Beste Beleuchtung für Indoor Growing 2020

Junior Gong

Junior Gong ist der Gründer von CannabisAnbauen.net vesorgt euch mit den Besten Tipps und Tricks rund um Indoor und Outdoor Growing von Weed.

Die Beleuchtung ist einer der wichtigsten und gleichzeitig komplexesten Aspekte beim Indoor Cannabis Anbau. Ich möchte in diesem Artikel alles über dieses Thema so einfach wie möglich beibringen. Hier erfährt man genau, welche Lampen und Ausrüstung man braucht, wie viele Stunden Licht pro Tag für die Pflanzen am besten sind und welche Rolle die Lichtfarbe und Lumen bei der Auswahl des richtigen Leuchtmittels spielen.

Kaufempfehlungen

Allen Growern kann ich mittlerweile empfehlen: Direkt zu LED Lampen greifen. Nur in speziellen Fällen (Mini-Grows oder Outdoor Vorzucht) können Leuchtstoffröhren Sinn machen. Die klassische MHL/NDL Kombo macht nur Sinn, wenn man kostenlosen Strom bezieht, was ja eher selten der Fall ist.

Unsere Top-Kaufempfehlung ist die Sanlight Q-Serie. Der Hersteller aus Österreich bietet mit den hochwertigen LEDs extrem hochwertiges Farbspektrum, eine sensationelle Ausleuchtung und die aktuell effizienteste fertig zusammengebaute LED Growlampe auf dem Markt.

Wer ein kleines Budget hat, der greift zur Mars Hydro TS Serie. Diese neue Quantum Board Version des fairen China-Herstellers hat uns im TSW 2000 Testbericht extrem positiv überrascht.

Wer das absolut Beste vom Besten haben will, greift zur Pro Emit sunflow Reihe. Der wuchtige Preis von 679 EUR ist zwar hoch. Man bekommt aber extrem hochwertige CREE LEDs, stufenlose Dimmung und sensationelle Verarbeitung.

Testsieger

Aktuell ist meine klare Kaufempfehlung die Sanlight Q-Serie. Sie ist unser Nummer Eins Empfehlung nicht nur unter LED Pflanzenlampen, sondern sogar im Vergleich zu allen anderen Arten von Beleuchtung.

Seit November 2019 ist eine verbesserte und noch effizientere 2. Generation der Q-Serie erhältlich. Nun hat man nochmal etwa 10 % mehr Leistung und damit eine extra Portion Licht. Zudem sind die Module nun dimmbar, wofür ein separates Gerät gebraucht wird (voraussichtlich ab Q1 2020 erhältlich).

Großes Plus: Der Hersteller ist 100 % transparent in den technischen Angaben und stellt für alle Modelle und Growbox Größen PPFD Messungen zur Verfügung. So weiß man als Grower genau, wie viel Licht auf welcher Fläche man bekommt.

Alle Panels werden in Österreich hergestellt. Zum Einsatz kommen sehr hochwertige Osram LEDs. Die LED-Module lassen sich beliebig miteinander kombinieren, sodass man die Growbox perfekt ausleuchten kann. Dadurch kostet es aber auch mehr. Es gibt 3 Jahre Garantie vom Hersteller.

Je nach Fläche braucht man unterschiedliche Modelle und eine unterschiedliche Anzahl von Modulen. Unsere Empfehlungen weichen etwas von den offiziellen Sanlight Empfehlungen ab und sind quasi ein Mittelweg zwischen niedrigem Stromverbrauch und maximaler Ernte.

Testsieger
Sanlight Q4W LED 165W - 2. Generation
Sanlight Q4W LED 165W - 2. Generation
von Sanlight
€ 464,90 bei Grow-Shop24.de

Die aktuell beste LED Pflanzenlampe. Hochwertige Osram LEDs verbaut und lautlose Kühlung.

Varianten
  • Einfache Bedienung
  • Hochwertige Osram LEDs
  • Sehr niedriger Stromverbrauch
  • Sehr gute Ausleuchtung
  • Sehr gutes Farbspektrum
  • Absolut Geräuschlos
  • Modular kombinierbar
  • Günstiger Dimmer
  • Hergestellt in Österreich
  • 3 Jahre Garantie
  • Hoher Anschaffungspreis
  • Mit 13cm etwas hoch

Low Budget

Als Low Budget Pflanzenlampe empfehle ich die Mars Hydro TS Serie. Diese Grow LEDs sind ideal für Sparfüchse, da man ein solides Quantum Board zu einem fairen Preis bekommt, das sogar dimmbar ist.

Seit 2019 hat Mars Hydro eine neue TS Serie auf dem Markt, die als Quantum Board aufgebaut ist (mehr dazu unten). Der Preis kann sich sehen lassen und die Lichtleistung ist dafür mehr als fair. Mars Hydro ist voll transparent und stellt PPFD Grafiken bereit, um sich einen fairen Eindruck verschaffen zu können.

Verbaut sind Epistar SMD LED Chips, die etwa im unteren Mittelfeld einzuordnen sind. Die Boards sind passiv gekühlt und damit vollkommen geräuschlos. Sie lassen sich allesamt dimmen, allerdings braucht man dazu einen Schraubenzieher. Das ist etwas umständlich, bei den Preisen aber verzeihbar.

Durch die Quantum Board Technologie können die Pflanzen extrem nah an die Lampe, sodass man gerade bei kleineren Growboxen die Höhe voll ausnutzen kann. Leider werden die Ränder nicht ganz so gut ausgeleuchtet, was ein Nachteil von diesem Aufbau ist.

Auch wenn der Hersteller bzw. die Marke aus China ist, bekommt man durch den offiziellen deutschen Händler drei Jahre Garantie. Wichtig ist bei dem deutschen Händler (unten verlinkt) und nicht direkt aus China zu kaufen, sodass man die deutsche Garantie bekommt.

Low Budget
MARS HYDRO TS 1000 LED (150W)
MARS HYDRO TS 1000 LED (150W)
von Mars Hydro
€ 123,99 bei eBay
  • Manuell dimmbar
  • Pflanzen können nah ran dank Quantum Board Design
  • Garantie-Partner in Deutschland
Varianten
  • Halbwegs gute Epistar LEDs
  • Lautlose Kühlung
  • Können sehr nah an die Pflanze
  • Günstiger Preis
  • 3 Jahre Garantie
  • Dimmung umständlich
  • Ränder schwach ausgeleuchtet

High End

An der Spitze ist unsere High End Empfehlung: Die Pro Emit sunflow 150W. Es kommt der aktuell effizienteste COB LED-Chips zum Einsatz: CREE CXB 3590 LEDs.

Die sunflowPro Variante ist 100 EUR teurer und bietet ein paar Komfort-Funktionen. Sie lässt sich mittels Smartphone App steuern und sogar programmieren. So spart man sich die Zeitschaltuhr, um den Lichtzyklus einzustellen.

Ein sunflow Modul ist für eine 60x60cm Fläche ausgelegt. Für größere Flächen lassen sie sich modular miteinander verbinden und steuern. Dazu muss man zur sunflowPro greifen. Um Geld zu sparen, kann man direkt zu 2er und 4er Bundles greifen.

Mit 680 EUR ist die sunflow LED Leuchte verdammt teuer. Dafür bietet sie das beste Farbspektrum und die höchste Effizienz auf dem Markt. Und das alles inkl. 5 Jahre Garantie. Man kann ohne Zweifel die Pro Emit sunflow als den „Mercedes“ unter LED Grow Lampen bezeichnen.

Einen detaillierten Erfahrungsbericht zu allen Pro Emit Leuchten gibt es hier.

High End
Pro Emit sunflow 150W LED
Pro Emit sunflow 150W LED
von Pro Emit
€ 679,00 bei Pro Emit
  • Spitzenqualität: Cree CXB 3590 LEDs
  • Stufenlos dimmbar
  • 5 Jahre Garantie
  • Made in Germany!
Varianten
  • Effizienteste LEDs verbaut
  • Extrem gutes Farbspektrum
  • Absolut Geräuschlos
  • Stufenlos dimmbar
  • Bluetooth Steuerung (Pro-Variante)
  • Extrem hochwertige Verarbeitung
  • Made In Germany
  • 5 Jahre Garantie
  • Teuerer Anschaffungspreis

Für Outdoor Vorzucht

Wenn man viele Pflanzen für einen Outdoor Grow vorziehen will, sind Leuchtstoffröhren die beste Wahl. Sie sind super günstig, relativ lang, verbrauchen kaum Strom und können sehr nah an die Pflanzen ran. Da die Pflanzen bei der Vorzucht nicht so hoch werden, ist die schlechte Tiefenwirkung zu vernachlässigen.

Bei Growboxen bis 80x80cm Fläche empfehle ich zu Kompakt-Leuchtstoffröhren (PL-Ls) zu greifen. Diese haben eine etwas bessere Tiefenwirkung und eine kompaktere Bauform. Ab 100x100cm sind klassische T5 Leuchtstoffröhren (LSR) besser geeignet.

Ich empfehle eine fertige Armatur zu kaufen, bei denen Reflektor, Vorschaltgerät und Fassungen bereits integriert sind. Für PL-Ls empfehle ich die Elektrox Stecklingsarmatur für bis zu 4 Röhren. Für T5 Leuchtstoffröhren sind die Lightwave und Hydrofarm Armaturen ideal, um große Flächen für die Vorzucht auszuleuchten.

Praktisch: Bei allen Armaturen sind passende Leuchtmittel für die Wachstumsphase direkt dabei.

Lightwave T5 Armatur 60cm (2x24W)
Lightwave T5 Armatur 60cm (2x24W)
von Growth Technology
€ 89,05 bei Amazon.de

Ideale Armatur wo Reflektor und Vorschaltgerät bereits verbaut sind. Es sind zwei T5 Röhren für die Wachstumsphase bereits dabei.

Varianten
  • Werden nicht heiß
  • Niedrige Stromkosten
  • Große Fläche kann ausgeleuchtet werden
  • Kompakte Bauform
  • Günstiger Anschaffungspreis
  • Niedrige Leuchtkraft
  • Sehr niedrige Tiefenwirkung
Elektrox Stecklingsarmatur für 2 x 55W Leuchtstoffröhren
Elektrox Stecklingsarmatur für 2 x 55W Leuchtstoffröhren
€ 54,90 bei Amazon.de

PL-L Armatur, mit der man sofort loslegen kann. Reflektor und Vorschaltgerät sind mit verbaut. Passende Leuchtmittel für Wuchs und Blüte können direkt mitbestellt werden.

Varianten: Taifun 2x 36W | Elektrox 2x 55W | Elektrox 4x 55W

In der Leuchtstoffröhren-Kaufberatung erfährt man kurz und knapp, welche Sachen man kaufen muss.

Ohne Licht geht es Nicht

Die kurze und vereinfachte Erklärung: Cannabis braucht Licht zum Wachsen – wie jede andere Pflanze. Nur mit genug Lichtenergie kann die Pflanze neue Zellen bilden. Je mehr Licht die Pflanze bekommt, desto mehr kann sie wachsen. Und je größer die Pflanze ist, desto mehr Buds kann sie später bilden.

Der Vorgang, bei dem das Licht in Energie zum Wachsen umgewandelt wird, nennt sich Photosynthese. Die Photosynthese ist quasi der „Stoffwechsel“ der Pflanze. Sie wandelt Lichtenergie in chemische Energie um. Diese wiederum nutzt sie, um ihre Zellen aufzubauen.

Entscheidend dabei ist ein Stoff namens Chlorophyll. Dieser steckt in den Zellen und gibt der Pflanze die grüne Farbe – deswegen auch „Blattgrün“ genannt. Dort findet die Photosynthese statt.

Die Pflanze nimmt Kohlendioxid (CO2) aus der Luft, Wasser (samt Nährstoffe) über die Wurzeln und Lichtenergie über das Chlorophyll auf den Blättern auf. Durch chemische Prozesse in der Pflanze wird alles in Zuckerbausteine (aus denen wiederum die Pflanze Zellen baut) verarbeitet. Sauerstoff (O2) wird über die Blätter als „Abfallprodukt“ abgegeben.

CO2 + Lichtenergie + Wasser = Zucker + O2

Grundsätzlich gilt: Je mehr Leuchtkraft die Pflanzen abbekommen, desto mehr Nährstoffe können sie verarbeiten und in Wachstum umsetzen. Resultat: dickere Blüten, bessere Ernte und ein höherer THC-Gehalt.

Welches Licht ist am Besten?

Cannabis liebt viel Licht. Ihre Stoffwechselfunktionen laufen am besten, wenn sie Licht in der richtigen Intensität (also Helligkeit) und passende Wellenlängen (Farbtemperatur bzw. Farbspektrum) erhält, weil so ihre Photosynthese auf dem Maximum laufen kann.

Wenn man Cannabis Indoor hochziehen will, muss künstliches Licht her. Er reicht nicht einfach die Pflanze unter eine Schreibtischlampe zu stellen. Denn wie jede andere Pflanze braucht Cannabis nicht nur eine große Menge an Licht, sondern auch das richtige Licht.

Entscheidend ist nicht unbedingt was für eine Lampe leuchtet, sondern was für ein Licht sie abgibt.

Hier zählen zwei Punkte: Eine für Cannabis geeignete Lampe muss die passende Farbtemperatur (bzw. Farbspektrum) haben und genug Helligkeit (bzw. genug Leistung) bieten, sodass die Pflanze diese Bestandteile in Wachstum umsetzen kann.

Kriterien für gutes Pflanzen-Licht:

  1. Passendes Licht:
  2. Ausreichendes Licht:
    • Helligkeit: 15.000 – 30.000 Lumen in Wuchs, 30.000 – 50.000 in Blüte
    • PPFD: 300 – 600 µmol/m²/s in Wuchs, 470 – 930 µmol/m²/s in Blüte

Farbtemperatur

Licht ist nicht gleich Licht. Es ist einem bestimmt schonmal aufgefallen, dass manche Birnen eher rötlich-warmes Licht ausstrahlen, andere wiederum eher kalt-weißes Licht. Wie das ausgegebene Licht am Ende aussieht, wird als Farbtemperatur ausgedrückt. Die Farbtemperatur wird in Kelvin (K) gemessen und wird bei vielen Leuchtmitteln immer auf der Packung angegeben.

Die Farbtemperatur kann als eine Art Qualität des Lichts verstanden werden.

ESL mit 125W und 6500K Farbtemperatur
Die Farbtemperatur ist meist auf der Packung angegeben

Wir Menschen sehen nicht nur die Farbtemperatur, sondern spüren auch den Unterschied. Bei Pflanzen hat das sogar einen weitaus größeren Einfluss, da es ihre „Nahrung“ ist. Je nach Stadium der Pflanze verlangt sie eine andere Farbtemperatur.

Damit Cannabis Pflanzen optimal wachsen, brauchen sie für Wachstumsphase und Blütephase unterschiedliche Farbtemperaturen. In der Wachstumsphase mögen die Pflanzen eher weißes, kälteres Licht. In der Blütephase bevorzugen sie eher rötliches Licht

WachstumsphaseBlütephase
6500K3500K
Cannabis Pflanze und Beleuchtung beim Indoor Anbau
Links: Wachstumsphase mit eher weißem Licht | Rechts: Blütephase mit eher rötlichem Licht

Bei vielen „oldschool“ Lampen wie MHL/NDL und Leuchtstoffröhren muss man zwei separate Leuchten kaufen. Eine für Wuchs, eine für Blüte. Bei LED ist es anders.

Heutzutage sind fast alle empfohlenen LED Pflanzenlampen sogenannte Vollspektrum Lampen. Dort werden mehrere Arten von Leuchtdioden gemischt. So ist die Leuchte für Wachstums- und Blütephase geeignet. Es muss nichts mehr umgeschaltet werden.

Farbspektrum

Das Farbspektrum misst im Prinzip das gleiche wie Farbtemperatur, ist aber genauer und „ausführlicher“. Dabei werden alle Anteile des Lichts heruntergebrochen um zu schauen, wie viele Rot, Grün, Blau Lichtwellen (sowie weitere nicht sichtbare Wellen) von der Lampe abgestrahlt werden.

Man kann es so sehen: Das Farbspektrum ist die Anzahl und Menge der Lichtwellen und die Farbtemperatur ist dessen Durchschnittswert.

Das Lichtspektrum ist die Strahlung der Sonne, welche auf der Erde ankommt. Man kann die Strahlung grob in zwei Bereiche einteilen. Einerseits die nicht-sichtbare Strahlung in Form verschiedenster Wellenlängen wie Röntgenstrahlung oder Radiowellen und dann die Strahlung, die für das menschliche Auge als Licht wahrgenommen wird.

Dank der Ozonschicht kommt aber nur der Bereich von ca. 300nm bis 1100nm auf der Erde an. Der für den Menschen sichtbare Bereich erstreckt sich von ca. 400nm (lila) bis hin zu 700nm (rot).

Da Cannabis wie jede andere Pflanze ursprünglich im Freien wächst, reagiert die Pflanze aufgrund biologischer Prozesse auf verschiedene Lichtspektren mit unterschiedlichen Reaktionen.

Im Frühjahr bis in den Sommer hinein ist das Sonnenlicht aufgrund des steilen Winkels der Erde zur Sonne eher bläulich und hat somit einen erhöhten Anteil blauen Lichtes. Die Photorezeptoren der Pflanze erkennen dies. Sie reagieren mit einem kompaktem Wuchs und Ausbildung der Blätter.

Sobald der Herbst beginnt, nimmt die Sonne ein niedrigen Winkel zur Erde. Dies verschiebt das Lichtspektrum in Richtung rotes Licht. Das gibt der Pflanze das Signal zur Blüte-Bildung. Die Pflanze wächst weiter in die Höhe, die Blattbildung wird aber heruntergefahren.

Die Messung des Farbspektrums ist nützlich zum Vergleich von LED Pflanzenlampen. Es ist aussagekräftiger für die Lichtqualität, die man bekommt, als die Farbtemperatur.

Beispiel: Zwei unterschiedliche Grow LEDs mit je 3500K Farbtemperatur müssen nicht gleichwertig gut sein, da der Wert nur eine Zusammenfassung des Lichts ist. Erst über das Farbspektrum erfährt man, wie die Zusammensetzung des Lichts ist.

In den letzten Jahren sind Vollspektrum LEDs sehr beliebt geworden, wie beispielsweise die CREE CXB 3590 LEDs (wird bei Pro Emit eingesetzt). Diese haben zwar insgesamt 3500K Lichttemperatur, beinhalten aber ein volles Farbspektrum. Es ist ein guter Kompromiss aus blauem und rotem Licht, sowohl für das Wachstum als auch für die Blüte geeignet.

Helligkeit

Wie stark eine Lampe leuchtet, wird mit der Helligkeit angegeben. Je größer die Fläche ist, auf der man growt, umso mehr Helligkeit wird benötigt, damit alle Pflanzen genügend Licht erhalten. Die Helligkeit wird oft in Lumen gemessen.

Das absolute Minimum sind 15.000 Lumen/m² für die Wachstumsphase und 30.000 Lumen/m² für die Blütephase. Alles darunter und das Wachstum der Cannabispflanzen verringert sich drastisch. Und was schlechter wächst, wirft weniger Ernte ab.

Optimal sind 30.000 Lumen/m² für die Wachstumsphase und 50.000 Lumen/m² für die Blütephase.

Wachstumsphase

Minimum: 15.000 Lumen/m²

Optimal für hohen Ertrag: 30.000 Lumen/m²

Blütephase

Minimum: 30.000 Lumen/m²

Optimal für hohen Ertrag: 50.000 Lumen/m²

Ein Problem mit Lumen ist, dass Hersteller damit bei manchen Lampenarten tricksen können. Lumen beziehen sich auf Helligkeit, die das menschlichen Auge wahrnimmt – größtenteils grünes und gelbes Licht.

Pflanzen nutzen zum Wachsen ein anderes Farbspektrum, nämlich größtenteils bläuliches und rotes Licht. Manche Anteile an Rot- und Blaulicht kann der Mensch aber nicht sehen. Diese Anteile werden bei der Lumenzahl nicht mit einberechnet. Sprich die Lumenzahl ist für Menschen gedacht, nicht für Pflanzen.

Hier kann ein Hersteller theoretisch gelbes und weißes Licht, also für die Pflanze „nutzlose“ Farbspektren, untermischen. Die Lampe ist dann fürs menschliche Auge heller und hat mehr Lumen. Davon hat aber die Pflanze nichts.

Die Helligkeit in Lumen ist nur aussagekräftig, wenn man zwei Lampen mit dem exakt gleichen Farbspektrum vergleichen will! Beispielsweise wenn man herausfinden will, welche von zwei Natriumdampflampen besser ist.

Helligkeit in Lumen – Einschränkungen:

  • NDL oder MHL können untereinander mit Lumen verglichen werden, da sie alle das gleiche Farbspektrum haben
  • LSR, ESL und PL-L müssen den gleichen Farbcode haben, um per Lumenzahl miteinander verglichen zu werden.
  • LED-Grow Lampen können mittels Lumen untereinander gar nicht verglichen werden, da viele Leuchtdioden verbaut sind, die allesamt unterschiedlicher Bauart und mit anderen Farbspektren sein können.

Da Lumen nicht alle Farbspektren einberechnen, brauchen wir eine besseren Messwert. Da kommt das Kürzel PPFD zum Einsatz.

PPFD

PPFD steht für bedeutet übersetzt Photosynthetische Photonenstromdichte und wird meist in µmol/m²/s (Mikromol pro Quadratmeter pro Sekunde) angegeben. Hier wird die Menge an (Licht-)Protonen gemessen, die auf einer bestimmten Fläche ankommen und somit verwertet werden können.

PPFD ist ein besseres Maß als der Lumenwert, da es auch Lichtwellen, die nicht für das menschliche Auge sichtbar sind, berücksichtigt. Dadurch kann man Lampen leistungstechnisch untereinander vergleichen, auch wenn sie unterschiedliche Farbspektren haben.

Mit PPFD kann man unterschiedliche LED Lampen miteinander oder mit einer NDL vergleichen. Oder mit einer Leuchtstoffröhre. Hiermit können wirklich alle Lampen miteinander verglichen werden können, ohne dass irgendwelche Trickserei möglich ist.

Gleichzeitig wird die Fläche berücksichtigt. Sprich der PPFD Wert gilt immer für eine bestimmte Fläche und berücksichtigt sogar reflexive Seitenwände. Meist werden die Messungen für typische Growbox Flächen wie 60x60cm, 80x80cm, usw. vorgenommen. Für die Seitenwände wird eine weiße reflektierende Oberfläche verwendet, wie es bei der Homebox der Fall ist.

Wie gut die PPFD einer Lampe auf einer Fläche ist, wird dann in einer Grafik wiedergegeben. So kann man nicht nur sehen, wie viele Photonen auf einer Fläche „ankommen“, sondern auch in welcher Menge. Sprich, damit kann man sehen, wie gut die Ausleuchtung der Grow Lampe auf der jeweiligen ist.

Im besten Fall will man eine gleichmäßige Verteilung der Strahlung auf einer Fläche. So kommt die gleiche Menge Licht für alle Pflanzen an.

Wie alle anderen Pflanzen hat Cannabis eine Obergrenze, wie viel Licht maximal verarbeitet werden kann. Zu wenig Licht ist genauso nutzlos, sodass auch eine Untergrenze eingehalten werden sollte. Unten sind die Min/Max Werte für die Cannabis Pflanze. Sie beziehen sich auf normale Anbaumethoden ohne zusätzliche CO2-Zufuhr.

Wachstumsphase

Minimum: 300µmol/m²/s

Maximum: 600µmol/m²/s

Blütephase

Minimum: 470µmol/m²/s

Maximum: 930µmol/m²/s

Die meisten hochwertigen Hersteller von LED Pflanzenlampen stellen PPFD Werte bereit. Bei minderwertigen Leuchten sind sie entweder nicht dabei oder werden irgendwo versteckt. Dann sollte man die Finger von der Lampe lassen. Keine PPFD Grafik – kein Kauf!

Unten ist eine typische Grafik einer PPFD Messung mit einer guten und gleichmäßigen Ausleuchtung. Es ist das Messergebnis der Sanlight Q6W 212W (1. Gen) auf 80x80cm Fläche. Direkt unter der Lampe (rote Fläche) wurden 622µmol an Licht gemessen. Weiter außen (orange Fläche) sind es immer noch etwa 600µmol. Zu den Rändern hin sind es weiter etwa 550µmol. Selbst den Ecken kommen immer noch 500µmol an.

Sprich auf der gesamten Fläche kommen mindestens 500 – 622µmol an Lichtstrahlung an. Selbst in den Ecken bekommt man mit 500µmol etwa 80 % der Maximal-Lichtmenge. Damit kann man bei diesem Setup mit einem gleichmäßigen und starkem Wachstum der Pflanze rechnen.

Doch je nach Bauart haben manche LED Grow Lampen Schwächen. Beispielsweise tendieren LED Quantum Boards dazu an den Rändern der Fläche weniger Licht zu liefern.

Unten ist eine Messung des Bloomstar FlatBoard XL 140W auf 80x80cm Fläche. Direkt im Zentrum kommen ca. 500µmol an Licht an. An den Rändern sind es nur noch 300 – 350µmol. Damit bekommt man an den Rändern gerade mal 66% der Maximal-Lichtmenge ab.

Leistung

Je stärker die Lampe leuchtet (und damit mehr Leistung hat), umso mehr Strom verbraucht sie. Je nach Lampen-Bauart gibt es jedoch Unterschiede in der Leistung und der resultierenden Helligkeit.

Jede Lampe wandelt die elektrische Energie in Licht und Wärme um. Moderne LED- und Energiesparlampen haben weitaus weniger Leistung (Watt). Sie bieten aber die gleiche Helligkeit wie beispielsweise NDL oder MHL. LED-Lampen haben einen höheren Wirkungsgrad und erzeugen mehr Licht und weniger Wärme. Dafür sind sie um ein Vielfaches teurer in der Anschaffung.

Beim Einkauf ist es einfacher sich an der Leistung zu orientieren. Je nach Wirkungsgrad und Farbspektrum der Lampenart wird es etwas schwierig sein die passende Leistung für seine Growbox Größe zu finden. Dafür haben wir eine Tabelle mit den von uns empfohlenen Lampen und Flächen.

In unserer Equipment-Tabelle die passende LED Lampe für die Growbox finden.