electric conductivity) gibt die elektrische Leitfähigkeit des Wassers an. Diese wird in Siemens pro Meter (S/m) angegeben. Man misst damit die Konzentration der gelösten Salze (Ionen) in der jeweiligen Nährlösung. Je höher der Anteil der Salze, desto höher der Wert und somit die Leitfähigkeit.

Beachte: Bei den meisten Messgeräten wird der Wert in mS/cm angegeben! (milli Siemens / Zentimeter).

Der optimale Ausgangswert für Nährlösungen ist ein EC-Wert von 0,2 bis 0,4 mS/cm. Die Temperatur der Nährlösung verändert auch den EC-Wert bei der Messung. Deswegen sollte man unbedingt ein Messgerät mit eingebautem Temperaturausgleich kaufen.

Baut man seine Pflanzen auf Erde an interessiert einen der EC-Wert normalerweise erst, wenn man eine Versalzung des Mediums (also eine Überdüngung) vermutet. Dann misst man den EC-Wert des Drainage-Wassers. (Das Wasser, was sich im Untersetzer sammelt beim Gießen).

Bei mineralischer Erde sollte der EC-Wert 2,3 mS/cm nicht übersteigen! Ist das der Fall, muss die Erde gespült werden. Das macht man mit dem 3-fachen Volumen der Erde im Topf. Das bedeutet: Hat man etwa 5 Liter Erde im Topf, sollte man ca. 15 Liter Wasser nehmen!

Bei organischer Erde sollte man niemals spülen! Ansonsten kann das aktive Bodenleben (Mikroorganismen) zum Teil mit rausgespült werden. Dadurch werden die Nährstoffe für den Rest des Grows nur noch langsam verarbeitet. Mängel sind dadurch vorprogrammiert.

Zum Spülen sollte man ungedüngtes Wasser mit einem pH-Wert von 6 nehmen, da sich so die Mineralien und Salze am besten lösen! Die Temperatur des Wassers sollte zwischen 20-25 Grad betragen.

Wenn man sich trotzdem nicht sicher ist, sollte man sich – bevor man spült – mit aktuellen Fotos der betroffenen Pflanze und einer kurzen Beschreibung hier helfen lassen.

Richtiges Gießen

Richtig Bewässern

Cannabis sollte nie zu nass stehen! Staunässe muss unbedingt vermieden werden! Deswegen sollten die jeweiligen Töpfe ausreichend Löcher für den Ablauf des Wassers besitzen.

Die Wurzeln von Cannabis müssen auch immer wieder die Möglichkeit bekommen Luft zu erlangen. Das funktioniert aber nicht wenn die Erde dauerhaft zu nass gehalten wird. Während die Pflanze das Wasser verarbeitet und die Erde langsam wieder trockener wird, kann Sauerstoff in die Erde nachströmen und an die Wurzeln gelangen.

Gegossen wird am besten zu Beginn der Beleuchtungsphase. Das Wasser (sofern es aus der Leitung stammt) sollte ca. 12-24 Stunden abgestanden sein, um CO² ausgasen zu lassen und es auf Zimmertemperatur zu bringen!

Es geht um das Ausgasen von CO², welches die Wasserversorger zum Wassertransport im Leitungssystem, aber auch als pH-Senkung des Leitungswassers verwenden!

Da CO² ausgast, wird sich der pH-Wert des Wassers erhöhen, weil die senkende Wirkung verloren geht.
Bereitet man also seine Nährlösung mit „nicht abgestandenen“ Wasser zu und stellt den pH-Wert ein, dann wird sich dieser innerhalb 24 Stunden wieder nach oben verschieben, weil das CO² ausgast.

Wenn das beim Hydroponikanbau im Nährstofftank passiert ist das kein Problem, da man ja gegensteuern kann. Wenn damit aber schon gegossen wurde, hat man im Medium starke pH-Wert Schwankungen, die in einem zu hohen pH-Wert der Wurzelzone endet.

Um eine stabile Nährlösung zuzubereiten muss das Wasser abgestanden sein! Sonst kann man den pH-Wert nicht richtig einstellen, weil man ja nicht wissen kann, um wieviel er nach dem Ausgasen steigen wird.

Darüber hinaus unterliegt es starken Schwankungen. Je nachdem bei welchem Leitungsdruck der Wasserversorger CO² zuspeist und/oder um wie viel er den pH senken muss, um seine Werte einzuhalten. Dies kann sich täglich ändern!

Es geht also um die Stabilität des pH-Wertes im Medium und im Tank!

Nach dem Ausgasen gibt man seinen Dünger nach Düngeschema hinzu und rührt mehrmals um!

Faustregel der Gießmenge: 1/3 des Volumens des Topfes. Zum Beispiel, bei einem 6 Liter Topf beträgt die Gießmenge ca. 2 Liter!

Immer langsam und in kleinen Intervallen gießen, damit die Wurzeln genug Zeit bekommen das Wasser aufzunehmen! Das Wasser, was sich eventuell im Untersetzer sammelt (Drain), schüttet man weg.

Das Gießwasser sollte eine Temperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius haben. Je wärmer das Wasser umso weniger Sauerstoff enthält es! Zu heißes oder zu kaltes Wasser kann die Wurzeln schädigen!

Um Über- oder Unterwässerung zu vermeiden, ist es am besten, wenn man den Topf mit der Pflanze direkt nach dem vollständigen Gießen (bis ein bisschen Drainage-Wasser unten aus dem Topf abfließt) wiegt und sich diesen Wert notiert. Dann wartet man, bis sich das Gewicht etwa um 2/3 verringert hat. Dann ist es wieder Zeit zu Gießen!

Beispiel: Wiegt ein Topf nach dem Gießen 6 kg, dann sollte bei einem Gewicht von ca. 2 kg gegossen werden.

Richtig düngen

Cannabis hat in den verschiedenen Phasen jeweils einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf. Zum Beispiel wird Stickstoff hauptsächlich im Wachstum benötigt, jedoch weitaus weniger davon in der Blüte. Dafür steigt dann der Bedarf an anderen Nährstoffen, wie zum Beispiel Phosphor. In den Wachstums- und Blütedüngern von bekannten Herstellern sind die Nährstoffe jeweils schon optimal angepasst.

Grundsätzlich gilt beim Düngen: Weniger ist mehr! Erfahrungsgemäß tendieren Anfänger beim ersten Grow ihre Pflanzen eher zu überdüngen, da sie es zu gut mit ihnen meiden. Eine Überdüngung ist weitaus schwieriger zu lösen, als eine Unterdüngung, und sollte unbedingt verhindert werden.

Je nachdem ob man organisch oder mineralisch düngt, unterscheidet sich die Fehlertoleranz. Da organischer Dünger zeitversetzt wirkt, wird man damit die Pflanze nicht so schnell überdüngen können, selbst wenn etwas zu früh anfängt sie zu füttern. Mineralischer Dünger dagegen verzeiht kaum Fehler, da er sofort wirkt. Gibt man hier mehr dazu als die Pflanze vertragen kann, wird sie mit Nährstoffbrand reagieren – ein typisches Zeichen für Überdüngung.

Der Startzeitpunkt zum Düngen sollte gut gewählt werden. Man darf auf gar keinen Fall direkt nach der Keimung anfangen zu düngen. Erst wenn die Pflanzen ihre richtigen 5-Finger Blätter gebildet hat, ist sie bereit Nährstoffe in von außen aufzunehmen. Beim mineralischen Dünger sollte man erst jetzt mit der passenden Dosierung loslegen. Und selbst dann gilt es die Pflanze gut zu beobachten und auf Mängel oder Überdüngung zu achten.

Doch was genau ist die „richtige“ Dosis? Zwar stellen hier die Düngerhersteller passende Schemas und teilweise auch Online-Dosierungsrechner zur Verfügung. Allerdings sind das alles Richtwerte, die nur unter Idealbedingungen herrschen.

Je nach Strain und dessen Kreuzung, der Menge an Licht in der Box und anderen Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und pH/EC-Werte des Wassers und der Erde kann die Nährstoffaufnahme der Pflanzen sehr unterschiedlich ausfallen. Würde man nun „stur nach Schema“ gehen, wird man die Pflanze höchstwahrscheinlich überdüngen, was auch beim organischen Dünger zwar recht selten aber durchaus möglich ist.

Wir empfehlen folgende Faustregel: Als Anfänger sollte man für den ersten Grow bei mineralischem Dünger mit 50% der empfohlenen Dosis anfangen, die Reaktion der Pflanze beobachten und ggf. erhöhen. Beim organischen Anbau sollte man mit etwa 70% der Schema-Dosierung anfangen.

In unserem Düngungs-Guide gehen wir nochmal tiefer ins Thema rein.

Schonendes Umtopfen

Richtiges Umtopfen

Die Keimung und Anzucht der Pflanze sollte in einem kleinen Topf erfolgen. Eine Keimung direkt im End-Topf erhöht das Risiko von Staunässe und Pilzen, da das Wasser unten im Topf steht und nicht durch die Pflanze aufgenommen werden kann.

Umtopfen bedeutet immer Stress für die Pflanze. Sie wird ihr Wachstum für ein paar Tage einstellen und weniger Wasser verbrauchen. Falls die Erde stark vorgedüngt ist, kann es sogar zu leichten Überdüngungserscheinungen kommen.

Umgetopft wird in mehreren Schritten, beispielsweise nach dem Keimvorgang von einem Topf mit 0,25 bis 0,5 Liter zur Anzucht, in einen mit 1,5 bis 2,5 Liter, danach 4 bis 7 Liter und dann in den Endtopf.

Durch richtiges Umtopfen zur richtigen Zeit kann man das Wurzelwachstum massiv anregen. In dem kleinen Topf werden sich die Wurzeln bis zum Geht-nicht-mehr ausbilden und die gesamte Erde verwurzeln. Das erhöht die Stabilität und die Nährstoffaufnahme der Pflanze.

Ein Umtopfen sollte spätestens ab der frühen Blütephase nicht mehr erfolgen. Nun sollte die Pflanze in ihrem Endtopf sitzen und sich – ohne Umtopfstress – voll auf die Blütenproduktion konzentrieren können.

Autoflowering-Pflanzen werden direkt in den Endtopf gepflanzt! Hier gilt es: So wenig Stress wie möglich!

Hier das kleine Umtopf-1×1:

Spätestens wenn die ersten Wurzelspitzen unten aus den Ablauflöchern rauswachsen, ist es Zeit umzutopfen!

Zuerst bereitet man sich den neuen Topf vor. Wenn organisch angebaut wird, empfiehlt der Hersteller, dass die Erde einige Stunden vorher „aktiviert“, das heißt angegossen, werden soll. In dieser Zeit entwickelt sich das Bodenleben und die Mikroorganismen werden aktiv.

Im besten Fall benutzt man eckige Töpfe, um Ringwuchs der Wurzeln zu vermeiden.

Man bereitet also seinen neuen Topf vor, indem man mit dem kleinen Topf ein Loch in der Erde vorformt. So lässt sich die Pflanze mit dem Wurzelballen problemlos einsetzen.

Nun nimmt man die Pflanze und neigt sie über Kopf.

Wichtig: Mit zwei Fingern den Stamm auf der Erdoberfläche festhalten. Ein leichtes Rucken sollte genügen und der Wurzelballen rutscht aus dem Topf.

Geht das nicht, kann man den Topf von aussen leicht eindrücken oder/und auf den Topfboden klopfen.

Beachte: Die Erde sollte beim Umtopfen nie ganz trocken oder klitschnass sein. In beiden Fällen wird der Wurzelballen wohl nicht am Stück rauskommen.

Starkzehrer (oder bei einer sehr langen Wachstumsphase bspw. 12 Wochen) verlangen auch einen großen Topf. Hier sollte der Endtopf nicht unter 12 Litern liegen.

Hier nochmal etwas ausführlicher: Umtopfen!

Schädlinge

Schädlinge

Je früher man einen Schädlingsbefall erkennt, umso eher hat man die Chance effektiv dagegen vorzugehen. Einige Schädlinge können Cannabis massiv schädigen!

Auch hier gibt es wieder verschiedene Mittel und Wege wie man Schädlinge loswerden kann. Als erstes gilt es zu bestimmen um welchen Schädling/Schädlinge es sich handelt. Befinden sich die befallenen Pflanzen schon in der Blütephase ist es z.B. oft ratsam Raubmilben einzusetzen. Im Beitrag „Schädlinge beim Anbau von Cannabis“ [folgt] werden Präventionsmaßnahmen und Lösungen zur Bekämpfung von Schädlingen ausführlich behandelt.

Die gängigsten Schädlinge beim Anbau von Cannabis:

Das Beste, was man gegen Schädlinge unternehmen kann, ist die Prävention! Die Growbox und die Umgebung sollten stets sauber gehalten werden. Nach jedem Grow sollte eine Grundreinigung des gesamten Equipments erfolgen!

Nährstoffprobleme

Nährstoffprobleme

Bekommt eine Pflanze vermehrt gelbe oder welkende Blätter, hat auffällige Flecken oder Verfärbungen und Schädlinge sind auszuschließen, hat man wahrscheinlich ein Nährstoffproblem.

In diesem Fall hat man die Möglichkeit mit unserem Nährstoff-Diagnosetool herauszufinden, ob es sich um eine Über- oder Unterdüngung handelt:

https://growdoktor.cannabisanbauen.net/

Was ist mit Outdoor Anbau?

Outdoor Anbau

Die Frage ob man Indoor oder Outdoor anbauen „sollte“, hängt hauptsächlich von den wohnlichen Gegebenheiten ab! In einer Großstadt wird es eher schwierig sein einen sicheren Outdoor-Spot zu finden. Auch ist es schwieriger in einem Mehrfamilienhaus – unentdeckt – Indoor zu growen, als im Eigenheim.

Die Kosten sind beim Indoor-Anbau relativ hoch, während sie sich beim Outdoor-Grow eher im niedrigen Bereich ansiedeln.

Verständlicherweise hat man beim Indoor-Grow die vollständige Kontrolle über das ganze Geschehen. Andererseits kann man einen Outdoor-Grow viel einfacher abbrechen, falls mal etwas nicht sicher erscheint.

Das Risiko ist bei beiden Anbauweisen groß!

Vor- und Nachteile Indoor-Anbau:

  • Man muss keinen sicheren Spot suchen
  • Volle Kontrolle
  • Kosten hoch
  • Risiko hoch

Vor- und Nachteile Outdoor-Anbau:

  • Kosten relativ niedrig
  • Lässt sich zur Not leicht abbrechen
  • Erschwerte Kontrolle
  • Risiko hoch

Mit dem Grow beginnen

An diesem Punkt hat man alles an Equipment und Seeds zusammen. Nun kann man mit dem Grow anfangen. Die nächsten Abschnitte zeigen, welche Phasen die Cannabis-Pflanze durchgehen wird und was man als Grower dann jeweils machen muss.

Keimung

Keimphase

Ein gesunder Samen weist eine dunkle, marmorierte Farbe auf und ist sehr hart. Ist er hellgrün, weich oder gar hohl wird die Keimrate wenig bis null betragen.

Man kann den Samen direkt in die Erde setzen oder in einem anderen feuchten Medium (z.B. zwischen zwei feuchten Papiertüchern) vorkeimen lassen und dann erst in die Erde einsetzen.

In allen Fällen ist es wichtig, dass das Medium nie ganz austrocknet. Der Keimprozess würde zum Erliegen kommen, da die Samen keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen können. Die optimale Temperatur liegt hier zwischen 21 und 23 Grad Celsius.

Cannabis keimt im Dunkeln! Licht wird erst benötigt, sobald der Keimling sich durch die Erde drückt!

Als Anfänger würde ich nach den eigenen motorischen Fähigkeiten gehen. Ist man zu grobmotorisch, versucht man sich erst mal mit Einsetzen des Samens direkt in die Erde!

Dann sieht man zwar erst ob der Samen keimt, wenn er sein Köpfchen durch die Erde drückt, aber man hat auch nicht das Risiko die frisch gekeimte Pfahlwurzel (Keimwurzel) beim Umsetzen zu verletzen.

Hat man ältere Samen oder will man die Keimrate einer Sorte ermitteln, empfiehlt sich das Vorkeimen. So kann man genau beobachten wie sich die Samen verhalten.

Vor- und Nachteile beim Vorkeimen:

  • Man sieht genau ob und welche Samen keimen
  • Keimverhalten kann beobachtet werden
  • Ältere Samen können erst geprüft werden
  • Verletzungsgefahr des Keimlings sehr hoch
  • Ein Arbeitsschritt mehr

Vor-, und Nachteile beim Einsetzen direkt in die Erde:

  • Verletzungsgefahr des Samens gering
  • Ein Arbeitsschritt weniger
  • Samen sollte korrekt eingesetzt werden
  • Man sieht viel später ob der Samen keimt

WICHTIG: Den Samen und/oder Keimling sollte man, wenn es geht, nicht mit den Fingern anfassen. Die Fette auf unserer Haut werden den Samen schädigen und die Keimrate negativ beeinflussen. Auch können so Bakterien und Keime übertragen werden. Deshalb ist hierfür eine Pinzette zu empfehlen.

Will man seinen Samen direkt in die Erde setzen, sollte man die Erde VOR einsetzen des Samens wässern, da sie danach nochmal zusammensackt und sonst der Samen eventuell viel zu tief sitzt. Dieser sollte in einer Tiefe von 1 bis 2 Zentimetern eingesetzt werden.

(Vielen Dank an Lowryder)

Die Temperaturen sollten in dieser Phase zwischen 26 und 28 Grad Celsius betragen. Sind die Temperaturen niedriger, wird das Wachstum gehemmt, während zu hohe Temperaturen die Schimmelbildung fördern!

Wenn man sich den Samen genau anschaut, wird man sehen, dass er an einer Seite eine Spitze und an der anderen Seite ein rundes Ende besitzt. Man setzt den Samen mit der Spitze nach oben in die Erde. Die Keimwurzel tritt an der spitzen Seite aus, formt ein U und wächst dadurch nach unten. Dann drückt den Rest nach oben.

Im besten Fall keimt der Samen nach 24 Stunden, es kann aber auch mal bis zu 14 Tage dauern bis sich das kleine Köpfchen (oft noch mit Samenschale besetzt) durch die Erde drückt.

Als nächster Schritt sollte sich die Samenkapsel vom Keimling lösen und die zwei Keimblätter kommen zum Vorschein.

(Vielen Dank an elcy)

In seltenen Fällen kann es passieren das zwar die Samenkapsel abfällt, sich aber die Samenhülle nicht eigenständig löst. Dann muss man erste Hilfe leisten und die Hülle vorsichtig entfernen. Von alleine wird es der Keim nicht schaffen und würde verkümmern!

Dies macht man am besten mit einer Pinzette und einem Zahnstocher! Beides sollte „keimfrei“ sein. Zuerst besprüht man den betroffenen Keim inklusive Hülle mit Wasser. Nach ein paar Minuten sollte die Hülle schön durchfeuchtet sein und sich besser lösen lassen.

Wichtig: Der Keim ist extrem empfindlich! Hier gilt es unbedingt vorsichtig zu arbeiten! Man hält den Keim leicht mit der Pinzette fest und versucht mit dem Zahnstocher die Hülle vorsichtig runterzupulen.

Anzucht

Anzuchtphase

Nun wird sich der Keimling erstmal um ein gutes Wurzelsystem bemühen, um dann rasant oberirdisch wachsen zu können. Außer den Keimblättern werden nun alle nachkommenden Blätter die typische gezackte Blattform aufweisen.

Die Anzahl der Blattfinger wird sich nach und nach erhöhen: Erst ein Blattfinger, dann drei, dann fünf, dann sieben, dann neun, und so weiter. Bei extrem großen Pflanzen können sich schon mal 11-Finger Blätter ausbilden!

Spätestens sobald die ersten gezackten Blätter zu sehen sind, sollte für ausreichend Licht und gute Umluft gesorgt werden! Bekommen sie das nicht, könnte es ganz schnell zum „Spargeln“ kommen.

(Vielen Dank an Patrik)

Cannabis benötigt immer eine gute Umluft! Rund um die Uhr, also 24/7.

In der Sämlingsphase stärkt sich der Stamm hauptsächlich durch das „Tanzen“ der Pflänzchen im Wind. Fehlt dieser, bleibt der Stamm dünn und schlaksig und droht unter dem steigenden Gewicht der wachsenden Blätter umzuknicken.

Ähnlich verhält sich der Sämling, wenn kein ausreichendes Licht vorhanden ist. Dann ist er nämlich genötigt schnell zum Licht hinzuwachsen und kommt mit der Stammstärkung nicht hinterher.

Ist dieser Fall eingetreten und der Sämling spargelt, sollte man die Ursache beseitigen (Lichtmangel, zu wenig Umluft), den Sämling umtopfen und bis hoch zu den Keimblättern in die Erde einsetzen! Somit ist die Pflanze gestützt und kann sich weiter normal entwickeln. Vorsichtig, damit nichts bricht!

Wachstumsphase

Wachstumsphase

Gehen wir davon aus, dass Indoor angebaut wird und man reguläres oder feminisiertes Saatgut hat! Für Autoflowering-Samen gelten wieder andere Beleuchtungszeiten.

Dann steuert man die Beleuchtung in der Wachstumsphase so, dass die Pflanzen mindestens 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit bekommen.

Ganz wichtig: in der Nachtphase absolute Dunkelheit! Selbst ein kleiner Lichtschein kann Cannabis stressen und zum Zwittern bringen.

Nun kommt es hauptsächlich auf die Höhe des Zeltes, Raumes oder Growbox an, die man zur Verfügung hat, wie lange man die Pflanze in der Wachstumsphase hält. Jeder Strain hat ein unterschiedliches Charakteristikum und neigt zu einem starken oder weniger starken Wachstumschub (Stretch) nach Einleitung der Blütephase.

Deshalb ist es wichtig seine Samensorte zu kennen, um mit den Breederangaben eine Einschätzung zu eben diesem Stretch zu haben. So kann man dann die voraussichtliche Höhe seiner Pflanzen am Ende des letzten Wachstumsschubs einschätzen.

Achtung: Bei manchen Sativa-lastigen Sorten kann das bis zu 300 % oder gar 400 % Zuwachs, ab Einleitung der Blütephase, in der Höhe betragen!

So sollten gesunde Pflanzen in der Wachstumsphase aussehen:

(Forumsbild)

Da man die Dauer der Wachstumsphase individuell pro Grow festlegen kann, hat man außerdem die Möglichkeit verschiedene Techniken an den Pflanzen anzuwenden:

  • LST – low-stress-training (wird noch bearbeitet)
  • HST – high-stress-training (wird noch bearbeitet)

Jede angewandte Technik birgt in irgendeiner Weise Stress für die Pflanze. Schneidet man etwas ab oder bindet man was runter etc. wird die Pflanze sehr wahrscheinlich mit einem kurzen Wachstumsstopp reagieren, um diese Stellen zu reparieren. Deshalb sollte man ihr nach solchen Prozeduren noch einige Zeit „zur Erholung“ gönnen, bevor man letztendlich die Blütephase einleitet.

Blütephase

Blütephase

Die Blütephase leitet man bei regulärem und/oder feminisiertem Saatgut mit Umstellung der Beleuchtungszeit auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12) ein.

Allerdings muss die Pflanze erst über ein gewisses biologisches Alter verfügen, eine Art von Pubertät hinter sich haben, um in die Blütephase gehen zu können.

Nach ungefähr 4-6 Wochen Lebenszeit zeigt eine Pflanze automatisch (unabhängig von der Beleuchtungszeit) ihr Geschlecht. Der ehemalige Sämling ist nun zu einer reifen Pflanze herangewachsen. Wir befinden uns also in der Vorblüte!

Ab diesem Zeitpunkt kann man die Pflanze mit der Beleuchtung von 12/12 in die Blüte schicken! Dadurch wird sie ihre Hormone umstellen und innerhalb ca. 7 bis 10 Tagen die Blüte anfangen.

Blütetage werden erst ab Sichten der ersten Stigmen an den Triebspitzen gerechnet!

Auch bei der Methode 12/12 from seed to harvest (12 Stunden Beleuchtung vom Samen bis zur Ernte), wird die Pflanze erst dann das Blühen anfangen, sobald sie die Vorblüte erreicht hat!

Stecklinge allerdings sind immer abhängig von dem Alter der Mutterpflanze! Hat diese bei Entnahme des Stecklings die Vorblüte schon erreicht lässt sich ein Steckling sofort in die Blüte schicken. Er muss keine Pubertät mehr durchleben, da er immer so alt ist wie die Mutter zum Zeitpunkt der Abnahme!

Autoflower müssen nicht in die Blüte „geschickt“ werden, sie beginnen (wie der Name schon sagt) automatisch und unabhängig der Beleuchtungszeit zu blühen!

Vorblüte

Hat eine Pflanze die Geschlechtsreife erreicht, zeigt sie das durch die Vorblüte! Man kann nun das Geschlecht erkennen. An jeder Triebachsel bilden sich entweder weibliche Geschlechtsteile (Blütenkelche mit Stempel) oder männliche Geschlechtsteile (Säcke in denen sich der Pollen bildet).

Sollten sich beide Geschlechter zeigen, handelt es sich um einen – mit Sicherheit ungewünschten – Zwitter!

Weibliche Vorblüte

Bei der weiblichen Vorblüte bilden sich nach und nach an jeder Trieb- und Blattachsel der Pflanze je ein Blütenkelch (Calyxe). Aus diesem Kelch wiederum entspringen zwei Härchen (Stigmen).

Diese zwei Härchen nennt man Blütenstempel oder auch Stigmen. Sie dienen dazu, den Pollen der männlichen Pflanze aufzufangen (Bestäubung).

Sobald diese Geschlechtsmerkmale sichtbar sind, ist die Pflanze bereit in die Blütephase überzugehen.

weibliche Vorblüte
Weibliche Vorblüte – Blütenkelche

Die sogenannten Stipule (im Bild eingezeichnet) sind unabhängig vom Geschlecht. Sie treten bei jeder Cannabispflanze auf!

Männliche Vorblüte

Bei einer männlichen Pflanze entstehen statt der Blütenkelche an den Trieb- und Blattachseln Säckchen. Dies sind Pollensäcke, die den männlichen Pollen enthalten.

Männliche Vorblüte – deutlich zu erkennen an den kleinen Säckchen

Hat man männliche Exemplare gefunden, müssen sie schleunigst aus der Growbox entfernt werden. Anderenfalls würden sie die weiblichen Pflanzen bald bestäuben und sie für den Rauchgenuss ungenießbar machen.

Falls man die Jungs recht spät erkennt, muss man bei der Entfernung darauf achten, keinen Pollen in der Gegend zu verteilen! Dies kann durchaus zu Teilbestäubungen führen. Dadurch büßt man einen Teil seines Ertrages ein, da jetzt Samen in den bestäubten Blüten produziert werden.

Hier eine etwas ausgereiftere männliche Pflanze:

Was ist mit Zwittern?

Wenn beide Geschlechtsmerkmale vorhanden sind, handelt es sich um einen Zwitter! Sie sollten ebenso aus dem Anbauraum entfernt werden. Sonst werden sie relativ schnell die Weibchen bestäuben und sie für den angedachten Konsum unbrauchbar machen.

Weibliche Blüte

Es bilden sich nun überall kleine Blüten, die aus unzähligen einzelnen Blütenkelchen mit jeweils 2 Blütenstempeln bestehen. In den nächsten Wochen werden diese immer zahlreicher und schwellen nach und nach zu dicken Buds heran.

Die Dauer der Blütephase ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich! Grob gesagt braucht eine Pflanze der Gattung Indica zwischen 6 und 9 Wochen und der Gattung Sativa zwischen 10 und 12 Wochen, bis sie einen erntereifen Zustand erreicht hat.

Am Ende der Blütezeit wird die Pflanze anfangen ihre Färbung zu ändern. Die Blätter werden vermehrt gelb, sie beginnt zu herbsteln! KEINE PANIK! Das ist im Lebenszyklus so vorgesehen. Dies geschieht, weil die Pflanze nochmal all ihre Kraft aus den Blättern saugt und in die Reifung der Blüten steckt.

Hier mal ein Foto einer – vermutlich – erntereifen Pflanze: Vermutlich deshalb, weil man den Erntezeitpunkt NIEMALS anhand ihres Aussehens beurteilen sollte.

(Vielen Dank an Ruhr-Pot)

Erntezeitpunkt bestimmen

Erntezeitpunkt

Der optimale Erntezeitpunkt wird anhand der Färbung der Trichome (Harzdrüsen) ermittelt. Am besten nimmt man dazu ein Taschenmikroskop mit einer 60 bis 100 fachen Vergrößerung! Nun schaut man sich zum Ende der angegebenen Blütezeit regelmäßig die Trichome auf der Pflanze an.

Am Anfang sind sie klar und durchsichtig (unreif), werden dann milchig/grau und undurchsichtig (reif), bis sie zu bernsteinfarben, bräunlich wechseln (abreifend).

  • Trichome sind klar und durchsichtig: Pflanze ist noch unreif!
  • Trichome sind milchig/grau und undurchsichtig: Pflanze ist reif! THC sehr hoch, Turn euphorisierend.
  • Trichome sind bernsteinfarben: Pflanze reift langsam ab! CBD erhöht sich, Turn eher entspannend.
  • Trichome sind bräunlich schwarz: Pflanze ist überreif! Optimaler Erntezeitpunkt leider verpasst.

Das heißt, zum Ernten gibt es ein bestimmtes Zeitfenster, in dem es auf die eigenen Ansprüche bezüglich der Wirkung ankommt. Hier nochmal etwas detaillierter

Trocknung

Trocknung

Nachdem die Pflanze geerntet ist, gibt es natürlich auch einiges bei der Trocknung zu beachten.

Nachdem dem die Cannabis Buds erfolgreich geerntet wurden, ist noch jede Menge Rest-Feuchtigkeit und Chlorophyll in den Blüten enthalten. Direkt nach der Ernte ist 75% der Blüten-Masse nichts anderes als Wasser. Würde man die Buds sofort rauchen, würde es wirklich stark im Hals kratzen und fast ungenießbar sein.

Das Ziel beim Trocknen ist, dass der Wasseranteil der Buds unter 20% sinkt. Optimal sind ca 10-15%. Um diesen Zustand zu erreichen, braucht man etwa ein bis zwei Wochen Trockenzeit

Durch den Wasserverlust verringert sich die Gesamt-Masse der Buds. Die Menge des THC bleibt jedoch gleich, wodurch mehr THC auf weniger Masse vorhanden ist. So werden die Buds erheblich potenter.

Wenn die Cannabis Buds gar nicht oder nicht ausreichend lange getrocknet werden, besteht akute Schimmelgefahr beim späteren Fermentieren bzw. Curen. Beim Einlagern der Buds in geschlossene Behälter würde die überschüssige Feuchtigkeit aus den Buds schnell entweichen und Schimmel ansetzen.

Nicht nur das Wasser verschwindet im Trockenprozess. Auch wird das Chlorophyll abgebaut. Deswegen verlieren die Buds im Prozess auch leicht an grüner Farbe. Das Chlorophyll ist eher beim Konsum eher störend und verursacht beim Rauchen das typische Kratzen und Husten im Hals.

Zusätzlich werden mehr Aromen in den Buds „freigegeben“, die beim Konsumieren sonst durch die Feuchtigkeit und das Chlorophyll überdeckt wären. Getrocknetes Weed bekommt viel mehr und weitaus interessantere Geschmacksnoten.

Der einzige Nachteil beim Trocknen ist, dass man 1-2 Wochen Geduld mitbringen muss. Klar kann man es wahrscheinlich nach der ganzen Arbeit kaum abwarten seine eigens angebauten Pflanzen endlich zu rauchen. Als Grower sollte man Geduld mitbringen.

Der ganze Aufwand macht sich jedoch auf jeden Fall bezahlt! Außerdem ist Trocknen einfach ein geiles Gefühl, denn man weiß, dass man selbst etwas geschafft hat und die Vorfreude ist einfach unbeschreiblich groß.

Mehr dazu im Trocknungs-Artikel:

Lagerung

Lagerung

Lagern sollte man sein Gras in verschraubbaren luftdichten Gläsern. Wichtig ist, dass sie kühl und dunkel abgestellt werden.

In den ersten Wochen sollte man sämtliche Gläser regelmäßig lüften und auf Schimmel kontrollieren. Um die Feuchtigkeit im Glas auf einem optimalen Niveau zu halten, gibt es Hilfsmittel die austretende Feuchtigkeit im Glas ausgleichen.

Hier ein Beispiel: Boveda verkauft sogenannte Humidipaks. Sie geben – wenn nötig – Feuchtigkeit ab, oder nehmen welche auf um die Feuchtigkeit im Glas stabil zu halten. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen und von verschiedenen Herstellern. WICHTIG: Die Feuchtigkeit von Cannabis sollte während der Lagerung 58 bis 62% betragen!

Beachtet man das nicht, droht Schimmelgefahr! ACHTUNG!

Veredelung

Veredelung

Durch eine optimale Trocknung kann man seine Ernte im nachhinein „veredeln“! Das nennt man curen. Man sollte es auf jeden Fall, auch als Anfänger, versuchen. Der Unterschied im Geschmack und Geruch ist einfach phänomenal!

Verarbeitung

Verarbeitung
  • Kief/Skuff
  • Hasch aus Trockensiebung
  • Rosin
  • Bubble Hash
  • Extrakte
  • Öle
  • in der Küche

(Ein eigener Beitrag über das Thema Verarbeitung folgt!)

Kommentare

  1. Hier bitte ausschließlich Verbesserungsvorschläge für den Anfängerguide posten!

  2. Ich glaube nicht das es sich beim Curen um eine Fermentierung handelt.
    Mein Wissensstand ist, dass es ein Reifeprozess ist… :wink:

  3. Ja, das wurde mir auch schon gesagt, deshalb steht da überhaupt curen drin :grinning_face_with_smiling_eyes: Allerdings steht im verlinkten Artikel auch fermentieren und so hab ich es dann an einer Stelle mit drin gelassen, damit es nicht ganz so verwirrend ist.
    Fakt ist das es bei beidem durch curen ersetzt werden muss, ja :sweat_smile:

  4. Das Curen ist auch Fermentieren.
    Unter Fermentieren verstand man früher die anaerobe (== ohne Sauerstoff) Vergärung.
    Heute versteht man darunter ziemlich viele, völlig verschiedene „Zersetzungs“- oder „Umwandlungs“. Prozesse. Die können, wie beim Curen, aerob (mit Sauerstoff), oder ohne ablaufen.
    Es gibt aber auch enzymatische Fermentation.

    Wie auch immer: Beim Curen soll das Chlorophyll zersetzt und das THCa in THC umgewandelt werden. Beides Reaktionen, die der Definition von Fermentation entsprechen.

    Curen kann getrost Fermentation genannt werden.

  5. Da frag ich mich gerade, ob du es überhaupt gelesen hast!

    Da bin ich anderer Meinung.
    Fermentieren und curen dienen zum veredeln, aber curen ist nicht fermentieren!
    Fermentierung ist ein Prozess an dem Enzyme beteiligt sind z.B. u.a. Milchsäurebakterien. Die einzig mir bekannte Fermentationsveredelung dürfte die Malawi Cob Methode sein, dafür ist aber eine sehr hohe Restfeuchte von +70% nötig bzw. Voraussetzung. Da geht die Schimmelgefahr natürlich steil nach oben.

    Beim Curing kommen chemische Prozesse ohne Mithilfe von Mikroorganismen ins Spiel, z.B. Denaturierung des Porphyrin Ring des Chlorophylls, Zerfall von Kohlenhydrate, Cellulose bei langer Lageung etc… Um diese Prozesse im Gang zu halten, braucht es eine gewisse Restfeuchte, die bewährten 55%-65%.

    Wenn du die Seite besucht hättest, wäre dir aufgefallen das der Florian Gärtner ist, der „Erfinder“ des Flo Düngers, der mittlerweile oft zum Einsatz kommt und sich bewährt hat und sich auch recht gut verkauft. :wink: Hier noch einmal sein Fazit

    Das als Blödsinn zu titulieren, ist Blödsinn…

  6. Wenn man belastbare Erkenntnisse gewinnen will, die einem für die Zukunft weiterhelfen – doch, dann muss man genau das machen.

    Wir können froh sein über alle, die versuchen, hinter die Dinge zu schauen, um daraus Regeln abzuleiten, mit denen sich arbeiten lässt. Ich würde sogar sagen: letztlich sind es die Nerds, die die Welt voranbringen.

    Die Frage, ob es einen Unterschid zwischen Fermentation und curing gibt (und wenn ja, wo sie verläuft), interessiert mich auch schon länger, von daher freue ich mich über jeden Diskussionsbeitrag dazu. In diesem Sinne – weitermachen jungs :wink::+1:

    [klugshyce off]

  7. Guten Abend FOXP2,

    erstmal möchte ich grundsätzlich klarstellen das ich hier nicht auf Streit aus bin, oder so. Ich weiß das ich da gestern in Sachen „Florians Blog“ etwas vom Thema abgewichen bin. Wenn ich mir das heute durchlese kann ich auch teilweise verstehen, warum das so emotional geworden ist. Wollte hier niemand auf den Schlipps treten, aber falls ich das doch getan habe, dann entschuldige ich mich dafür.

    Zurück zum Thema

    Ich habe mir zu dem Thema Grow, aber besonders zum curing, echt viel Material gegeben in Form von Büchern. Das curing hat mich dabei besonders interessiert. Aber diese Methode scheint erst in den letzten Jahren, seit dem Homegrowing quasi Salonfähig wurde, aus den USA hier zu uns geschwappt zu sein. Aus diesem Grund habe ich zum Curing fast nur brauchbare Infos auf englisch zusammengetragen. Ich bin der überzeugung das der Begriff curing im deutschen falsch verstanden wird, weil er eben nicht oder nicht richtig übersetzt wird, weil Anglizismen in Deutschland… ich schweife wieder ab.

    Das Wort curing ins deutsche übersetzt heißt nichts anderes als Aushärten - Nichts neues

    Aber das curing auch der Fachbegriff für jegliche Art von Lebensmittelkonservierung ist, lässt schon wieder etwas mehr Licht ins dunkle

    Quelle: Curing (food preservation) - Wikipedia

    Ernsthaft jetzt?? Enzyme u.a MilchsäureBAKTERIEN?? Enzyme sind KEINE Bakterien… ABER trotzdem hättest du Recht wenn du es folgendermaßen formuliert hättest:

    „Heute umfasst die Fermentation in der Biotechnologie jegliche mikrobielle oder enzymatische Umwandlung organischer Stoffe, also auch diejenige unter Sauerstoffversorgung.“

    Quelle: Fermentation – Wikipedia

    Die Fermentation beginnt strenggenommen mit der Ernte und schreitet so lange fort, bis die Buds 0% Restfeuchte besitzen. Ab dann ist das quasi auch „konserviert“, vergleichbar mit Trockenfleisch, oder getrocknete Gemüsezutanten in „Tütensuppen“ :wink:

    Während dieses prozesses verändern sich die Eigenschaften des Produkts mehrfach um so mehr der Feuchtegehalt des Produkts in den Keller geht.

    In der Cannabisproduktion unterscheiden wir zwischen Trocknung und curing, weil es 2 verschiedene Arbeitsschritte sind. Aber biotechnisch betrachtet ist beides Fermentation.
    Die Frage nach dem Unterschied zwichen Fermentation und curen ist, mM nach, nicht zu beantworten, weil die Fragestellung absurd ist.

    Stimmt, dass ist kein Blödsinn, sondern klassisches Clickbaiting und bestätigt mir, dass ich ja garnicht so falsch lag mit meiner Vermutung über die wahren Absichten dieses Bloggers. Denn jedesmal wenn ihr die Seite öffnet klingelt bei ihm die Kasse.

    Mein Fazit:
    Viel Bla Bla um nichts, den man sich hätte sparen können, wenn man da nicht in diese Falle getappt wäre mit dem Übersetzungsfehler…

  8. mal ganz was anderes, was mir grade auffiel:

    • der imperativ von „lesen“ ist „lies“, und nicht „lese“. das zieht sich durchs gesamte forum und ist nicht nur falsch, sondern macht mir jedesmal mega-cringe… :grimacing:

    • Pubertät wird mit b geschrieben, nicht mit p. kommt auch öfter vor, mindestens zwei mal im bereich „blütezeit“.

    mir fallen bestimmt noch mehrere fehler auf, aber dazu brauchte ich mehr zeit und muße…

Im Forum diskutieren

248 mehr antworten

Teilnehmer