Belüftung Für Die Growbox

Junior Gong

Junior Gong ist der Gründer von CannabisAnbauen.net vesorgt euch mit den Besten Tipps und Tricks rund um Indoor und Outdoor Growing von Weed.

Cannabis-Pflanzen brauchen beim Indoor-Growing genug Frischluft. Deshalb ist eine passende Belüftungs-Anlage verdammt wichtig. Viele Grower scheitern, wenn es um Zuluft, Abluft, Umluft und vor allem um Geruchsfilterung geht. In diesem Beitrag lernst du alles Wichtige zum Thema Belüftung für deine Growbox.

Wozu überhaupt Belüftung?

Die süßen und wertvollen Cannabis-Pflanzen brauchen neben Nährstoffen und Wasser auch ausreichend Frischluft, um überhaupt wachsen zu können.

Um Wachstum zu erzeugen, brauchen die Pflanzen Kohlendioxid (CO2) aus der Luft. Damit können sie Photosynthese betreiben und überhaupt erst Zellwachstum in Gang setzen. Draußen ist das kein Thema, da die Pflanze durch Wind und Klima ständig frischer Luft ausgesetzt ist. Doch drinnen in einer Growbox muss man selber aktiv werden und für Luftaustausch sorgen.

Weiterhin „schwitzen“ die Cannabis Pflanzen Wasser über die Blätter an die Luft ab. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit in der Growbox. Diese muss abtransportiert werden, damit es nicht zu feucht in der Growbox wird. Ab 70 % Luftfeuchtigkeit besteht Schimmelgefahr!

Auch muss man die Abwärme von der Lampe abtransportieren. Grow Lampen heizen in Betrieb die Luft in der Growbox auf. Mit ausreichend Belüftung schützt man die Kleinen vor zu hohen Temperaturen, sodass sie optimal wachsen können.

Auch muss die Luft im Inneren der Box verteilt werden, sodass kein Hotspot direkt unter dem Licht entsteht. Zudem hilft es den Pflanzen, wenn hin und wieder eine leichte Brise um sie herum weht. Sie bilden dadurch einen kräftigeren Stamm und dichteres Blattwerk.

Was Braucht Man alles?

Um Cannabis beim Indoor Anbau mit Frischluft zu versorgen, braucht man eine Belüftungs-Anlage für die Growbox. Man kann die Komponenten entweder einzeln kaufen oder mit einem Abluft-Komplettset alle Teile im Paket kaufen.

Die absolute Mindest-Ausstattung:

  • Abluft-Ventilator: Pustet die verbrauchte Luft aus der Growbox und saugt gleichzeitig frische Luft an
  • Aktivkohlefilter: Filtert den verräterischen Cannabis Geruch aus der ausgehenden Luft
  • Luftschlauch: Verbindet den Aktivkohlefilter und Abluft-Ventilator mit der Abluft-Öffnung
  • Umluft-Ventilator: Verteilt die Luft in der Growbox und erzeugt eine leichte Brise

Für Anfänger und wenn man seinen ersten Grow macht, ist diese Mindest-Ausstattung vollkommen ausreichend.

Optional kann man folgendes kaufen:

In 99 % der Fälle braucht man kein Zuluft-Ventilator. Der Abluft-Ventilator erzeugt ein Unterdruck in der Growbox, sodass Frischluft von allein angesaugt wird.

Nur wenn man Frischluft aus einem anderen Raum oder über ein Fenster ansaugen will oder wenn man einen größeren Grow-Raum hat, muss ein Zuluft-Ventilator her.

Falls man die Lautstärke senken will, kann man einen Dimmer für die Abluft kaufen. Später, wenn man etwas Erfahrung gesammelt hat, kann man auf einen automatischen Klima-Controller aufrüsten.

Für die ersten 3 – 5 Grows empfehle ich die Lüftung höchstens manuell zu regeln, sodass man erstmal ein Gefühl für Temperatur und Luftfeuchtigkeit bekommt.

Kaufempfehlungen

Wer nicht lange lesen, sondern einfach nur das perfekt passende Equipment kaufen will, bekommt hier unsere absoluten Kaufempfehlungen.

Tipp: Statt alles einzeln zu kaufen, einfach zu einem Abluft-Komplettset greifen. Dort ist alles aufeinander abgestimmt. Gleichzeitig spart man etwas Geld gegenüber dem Einzelkauf.

Abluft-Ventilator

Unser Testsieger ist die S&P TD Silent Ventilator-Serie aus dem Hause Soler & Palau. Diese sind bereits schallgedämpft und sehr hochwertig verarbeitet.

Im Vergleich zu nicht-schallgedämpften Ventilatoren sind die S&P Silent sehr leise. Gerade man den Lüfter auf niedrigster Stufe betreibt, kann man damit die Lautstärke auf PC-Lüfter Niveau drücken.

Durch ihre längliche Form nehmen sie weniger Höhe weg als andere Modelle. Dafür muss man meist Ventilator und Aktivkohlefilter im 90º Winkel mittels eines Alu-Flexrohr verbinden, da sie „an einem Stück“ zu lang sind.

Top-Empfehlung
S&P TD Silent 125mm - 260/330 m³/h
S&P TD Silent 125mm - 260/330 m³/h
von Soler & Palau
€ 219,90 bei Grow-Shop24.de

Schallgedämmter Ventilator - optimal für Abluft aus der Growbox. Rohrdurchmesser 125mm. Zwei Leistungsstufen: 200m3/h und 250m3/h. Passender Aktivkohlefilter: Prima Klima Eco Line K2600-125.

Tipp: Direkt im Silent-Abluft Komplettset kaufen und gegenüber Einzelkauf sparen.

Varianten

Die Lüfter von Ventilution sind perfekt für Sparfüchse geeignet. Es gibt drei Modelle mit 100 mm, 125 mm und 160 mm Durchmesser. Das größte Modell ist maximal für 100×100 cm Growboxen und dazu empfohlene Lampen geeignet. Wer eine größere Box hat, muss zum S&P Lüfter greifen.

Großer Vorteil ist die kompakte Bauform. Mit 25 cm bzw. 29 cm Länge passen sie ohne Probleme samt Aktivkohlefilter in kleinere Growboxen. Wer eine Mini-Growbox betreibt, kann den Lüfter außerhalb der Box platzsparend anbringen.

Nachteil der Ventilution Modelle ist der hohe Lärmpegel. Der Lüfter wird deutlich zu hören sein, als ob sich jemand im Raum nebenan die Haare föhnen würde. Wer es nicht ganz so laut haben will, kann ein nächstgrößeres Modell kaufen und auf niedrigster Stufe laufen lassen. Optional kann man einen Stufentransformator dazu kaufen und es noch leiser machen.

Low Budget
Ventilution Mixed In-Line, 220/280m³/h
Ventilution Mixed In-Line, 220/280m³/h
von Ventilution
€ 54,90 bei Grow-Shop24.de

Günstiger Ventilator - optimal für Abluft aus der Growbox. Rohrdurchmesser 125mm. Zwei Leistungsstufen: 220m3/h und 280m3/h. Passender Aktivkohlefilter: Prima Klima Eco Line K2600-125.

Tipp: Direkt im Abluft Komplettset Eco kaufen und gegenüber Einzelkauf sparen.

Varianten

Meine High End Empfehlung ist der Prima Klima EC Ventilator. Dieser ist eine eigene Liga in Sachen Abluft-Ventilatoren. Nicht nur, dass er hochwertig verarbeitet und sehr laufruhig ist. Er hat sogar eine eingebaute Temperatur-Steuerung.

Die kleinste 125 mm Variante hat stolze 680m3/h Luftdurchsatz. Das reicht locker für eine 600W NDL oder ähnliche LED Lampen. Für kleinere Setups eignet er sich ebenfalls, da man stufenlos herunterregeln kann. Dank EC Motor gibt es keinerlei Brummgeräusche auf niedrigen Stufen.

Die gesamte Klima-Steuerung ist am Gehäuse verbaut. Mit drei Reglern stellt man eine Wunsch-Temperatur, eine Mindest- und Maximaldrehzahl ein. So kann man ein extrem leises bzw. fast lautloses Setup aufbauen.

Aktivkohlefilter

Ich empfehle zu den Aktivkohlefiltern von Prima Klima zu greifen. Der tschechische Hersteller ist extrem bekannt in der Industrie. Prima Klima hat sich in den letzten 10 Jahren zu DER Marke schlechthin für Grower entwickelt.

Die meisten Grower werden zur Eco-Line Serie greifen. Dort sind Modelle in allen typischen Rohrdurchmessern von 100 bis 250 mm erhältlich. Sie decken damit alle möglichen Growbox-Größen ab.

Praktisch: Das Vorvlies aller Prima Klima AKFs hat die gleiche Lebensdauer wie der AKF selber. So muss man sich nicht separat um den Austausch kümmern. Beides wird gleichzeitig ersetzt.

Der AKF wird stets passend zum Ventilator gekauft. Er muss den gleichen Rohr-Durchmesser und den gleichen oder nächst höheren Luftdurchsatz haben.

Abluft-Schlauch

Als Lüftungsrohr gibt es entweder ein normales oder schallgedämpftes Alu-Flexrohr. Es muss den gleichen Durchmesser wie der Abluft-Ventilator und der Aktivkohlefilter haben. Falls die Lautstärke der Growbox keine Rolle spielt, reicht ein gewöhnliches Alu-Flex Rohr.

Für Silent Setups greift man zum schallgedämmten Schlauch von Sonodec. Man sollte beachten, dass die Schalldämmung-Ummantelung den Schlauch etwa 6 cm dicker macht. Bei kleineren Growboxen kann das schnell zu eng werden.

Umluft-Ventilator

Je nach der Growbox Größe empfehle ich unterschiedliche Umluft-Ventilatoren. Für 40×40 cm ist der atkp_product id=’16148′ link=’yes‘]GHP Clip-Ventilator[/atkp_product] optimal. Für 60×60 cm und 80×80 cm Growboxen empfehle ich den Monkey Fan 20W Clip-Ventilator. Für alle Boxen ab 100×100 cm ist ein Monkey Fan 20W Clip-Ventilator optimal. Bei 240×120 cm braucht man zwei davon

Lüftersteuerung

Für die meisten Grower empfehle ich den fertig verkabelten Systemair Stufentransformator. Dieser wird einfach zwischen Ventilator und Steckerleiste geschlossen. Das Gerät ist nicht nur spritzwassergeschützt, sondern hat auch einen Motorschutz für den Ventilator verbaut. Entsprechend ist er mit 150 EUR etwas teuer.

Wer ein niedriges Budget hat und mit Elektrik umgehen kann, kann zum SCNR5 Stufentrafo 0,45A greifen. Dieser ist für Wandmontage gedacht und wird unverkabelt geliefert. Der Betrieb erfolgt somit auf eigenes Risiko. Er ist maximal für mittlere Lüfter mit maximal 0,45 A gedacht. Dafür ist er super günstig.

Elektriker, die wissen, was sie machen, können zu einem offenen Stufentrafo greifen. Das ist die günstigste aber auch aufwendigste Variante. Man muss alles selber verkabeln. Geschaltet wird, indem die Ader umgesteckt wird. Damit ist das nur was für Elektriker, und nicht für Anfänger!

Automatische Klima-Controller

In der Grow Community haben sich die GSE Klimacontroller bewährt. Diese sind speziell zur Steuerung von Ventilatoren in der Pflanzenzucht entwickelt. Der Anschluss ist extrem einfach, da alle Modelle Steckdosen haben, an die die Ventilatoren angeschlossen werden.

Es gibt zwei Bauarten: Stufentransformator und stufenlose Steuerung. Vorteil der Stufentrafo-Modelle sind, dass sie absolut lautlos sind. Dafür haben sie 5 bis 6 Regel-Stufen und sind relativ teuer. Die stufenlosen Steuerungen sind flexibler in der Einstellung und relativ günstig. Dafür erzeugen sie deutlich hörbare Brumm-Geräusche.

Abluft-Komplettset

Falls die Growbox leise sein soll, gibt es auch Silent Komplettsets. Der Abluft-Ventilator von Soler & Palau ist schallgedämmt und hat zwei Leistungsstufen. Der AKF ist von Prima Klima und perfekt auf den jeweiligen Ventilator abgestimmt. Der Luftschlauch ist von Sonodec und speziell schallgedämmt. Da die Komponenten sehr hochwertig sind, zahlt man für die niedrigere Lautstärke etwas drauf.

Frischluft Für die Pflanzen

Was für uns Menschen der Sauerstoff (O2) ist, ist für Pflanzen das Kohlendioxid. CO2. Sie brauchen es zum Überleben. Zusammen mit Nährstoffen aus der Erde, Wasser und der Lichtenergie erzeugen sie ihre Zellen. Und als „Abfallprodukt“ erzeugen sie Sauerstoff.

Würde man die Luft in der Growbox nicht (schnell genug) austauschen, würde die CO2 Konzentration sinken. Und damit hätte die Pflanze immer weniger zum Atmen. Mit der Abluft Anlage wird das gelöst. Der erzeugte Sauerstoff wird abtransportiert und gleichzeitig frisches CO2 in die Growbox angesaugt.

Neben dem CO2 scheidet die Pflanze auch Wasser über die Blätter aus. Die sogenannten Stomata an den Blattunterseiten „schwitzen“ Wasser, dass dann in der Luft landet. Damit das ungehindert passieren kann, muss die Luftfeuchtigkeit um die Blätter herum niedrig genug sein.

Würde man die Growbox nicht belüften, würde die Luftfeuchtigkeit in der Box schnell in die Höhe schießen. Nicht nur, dass man damit den Erzfeind Schimmel in die Box lockt – der Wasserausstoß der Pflanze wird damit verlangsamt. Und das bremst den gesamten Stoffwechsel. Sprich die Pflanze kann an den Wurzeln kein Wasser aufnehmen, da das Wasser in den Blättern nicht transpirieren kann.

Optimale Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Belüftung der Growbox hat großen Einfluss aus das Klima in der Growbox. Je nachdem wie stark die Abluft läuft (sprich wie viel Kubikmeter Luft pro Stunde ausgetauscht wird), werden Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausfallen.

Wir erinnern uns an optimale Werte beim Cannabis Anbau:

PhaseTemperaturLuftfeuchtigkeit
Anzuchtphase23 bis 26 ºC40 bis 60 %
Wachstumsphase20 bis 30 °C40 bis 70 %
Blütephase18 bis 26 °C40 bis 50 %
Ende der Blütephase18 bis 26 °C< 40 %
Temperaturunterschied zwischen Licht und Dunkelphasemaximal 8 °C
Zur Erinnerung: Optimale Temperaturen beim Cannabis Grow

Wird zu wenig Luft ausgetauscht, kann die Temperatur zu stark ansteigen. Gerade, wenn die Lampe sehr heiß wird, kann es zu Hitzestau kommen. Und das schadet der Pflanze.

Ab 40 °C zersetzen sich die ersten Eiweiße in der Pflanze. Und da die Pflanze dann versucht diese zu reparieren, kann sie nicht weiter wachsen. Ab 42 °C werden die Schäden in der Pflanze irreversibel und die beschädigten Teile können sich nicht mehr erholen

Wenn die Abluft-Anlage zu schwach ist, hilft nichts anderes als einen stärkeren Lüfter kaufen. Es hilft schon bei der Planung der Growbox die Abluft passend zu dimensionieren, sodass man später keine Probleme bekommen. Nicht vergessen: Wer billig kauft, kauft zweimal!

Wird zu viel Luft ausgetauscht, ist das ein weitaus kleineres Problem. Solange die Zuluft warm genug ist, wird man keine Temperatur-Probleme bekommen. Manchmal kann es passieren, dass die Luftfeuchtigkeit zu stark sinkt. Das ist aber schnell behoben, indem man paar Schüsseln mit Wasser in der Growbox aufstellt oder einen kleinen Luftbefeuchter aufstellt.

Wenn die Abluft-Anlage zu stark ist, kann man eine Lüftersteuerung kaufen und den Ventilator runterregeln. Als netten Bonus-Effekt wird die Growbox leiser gemacht. Gleichzeitig kann man damit beim späteren Trocknen in der Growbox die Abluft so senken, dass die Buds nicht zu schnell trocknen.

Man darf nicht vergessen das Zimmer, in dem die Growbox steht, ausreichend oft zu lüften. Schließlich ist das die Luft, die später in die Growbox gezogen wird.

Im Hochsommer muss man aufpassen, dass es nicht zu heiß in der Wohnung wird. Dazu sollte man ab 10 Uhr nur stoßweise lüften und sonst die Fenster geschlossen halten. Erst ab abends kann man die Fenster wieder aufreißen. So stellt man sicher, dass die Zuluft für die Pflanzen ausreichend kühl bleibt.

Zu kalte Zuluft ist genauso schädlich. Da die Zuluft Öffnung ganz unten an der Box ist, trifft die kalte Luft direkt auf die Töpfe und kühlt sie runter. Dadurch werden das Wachstum der Wurzeln und deren Nährstoffaufnahme verlangsamt. Wurzeln mögen die gleiche Temperatur, wie die oberen Teile der Pflanze: 20-25 ºC.

Tipp: Hier hilft es einen Clip-Ventilator auf die Zuluft-Öffnung zu richten, sodass die warme Luft von oben den Luftstrom aufheizt.

Luft-Bewegung muss her

Ein Umluft-Ventilator wird oft unterschätzt, ist ein Muss für die Growbox. Einmal passend ausgerichtet, kann er die Luft in der Box umwälzen und damit Temperatur und Luftfeuchtigkeit gleichmäßiger verteilen.

So kann man heiße Areale, vor allem direkt unter der Pflanze, schnell und einfach verhindern. Auch werden durch die Luftbewegung mögliche Wasserablagerungen verhindert. Diese können entstehen, falls die Luftfeuchtigkeit wider Erwarten zu hoch ansteigt.

Gleichzeitig erzeugt die Umluft eine kleine Brise um die Pflanzen herum, was eine Art positiven Stress erzeugt. Der Stamm wird damit hin und her bewegt und damit zu mehr Wachstum angeregt.

Mehr dazu im Umluft-Artikel

Aktive Zuluft meist unnötig

In 99 % der Fälle keinen Zuluft-Ventilator. Bei einem typischen Growbox-Setup reicht der Abluft-Ventilator, um genug Unterdruck, um frische Luft anzusaugen. Dennoch gibt es Ausnahmen.

In bestimmen Ausname-Fällen muss eine aktive Zuluft für die Growbox her:

Die Luft im Zimmer mit der Growbox ist zu kalt, zu warm oder zu feucht. Dann muss Zuluft aus einem anderen Zimmer oder von draußen mit einem Luftschlauch angesaugt werden. Der Zuluft-Schlauch erzeugt einen Druckverlust, der ausgeglichen werden muss. Sprich, es muss ein Zusatz-Ventilator her

Der Abluft-Ventilator ist zu stark und der Unterdruck zieht die Wände zusammen: Bei einem zu hohen Unterdruck kann man ihn mit einer aktiven Zuluft ausgleichen. In den meisten Fällen macht es aber mehr Sinn den Abluft-Ventilator mit einem Stufentrafo herunterzuregeln.

Wie Groß Müssen Luftöffnungen sein?

Ich empfehle das Zuluft-Loch mindestens doppelt so groß wie das Abluft-Loch zu machen. Anderenfalls bekommt man sehr einen starken Luftstrom an der Zuluft. Das kann zu unangenehm für die Pflanzen werden.

Die Größe der Abluft-Öffnung richtet sich nach dem Rohrdurchmesser des Ventilators. Hat der Ventilator ein 125 mm Durchmesser, sollte der Luftauslass genauso groß sein. Danach kann man die Zuluft-Fläche über die Kreisflächen-Formel mittels Dreisatz bestimmen:

Formel für Kreisfläche: A (Kreis) = pi × r^2

Bei Durchmesser von 12,5cm ergibt das: pi × (125/2)^2 = 122,718 cm2

Doppelte Fläche davon: 245,436 cm2 -> so groß muss die Zuluft sein

Will man eine runde Zuluft Öffnung machen, kann man wieder rückwärts rechnen und den Durchmesser der Zuluft berechnen.

Radius Zuluft Rechnung: r = Wurzel aus 245,436/pi = 8,839cm2

Durchmesser Zuluft: d = r × 2 = 17,678cm

Ergebnis: Hat die Abluft 125 mm Durchmesser, muss eine runde Zuluft-Öffnung einen Durchmesser von etwa 176 mm haben.

Achtung: Viele Grower machen den Fehler und nehmen doppelten Durchmesser für die Zuluft. Gemeint ist aber doppelte Fläche!

Abluft Dimensionieren

Abluft-Ventilatoren gibt es in unterschiedlichen Leistungen. Die entscheidende Kennzahl hier ist der Luftdurchsatz, gemessen in m3/h (Kubikmeter pro Stunde). Wie viel Luftumsatz man braucht, richtet sich nach der Größe der Growbox und der Leistung der Beleuchtung.

Die genau Erklärung zur Berechnung der exakt nötigen Abluft je nach Art, Leistung und Effizienz der Lampe würde den Rahmen des Artikels sprengen. Und man müsste dann in Bereiche der Thermodynamik einsteigen. Deswegen sind alle unsere Empfehlungen vorgerechnet, sodass man eine optimale Belüftung bekommt.

Wenn man mit NDL/MHL anbaut, ist der Kauf sehr einfach:

Leistung der NDL/MHL in Watt = Luftdurchsatz des Abluft-Ventilators im Betrieb

Beispiel: Bei einer Lampe mit 400W Leistung muss die Abluft-Anlage 400m3/h an Luft umsetzen. Man hat nun zwei Möglichkeiten:

  1. Abluft-Ventilator mit etwa passendem Luftdurchsatz kaufen: Man spart Geld, nimmt aber dafür verräterischen Lärm in Kauf. Wenn die Growbox aus massivem Holz ist, wird der Lärm etwas gedämmt
  2. Überdimensionierten Ventilator kaufen und mit einem Stufentrafo herunterregeln: Etwas teurer, aber dafür bekommt man eine flüsterleise Stealth-Growbox. Man ist damit auf der sicheren Seite, falls mal Schwiegermutter zu Besuch kommt und die Box nicht hörbar sein soll.

Bei anderen Beleuchtungsarten wie LEDs gibt es keine Faustformel. Da sie unterschiedlich „wenig“ Wärme abstrahlen, brauchen sie grundsätzlich weniger Abluft-Leistung als vergleichbare MHL/NDL Setups.

Welcher Ventilator für welche Leuchte passt erfährt man in der Abluft-Tabelle. Dort sind alle Leuchten und Leistungen inkl. passender Ventilatoren gelistet.

In der Abluft-Kaufberatung erfährt man kurz und knapp, welchen Ventilator du für dein Setup kaufen musst.

Aktivkohlefilter

Aktivkohlefilter von Prima Klima

Der Aktivkohlefilter sollte in Sachen Leistung immer passend Abluft-Ventilator gekauft werden. Vor allem, wenn man seinen Abluft-Ventilator herunterregeln will, gilt es die 25 % Grenze zu beachten: Ein AKF muss mit mindestens 25 % seines angegebenen Luftumsatzes betrieben werden!

Beispiel: Ein AKF mit 1000m3/h Luftdurchsatz muss in Betrieb mindestens mit 250m3/h betrieben werden. Bei unter 250m3/h fängt der AKF an nicht mehr richtig zu filtern. Geruch tritt aus!

Andersherum besteht das gleiche Problem. Ein AKF kann nur so viel Luftdurchsatz filtern wie angegeben – und nicht mehr. Wird ein zu starker Ventilator angeschlossen, tritt Geruch aus.

Beispiel: Ein Aktivkohlefilter hat maximalen Luftdurchsatz von 800m3/h. Wird nun ein 1000m3/h Lüfter auf voller Leistung angeschlossen, wird Geruch austreten!

Damit sowas nicht passieren kann, gilt diese einfache Faustregel:

AKF mit gleichem oder nächsthöherem Luftdurchsatz wie beim Abluft-Ventilator kaufen.

Mit dieser Regel kann man bspw. beim Einsatz einer Lüftersteuerung die Spannung am Abluft-Ventilator auf bis auf 120V herunterregeln, ohne dass Geruch austreten wird.

Spätestens in der Blütephase werden die Pflänzchen einen extrem starken Geruch verbreiten. Nach wenigen Tagen wird der gesamte Raum und später auch die umliegenden Räume von einem stechenden Grasgeruch erfüllt sein. Das lockt ungebetene Gäste, neugierige Nachbarn und andere Dritte an.

Der Geruch wird sich sogar in Klamotten festsetzen. Kenner (bestimmte Staatsdiener haben solche Erfahrung) können übrigens unterscheiden, ob der Geruch von einem Grower oder von einem Konsumenten stammt.

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