Kaufberatung: Zeitschaltuhr für Cannabis Anbau (2021)

Eine Zeitschaltuhr ist ein kleiner aber unerlässlicher Helfer beim Indoor Anbau von Cannabis. Man braucht sie zur Steuerung von Licht, Belüftung und Umluft. Damit die Zeitschaltuhr (ZSU) nicht einfach mitten im Grow den Geist aufgibt, sollte man bei der Auswahl nicht geizig sein. Wir zeigen, welche Zeitschaltuhren wirklich was taugen.

Kaufempfehlungen

Je nachdem welches Gerät und wie viel Leistung geschaltet werden soll, sollte eine andere Bauart von Zeitschaltuhr her.

Für Lampen unter 400W empfehlen wir die digitale Revolt Zeitschaltuhr. Für größere Beleuchtungs-Setups bei 400W bis 1000W Gesamtleistung muss aus Sicherheit ein analoges Modell her, wir empfehlen die Legrand Omnirex.

Bei MHL/NDL Setups über 1000W sollte man wegen der sehr hohen Einschaltströme zu einem Relaiskasten greifen. Bei LED Beleuchtungen über 1000 Watt sollte man stattdessen mehrere Zeitschaltuhren laufen lassen.

Digital

Unsere Top-Empfehlung ist die digitale Revolt Zeitschaltuhr. Für MHL/NDL Lampen bis 400 Watt Leistung oder LED Leuchten empfehlen wir stets eine digitale Variante. Damit bekommt man keine nervigen Brummgeräusche, die bei einer analogen Zeitschaltuhr gerne mal vorkommen.

Diese hat sich über die Jahre in der Grow Szene bewährt und ist relativ einfach zu bedienen. Dank einer verbauten Batterie werden die eingestellten Programme nicht „vergessen“, wenn man sie vom Strom klemmt.

Analog

Für 400 – 1200 Watt NDL Lampen muss man zu einer analogen Zeitschaltuhr greifen, da stärkere Einschaltströme entstehen.

Hier empfehlen wir das Gerät von Legrand Omnirex, da es die einzige ZSU auf dem Markt ist, die sogar bis zu 2x600W oder 3x400W NDL Setups sicher und zuverlässig schalten kann.

Top-Empfehlung
Legrand Zeitschaltuhr Omnirex

Legrand Zeitschaltuhr Omnirex

von Legrand

  • Für MHL/NDL bis zu 3x 400 Watt oder 2x 600 Watt
  • einzige ZSU für 2x 600W MHL/NDL

Preis: € 16,90

Die Legrand ZSU ist für ihre Zuverlässigkeit und hochwertige Komponenten bekannt. Diese kann zuverlässig mit den hohen Einschaltströmen von Vorschaltgeräten umgehen und unnötige (und teils gefährliche) Defekte vermeiden.

Relais

Für MHL/NDL Setups über 1200W Leistung muss man zu einem Relaiskasten greifen. Wegen der hohen Einschaltströme der Vorschaltgeräte würden normale analoge Zeitschaltuhren schnell kaputt gehen oder die Lampe beschädigen. Hier muss man unbedingt auf die Qualität des Relais zu achten.

Wir empfehlen den Davin Timer Box 4x600W.

Diese Relais Box sind speziell für die Steuerung von MHL und NDL Pflanzenleuchten entwickelt. Sie haben eine verbaute 20A Sicherung, die den Kasten im Falle von Kurzschlüssen oder Überlastung sofort abschaltet.

Ebenfalls integriert ist ein zusätzlicher Anschluss für eine Heizung, die bei ausgeschalteter Beleuchtung anspringt. Dies ist praktisch, um zu starke Temperaturabfälle in der Dunkelphase zu vermeiden und damit eine zu hohe Luftfeuchtigkeit zu verhindern.

Wofür eine Zeitschaltuhr?

Beim Indoor Anbau von Cannabis braucht man eine Zeitschaltuhr, um die Grow Lampe automatisch zu steuern um Tag und Nacht für die Cannabis-Pflanze zu simulieren. Dabei wird die Beleuchtung in einem vorab festgelegten Zyklus ein- und ausgeschaltet.

Für die Wachstumsphase wird ein 18/6 Zyklus verwendet. Für die Blütephase schaltet man auf einen 12/12 Zyklus, womit die kürzer werdenden Tage im Herbst simuliert werden.

Steuerung von Umluft-Ventilator: Der Umluft-Ventilator muss nicht durchgehend laufen. Meist reicht es den Umluft-Ventilator 20-30 Minuten je Stunde laufen zu lassen. So kann man etwas Strom sparen. Oder man kauft eine digitale ZSU mit Zufallsprogamm. Das simuliert einen „natürlichen“ Wind.

Steuerung von Abluft-Ventilator: Beim Trocknen der Buds in der Growbox kann man die Abluft so regulieren, dass sie nicht zu schnell trocknen und gleichzeitig nicht zu viel Luftfeuchtigkeit in der Box verbleibt.

Auf was beim Kauf achten?

Das Letzte was man will, dass die Zeitschaltuhr mitten im Grow den Geist aufgibt und man die Lampe manuell ein- und ausschalten muss, bis man eine neue besorgt hat. Deswegen sollte man billige Noname Zeitschaltuhren aus dem Baumarkt vermeiden. Entweder sie gehen schnell kaputt oder vertragen nicht genug Leistung.

Je mehr Leistung die Geräte haben, desto mehr macht sich die Qualität der Zeitschaltuhr bemerkbar. In hohen Leistungsbereichen können billige Zeitschaltuhren schnell durch Spannungsspitzen von Vorschaltgeräten beschädigt werden.

Billige analoge Modelle können schon mal „hängenbleiben“ und einfach nicht mehr umschalten. Je nach Grow-Phase der Pflanze hat es andere Konsequenzen.

Bleibt das Licht in der Wachstumsphase zu lange ausgeschaltet, kann es passieren dass die Pflanze in der Wachstumsphase zu früh in die Blüte übergeht. Sie stellt ihr Wachstum und schöpft nicht ihr volles Potential aus. Sprich sie bildet keine gute Masse für die späteren Blüten.

Andersherum gilt das gleiche: Bleibt das Licht in der Blütephase zu lange eingeschaltet, kann die Pflanze anfangen zu „re-veggen“. Sprich sie fängt wieder in die Wachstumsphase überzugehen. Das erzeugt extrem viel Stress, verlangsamt das Blütenwachstum und kann die spätere Ernte erheblich senken.

Was ist besser: Analog oder Digital?

Am meisten verbreitet sind analoge Zeitschaltuhren, die mechanisch mit einem Drehring bedient werden. Es gibt aber auch digitale Varianten, die mehr Einstellungen und Möglichkeiten bieten. Welche Variante die bessere ist, hängt davon ab, was man schalten will und welche Leistung es hat.

Analoge Zeitschaltuhren sind sehr einfach in der Bedienung und sehr günstig zu haben. Vorteil ist, dass sie stärkere Geräte dauerhaft ohne Probleme schalten können. Sie sind relativ robust und halten auch Spannungsspitzen oder Stromausfälle aus. Allerdings sind sie je nach Modell etwas ungenau und können ein leichtes Brummen erzeugen. Auch bieten sie keine speziellen Schaltzyklen. Man kann nur ein Zyklus einstellen und keine Programme speichern.

Digitale Zeitschaltuhren arbeiten sehr präzise und erlauben vielfache Möglichkeiten. Man kann mehrere Programme individuell einstellen und speichern. Es gibt auch ein Zufallsprogramm, das für Umluft-Ventilatoren ideal geeignet ist. Allerdings ist die Bedienung manchmal etwas fummelig.

Allerdings sind digitale Modelle nicht gut für Geräte mit einer hohen Leistungsaufnahme (ab 1000 Watt). Sie können nicht sehr gut mit hohen Einschaltströmen von Vorschaltgeräten umgehen. Nicht nur die ZSU selber, sondern auch die Lampe kann dadurch beschädigt werden. Im schlimmsten Fall kann sie durchschmoren und einen Brand verursachen (was eher bei ganz billigen Modellen der Fall ist).

Vor- und Nachteile

Analog

  • Sehr einfache Bedienung
  • Günstiger Preis
  • Hält hohe Leistungen und Spannungsspitzen aus
  • Nur einfache Programme möglich
  • Verursachen leichtes Brummen

Digital

  • Vielfältige Schaltungen möglich
  • Speicher für Programme
  • Geräuschlos
  • Verbrauchen ein wenig Strom
  • Bedienung manchmal fummelig
  • Empfindlich gegen hohe Einschaltströme und Spannungsspitzen

Zeitschaltuhr defekt – was tun?

Selbst die beste Zeitschaltuhr kann mal kaputt gehen. Bei Stromausfällen oder Überspannung der Leitung haben selbst die besten Geräte keine Chance.

Deswegen sollte man immer auf Nummer sicher gehen und stets ein Ersatz-Modell im Schrank haben. Das Davin Relais ist da eine Ausnahme, da es eine eingebaute Sicherung hat.

Hat man kein Ersatz parat, kann man notfalls schnell in den Baumarkt und ein billiges Modell kaufen. So hat man Zeit, bis das „vernünftige“ Gerät geliefert wird.

Zeitschaltuhr richtig einstellen

Manchmal kann es passieren, dass eine analoge Zeitschaltuhr die Beleuchtung in der Nachtphase nicht ganz ausschaltet (sprich die Lampe leuchtet nach) oder die ZSU einfach sehr heiß wird. Dann kann man probieren den Stecker der Lampe in der ZSU um 180° drehen. Wegen der mechanischen Bauart kann es zu einem „Fehlstrom“ kommen, wenn die Lampe „falsch herum“ eingesteckt ist.

Es gibt Berichte von Growern, bei denen die Kombo aus Lumatek EVGs + Philips Metallhalogenlampe über eine Zeitschaltuhr nicht zündet. Dann sollte man die Philips Leuchte gegen die von mir empfohlene GIB MHL austauschen, dann geht es wieder.

Kommentare

  1. Ich habe mir Relais und WLAN gesteuerte schaltbare Steckdosen von „Shelly“ besorgt. Diese sind sehr schmal und können laut Hersteller bis zu 2500W steuern. Das schöne an deren Modulen ist, dass man auch den Stromfluss messen kann und eine Statistik angezeigt bekommt in der Smarthome App. So hat man den aktuellen Verbrauch direkt im Blick und man kann verschiedene Szenen erstellen und auch die einzelnen Geräte untereinander verbinden, was einem nochmal neue Möglichkeiten bietet. Kann ich nur weiterempfehlen, sind auch relativ kostengünstig.