Kaufberatung: Belüftung für Cannabis Anbau (2021)

Cannabis-Pflanzen brauchen beim Indoor-Growing genug Frischluft. Deshalb ist eine passende Belüftungs-Anlage verdammt wichtig. Viele Grower scheitern, wenn es um Zuluft, Abluft, Umluft und vor allem um Geruchsfilterung geht. In diesem Beitrag lernt man alles Wichtige zum Thema Belüftung für die Growbox.

Was braucht man alles?

Um Cannabis beim Indoor Anbau mit Frischluft zu versorgen, braucht man eine Belüftungs-Anlage für die Growbox. Man kann die Komponenten entweder einzeln kaufen oder mit einem Abluft-Komplettset alle Teile im Paket kaufen.

Die absolute Mindest-Ausstattung:

  • Abluft-Ventilator: Pustet die verbrauchte Luft aus der Growbox und saugt gleichzeitig frische Luft an
  • Aktivkohlefilter: Filtert den verräterischen Cannabis Geruch aus der ausgehenden Luft
  • Luftschlauch: Verbindet den Aktivkohlefilter und Abluft-Ventilator mit der Abluft-Öffnung
  • Umluft-Ventilator: Verteilt die Luft in der Growbox und erzeugt eine leichte Brise

Optional kann man folgendes kaufen:

  • Zuluft-Ventilator: Nur wenn man Frischluft aus einem anderen Raum oder über ein Fenster ansaugen will
  • Lüftersteuerung: Für geräuschlose Abluft kann man den Lüfter runterregeln
  • Klima-Controller: Ermöglicht automatische Steuerung des Ventilators durch Temperatur oder Luftfeuchtigkeit-Sensoren

Abluft-Ventilator

Bei der Auswahl des Ventilators kommt es auf die eigenen Vorzüge und die Größe der Growbox an. Der Ventilator sollte stark genug sein, um die Abwärme der Beleuchtung abtransportieren zu können und für genug Luftaustausch zu sorgen.

Unsere Top-Empfehlung ist die Prima Klima 2-Stufen Ventilator Reihe. Dank der kompakten Größe passen sie auch in kleinere Growboxen. Wenn man knapp bei Kasse ist und die Lautstärke keine Rolle spielt, kann man zum Ventilution Mixed-In Line Lüfter greifen. Wer es sehr leise haben will, der sollte zur S&P TD-Silent Ventilator Reihe greifen. Im High End Segment empfehlen wir einen Prima Klima EC Ventilator mit eingebauter Klimasteuerung.

Lüftersteuerung

Unsere Top-Empfehlung ist ein fertig verkabelter Stufentransformator. Dieser wird einfach zwischen Ventilator und Steckerleiste angeschlossen. Das Gerät ist nicht nur spritzwassergeschützt, sondern hat auch einen Motorschutz für den Ventilator verbaut. Entsprechend ist er mit 150 EUR etwas teuer.

Unsere Low Budget Empfehlung ist nur für Elektrik-versierte Leute gedacht: Ein SCNR5 Stufentrafo 0,45A. Dieser ist für Wandmontage gedacht und wird unverkabelt geliefert. Der Betrieb erfolgt somit auf eigenes Risiko. Er ist maximal für mittlere Lüfter mit maximal 0,45A gedacht. Dafür ist er super günstig.

Unsere High-End Empfehlung ist es eine GSE Stufentrafo-Klimasteuerung zu kaufen. Durch integrierte Temperatur oder Luftfeuchtigkeit Sensoren kann man damit die Spannung des Lüfters automatisch steuern und sich so die ständige Korrektur des Growbox-Klimas sparen.

Klima-Steuerungen

Unsere Top-Empfehlung sind die GSE Stufen-Klimacontroller. Diese sind speziell zur Steuerung von Ventilatoren in der Pflanzenzucht entwickelt. Der Anschluss ist extrem einfach, da alle Modelle Steckdosen haben, an die die Ventilatoren angeschlossen werden. Durch die Stufentrafo-Bauart sind sie zudem absolut lautlos.

Für Low Budget Grower empfehlen wir GSE stufenlose Klimasteuerungen. Die stufenlosen Steuerungen sind sehr kompakt und relativ günstig. Dafür erzeugen sie deutlich hörbare Brumm-Geräusche. Gleichzeitig sind sie nicht für alle Motor-Arten geeignet.

Unsere High-End Empfehlung ist ein Prima Klima Abluft-Ventilator mit eingebauter Klimasteuerung. So spart man sich quasi ein Gerät und gibt am Ende die gleiche Summe aus. Gerade, wenn man nicht ganz so viel Platz in der Growbox hat, macht das einen das Leben extrem einfach.

Zuluft-Ventilator

In 99% der Fälle wird man keinen Zuluft-Ventilator brauchen. Bei einem typischen Growbox-Setup reicht der Abluft-Ventilator, um genug Unterdruck, um frische Luft anzusaugen. Dennoch gibt es Ausnahmen. In bestimmen Ausname-Fällen muss eine aktive Zuluft für die Growbox her:

Die Luft im Zimmer mit der Growbox ist zu kalt, zu warm oder zu feucht. Dann muss Zuluft aus einem anderen Zimmer oder von draußen mit einem Luftschlauch angesaugt werden. Der Zuluft-Schlauch erzeugt einen Druckverlust, der ausgeglichen werden muss. Sprich, es muss ein Zusatz-Ventilator her

Der Abluft-Ventilator ist zu stark und der Unterdruck zieht die Wände zusammen: Bei einem zu hohen Unterdruck kann man ihn mit einer aktiven Zuluft ausgleichen. In den meisten Fällen macht es aber mehr Sinn den Abluft-Ventilator mit einem Stufentrafo herunterzuregeln.

Wieviel Abluft-Leistung braucht man?

Abluft-Ventilatoren gibt es in unterschiedlichen Leistungen. Die entscheidende Kennzahl hier ist der Luftdurchsatz, gemessen in m3/h (Kubikmeter pro Stunde). Wie viel Luftumsatz man braucht, richtet sich nach der Größe der Growbox und der Leistung der Beleuchtung.

Die genau Erklärung zur Berechnung der exakt nötigen Abluft je nach Art, Leistung und Effizienz der Lampe würde den Rahmen des Artikels sprengen. Und man müsste dann in Bereiche der Thermodynamik einsteigen. Deswegen sind alle unsere Empfehlungen vorgerechnet, sodass man eine optimale Belüftung bekommt.

Wenn man mit NDL/MHL anbaut, ist der Kauf sehr einfach:

Leistung der NDL/MHL in Watt = Luftdurchsatz des Abluft-Ventilators im Betrieb

Beispiel: Bei einer Lampe mit 400W Leistung muss die Abluft-Anlage 400m3/h an Luft umsetzen. Man hat nun zwei Möglichkeiten:

  1. Abluft-Ventilator mit etwa passendem Luftdurchsatz kaufen: Man spart Geld, nimmt aber dafür verräterischen Lärm in Kauf. Wenn die Growbox aus massivem Holz ist, wird der Lärm etwas gedämmt
  2. Überdimensionierten Ventilator kaufen und mit einem Stufentrafo herunterregeln: Etwas teurer, aber dafür bekommt man eine flüsterleise Stealth-Growbox. Man ist damit auf der sicheren Seite, falls mal Schwiegermutter zu Besuch kommt und die Box nicht hörbar sein soll.

Bei anderen Beleuchtungsarten wie LEDs gibt es keine Faustformel. Da sie unterschiedlich „wenig“ Wärme abstrahlen, brauchen sie grundsätzlich weniger Abluft-Leistung als vergleichbare MHL/NDL Setups.

Welcher Ventilator für welche Leuchte passt, erfährt man in der Abluft-Tabelle. Dort sind alle Leuchten und Leistungen inkl. passender Ventilatoren gelistet.

In der Abluft-Kaufberatung erfährt man kurz und knapp, welchen Ventilator man für sein Setup kaufen muss.

Aktivkohlefilter

Aktivkohlefilter von Prima Klima

Der Aktivkohlefilter sollte in Sachen Leistung immer passend Abluft-Ventilator gekauft werden. Vor allem, wenn man seinen Abluft-Ventilator herunterregeln will, gilt es die 25 % Grenze zu beachten: Ein AKF muss mit mindestens 25 % seines angegebenen Luftumsatzes betrieben werden!

Beispiel: Ein AKF mit 1000m3/h Luftdurchsatz muss in Betrieb mindestens mit 250m3/h betrieben werden. Bei unter 250m3/h fängt der AKF an nicht mehr richtig zu filtern. Geruch tritt aus!

Andersherum besteht das gleiche Problem. Ein AKF kann nur so viel Luftdurchsatz filtern wie angegeben – und nicht mehr. Wird ein zu starker Ventilator angeschlossen, tritt Geruch aus.

Beispiel: Ein Aktivkohlefilter hat maximalen Luftdurchsatz von 800m3/h. Wird nun ein 1000m3/h Lüfter auf voller Leistung angeschlossen, wird Geruch austreten!

Damit sowas nicht passieren kann, gilt diese einfache Faustregel:

AKF mit gleichem oder nächsthöherem Luftdurchsatz wie beim Abluft-Ventilator kaufen.

Mit dieser Regel kann man bspw. beim Einsatz einer Lüftersteuerung die Spannung am Abluft-Ventilator auf bis auf 120V herunterregeln, ohne dass Geruch austreten wird.

Spätestens in der Blütephase werden die Pflänzchen einen extrem starken Geruch verbreiten. Nach wenigen Tagen wird der gesamte Raum und später auch die umliegenden Räume von einem stechenden Grasgeruch erfüllt sein. Das lockt ungebetene Gäste, neugierige Nachbarn und andere Dritte an.

Der Geruch wird sich sogar in Klamotten festsetzen. Kenner (bestimmte Staatsdiener haben solche Erfahrung) können übrigens unterscheiden, ob der Geruch von einem Grower oder von einem Konsumenten stammt.