Kaufberatung: Bewässerung für Cannabis Anbau (2021)

Um die Pflanze optimal mit Wasser zu versorgen, sollte man unbedingt die passenden Sachen kaufen. Mit dem passenden Equipment kann man nicht nur die Pflanze optimal mit Wasser versorgen, sondern sich auch das Gießen möglichst einfach machen. Wir zeigen, welche Grundausstattung man wirklich braucht und mit welchen Utensilien man das Gießen sogar komplett automatisieren kann.

Kaufempfehlungen

Beim Grow auf Erde ist eine gewisse Grundausstattung für eine optimale Bewässerung absolute Pflicht. Damit das Bewässern nicht zur Tortur wird, sollte man unbedingt die richtigen Behälter kaufen.

Zusätzlich zur Grundausstattung kann man zu einem automatischen Bewässerungssystem aufrüsten. So kann man die Bewässerung komplett automatisieren, so dass bspw. einem Urlaub nichts im Wege steht. Allerdings kann es nicht die Bewässerung für den gesamten Grow übernehmen. Solche Systeme werden nämlich erst angeschlossen, nachdem die Pflanze in den Endtopf gesetzt wurde. Bis dahin muss man manuell gießen.

Grundausstattung

Um Cannabis Pflanzen erfolgreich bewässern zu können, sollte man eine gewisse Grundaustattung kaufen. Das ist der absolute Pflichtkauf, wenn man Probleme wie Überwässerung oder gar Überdüngung von vornherein verhindern will.

Zuerst braucht man ein paar größere Messbecher aus Plastik. Da man Leitungswasser vor dem Gießen über Nacht ausgasen lassen sollte, sollten Behälter keinen engen Hals haben, sondern komplett offen sein. Hier empfehlen wir eine klassische Gießkanne, zusätzlich ein paar Messbecher in mehreren Größen. Wir empfehlen für die meisten Grower 1L und 5L zum Start.

Durch die verschiedenen Größen ist man sehr flexibel, um präziser gießen und dosieren zu können. Welche Größen man am Ende nimmt, hängt auch vom Umfang des Grow-Setups und Anzahl der Pflanzen ab.

Ebenfalls Pflichtkauf ist ein Hand-Drucksprüher bzw. Pumpsprüher. Wir empfehlen einen Pumpsprüher mit 2L Volumen und später optional einen 5L Pumpsprüher mit einem Gießstab. Der Stab macht das Bewässern nochmals etwas einfacher, da man sich nicht mit dem ganzen Behälter durch das Blattwerk kämpfen muss.

Mit dem Pumpsprüher kann man die Erdoberfläche vorab anfeuchten, bevor man das restliche Wasser eingießt. Da die oberste Erdschicht oft sehr trocken und damit hydrophob (wasserabweisend) wird, würde das Wasser einfach am Rand des Topfes durchsickern und unten am Topf rauslaufen. Mit dem Pumpsprüher kann man das verhindern.

Wenn man mit Growtechniken wie ScroG oder SoG arbeitet, ist der Gießstab die einzige Option, um auch die hinteren Pflanzen gut manuell zu gießen. Andernfalls ist es sehr schwer wirklich an alle Pflanzen ranzukommen, ohne sich unbequem strecken zu müssen oder am Ende viele Blätter aus Versehen nass zu machen.

Gleichzeitig sind die Pumpsprüher optimal, um kleine Töpfe während der Keimung feucht zu halten. Egal, ob man in Anzuchterde oder in anderen Substraten keimt, sie müssen alle stets feucht gehalten werden, damit der Samen überhaupt keimt.

Zuletzt braucht man auch eine Pipette. Da die meisten Flüssigdünger hoch konzentriert sind, wird man im Milliliter Bereichen dosieren müssen. Deswegen sollte man unbedingt eine Pipette kaufen, mit der man auch etwa in 0,5ml Schritten dosieren kann.

Die Pipette wird nötig, sobald man anfängt die Pflanze mit Dünger zu versorgen. Gerade beim mineralischen Anbau ist eine exakte Dosierung essenziell, um die Pflanze vor Überdüngung zu schützen. Auch bei der Dosierung von Mitteln, um den pH-Wert zu senken oder anzuheben, macht eine Pipette das Vorgehen deutlich einfacher.

Messgeräte

Ob und welche Messgeräte man wirklich braucht, hängt von der Anbaumethode bzw. Art des eingesetzten Düngers ab.

Wenn man organisch growt, wird man meist ohne pH/EC-Meter auskommen. Nur wenn man sehr hartes Leitungswasser hat oder die Wasserwerte tatsächlich einen hohen EC-Wert zeigen, solle man sich zumindest ein EC-Meter zulegen. Da man mit einem Wasserfilter arbeiten wird, kann man mit dem EC-Meter den Wert des Wassers im Auge behalten und schauen, wann man die Filter ersetzen muss.

Wenn man mineralisch growt, sind ein pH-Tester und ein EC-Meter absoluter Pflichtkauf. Mineralischer Dünger ist sofort aufnahmefähig, deswegen muss man beim Anmischen der Nährlosung den pH- und EC-Wert optimal einstellen. Nur so wird man Überdügung und Übersalzung verhindern können.

pH-Meter

Unsere Top-Empfehlung ist das VOLTCRAFT PHT-02 ATC Messgerät. Der Hersteller ist extrem zuverlässig und für konstante Qualität bekannt. Es hat eine automatische Temperatur Kompensation, sodass die Messwerte nicht verfälscht werden.

Die Messung ist extrem einfach und zeigt einen 100% exakten pH-Wert an (0,01er Schritte). Dafür ist es relativ teuer. Zudem muss man es öfter kalibrieren und ein paar Sachen bei der Lagerung beachten.

Praktisch ist, dass das pH-Meter direkt mit Aufbewahrungsbox und Kalibrier-Flüssigkeiten kommt. So muss man nichts zusätzlich dazukaufen. Auch kann man die Elektrode einfach austauschen, falls sie mal kaputtgehen sollte. So muss man kein neues Gerät kaufen.

VOLTCRAFT PHT-02 ATC pH-Messgerät
VOLTCRAFT PHT-02 ATC pH-Messgerät
von VOLTCRAFT
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  • Blitzschnelle Messung innerhalb von Sekunden
  • Voller Messbereich von 0,00 - 14 pH
  • Komplett wasserdicht (IP 57)
  • Inklusive Aufbewahrungsbox

Wer gleichzeitig pH- und EC-Wert messen will, dem empfehle ich das Kombi-Messgerät von Bluelab greifen. Der Preis hat es natürlich in sich, dafür bekommt man Labor-Qualität. Es zeigt nicht nur pH- und EC-Wert, sondern sogar die Temperatur an.

EC-Meter

Wer mineralisch growt oder sehr hartes (sprich: sehr mineralhaltiges) Leitungswasser hat, sollte unbedingt zu einem EC-Meter greifen. Damit kann man den Salzgehalt im Auge behalten, so dass die Pflanze beim Gießen nicht übersalzen wird.

Hier empfehlen wir das Bluelab EC-Pen Messgerät. Das Gerät ist sehr präzise, das gesamte Gehäuse ist komplett wasserdicht und es hat eine eingebaute Temperatur-Kompensation. Praktisch ist, dass das Bluelab Gerät nicht regelmäßig kalibriert werden muss. Es reicht alle paar Monate mit der Kalibrierflüssigkeit zu überprüfen, ob die Messwerte abweichen.

Wasserfilter

Ob und welchen Wasserfilter man braucht, hängt von der Beschaffenheit des Leitungswassers ab. Hier sollte man die Wasserwerte des lokalen Versorgers anschauen und entscheiden. Vor allem der EC-Wert und die Wasserhärte sind wichtig.

Bei einem EC-Wert von 0,4 oder weniger wird man ohne Wasserfilter auskommen. Es reicht das Wasser über Nacht in offenen Behältern ausgasen zu lassen, so dass sich Chloride etc. verflüchtigen können.

Brita Filter

Liegt der EC-Wert des Leitungswassers zwischen EC = 0,4 und 0,8, lässt es sich mit Hilfe einer Brita Wasserfilters Kanne um 0,2 bis 0,4 senken. Wir empfehlen direkt den großen Brita Wasserfilter Flow XXL.

Der Container hat 5,2L Filtervolumen, sodass man direkt genug Wasser für den Gießvorgang vorbereiten kann. Gießt man nach unserer bewährten „1/3 Formel“, wird man damit etwa 15L an Topfvolumen auf einmal gießen können.

Zu beachten ist, dass der Filter den pH-Wert vorübergehend senkt. Das gefilterte Wasser muss man über Nacht lüften lassen, danach korrigiert sich das von allein.

Natürlich gehen auch andere Marken, doch Brita hat sich hier als weitaus zuverlässiger als andere Marken erwiesen. Wichtig bei der Auswahl ist aber, dass es ein langsam fließendes System ist. Beispielsweise hat das Brita On Tap System in unserem Test absolut enttäuscht und den EC um gerade mal 0,1 gesenkt.

Umkehrosmose-Anlage

Wer einen EC-Wert von 0,8 oder mehr im Leitungswasser hat, sollte direkt eine Umkehrosmose-Anlage installieren. So spart man sich viel Zeit und Arbeit das Leitungswasser ständig durch eine Wasserfilter-Kanne zu jagen.

Hier reicht eine kleine Anlage für maximal 100 EUR vollkommen aus. Meist können solche bis zu 200L pro Tag an gefiltertem Wasser ausgeben, was mehr als genug ist. Unsere Empfehlung ist die Anlage von Osmotech, die super Bewertungen hat und ausnahmsweise keine Fake-Marke aus China ist.

Da bei der Umkehrosmose alle Mineralien ausgespült werden, muss dem Wasser wieder Calcium und Magnesium hinzuzugeben. Dazu nimmt man ein CalMag Präparat, beispielsweise von BioBizz. Alternativ kann man das Osmosewasser wieder mit ungefiltertem Leitungswasser vermischen, falls dessen Calcium/Magnesium Verhältnis in etwa 3:1 beträgt.

Alle Kaufempfehlungen im Detail sowie Tipps zur Benutzung gibt es in unserer Wasserfilter-Kaufberatung.

Automatische Bewässerung

Wer die Bewässerung der Pflanzen komplett automatisieren will, dem empfehlen wir das bewährte AutoPot System. Nach wie vor ist das der Spitzenreiter unter automatischen Bewässerungssystemen für Growboxen. AutoPot Systeme kommen in allen möglichen Varianten, Größen und Preisklassen, so dass für jeden was dabei ist. Auch lassen sich fast alle Systeme miteinander kombinieren, da es nur zwei Schlauchgrößen gibt, an denen man sich richten muss.

Unsere Top-Empfehlung ist das 1Pot System. Dieses. gibt es mit 8,5L und 15L Topfvolumen. Für Standardgrows ohne jegliches Pflanzentraining nimmt man die größeren Töpfe. Bei Grows von eher kleinen Pflanzen und bei Trainingsmethoden wie SoG nimmt man die 8,5L Variante.

Vorteil des 1Pot Systems ist, dass alle Pflanzen jeweils einzeln und mit Wasser versorgt wird. So kann man die Töpfe weiterhin frei bewegen und so ausstellen, wie es einem der Platz in der Box erlaubt.

Wer etwas weniger ausgeben will, kann zum easy2grow System greifen. Nachteil ist, dass man immer zwei Töpfe direkt nebeneinander hat und diese sich nicht frei bewegen lassen. Werden die Pflanzen einmal groß, werden sich die Blätter irgendwann gegenseitig das Licht wegnehmen. Da ist man gezwungen, die Pflanzen zu trainieren und sie beispielsweise runterzubinden, damit die Blattwerke nicht gegenseitig bedecken.

Für alle AutoPot Systeme gilt: Sie können erst eingeschaltet werden, sobald man die Pflanzen in die Endtöpfe gesetzt hat. Auch sollte man beachten, dass nur mineralische Flüssigdünger eingesetzt werden können. Organische Bestandteile würden die Leitungen schnell verstopfen. Will man unbedingt organisch anbauen, sollte man Feststoffdünger von Green House Feeding oder Biotabs nutzen, die vorab unter die Erde gemischt werden.

Einmal aufgebaut und ordentlich mit Wasser gefüllt, muss man die Autopots nicht mehr von Hand gießen. Das Wasser fließt nun in die Untersetzer und wird von der Erde aufgesaugt. Mit AutoPot’s patentiertem AquaValve System wird verhindert, dass das Wasser über den Rand der Untersetzter steigt und dadurch die Box überflutet. Auch wenn (bzw. gerade weil) das System relativ simpel aufgebaut ist, funktioniert es in der Praxis extrem zuverlässig.

Gerade, wenn man mal in den verdienten Sommerurlaub fahren will, kann man damit die Pflanzen dank des AutoPot Systems für 2-3 Wochen komplett allein lassen. Aber auch Grower, die gerne mal vergessen zu gießen oder sich das Leben möglichst einfach machen wollen, werden sich über den Vorteil der AutoPots freuen.