pH-Wert beim Cannabis Anbau: Das muss man wissen

Heute erfährst du (fast, denn man kann nie behaupten über ein Thema alles zu wissen) alles, was du über pH-Wert wissen musst! Auch wenn einem dieses Thema vielleicht ein kleines Bisschen trocken erscheinen mag, ist es doch von äußerster Wichtigkeit, um ein guter Grower zu werden.

Was ist der pH-Wert überhaupt?

Die Abkürzung „pH“ kommt aus dem Neulateinischen „potentia Hydrogenii“ ab (zu Deutsch: „Konzentration des Wasserstoffs“).

„Der pH-Wert ist ein Maß für den sauren oder basischen Charakter einer wässrigen Lösung“

wikipedia.org

Praktisch sagt uns der pH-Wert wie sauer oder wie basisch unser Gießwasser bzw. die Nährlösung ist. Beim Anbau ist das wichtig, da Cannabis für gesundes Wachstum einen optimalen pH Bereich benötigt.

Die Skala des pH-Werts geht von 0 bis 14. Bei pH = 7 ist die Lösung komplett neutral. Reines (destilliertes) Wasser hat beispielsweise einen pH-Wert von 7.

Ein pH-Wert von 7 bis 14 heißt, dass die Lösung alkalisch ist. Typische alkalische Beispiele aus der Welt sind Seife, Ammoniak oder Natronlauge. Seife z.B. hat meist einen pH-Wert von 7 bis 10.

Bei einem pH-Wert von 0 bis 7 ist die Lösung sauer. Typische Beispiele sind Bier, Wein, Cola, Essig oder Magensäure. Der pH-Wert von Essig ist meist um die 3, Zitronensaft hat einen pH von 2.

Die pH Skala ist logarithmisch. Das heißt, ein Unterschied von 1 pH bedeutet praktisch einen 10-fachen Unterschied. Zitronensaft (pH = 2) ist somit 10x saurer als Essig (pH = 3).

Vorab muss man wissen, dass Pflanzen Nährstoffe in Form von Ionen (elektrisch geladene Moleküle) aufnehmen. Diese können entweder positiv oder negativ geladen sein.

Alle aufnahmefähigen Nährstoffe (Stickstoff, Kalium, Phosphor, usw.) können „pur“ nicht aufgenommen werden, sondern nur als chemische Bindungen, die auf Molekül Ebene elektrisch geladen sind. Diese elektrische Ladung hat Einfluss auf den pH-Wert und damit auch die Aufnahme der Nährstoffe der Cannabispflanze.

pH-Wert beim Cannabis Anbau

Die Cannabis-Pflanze mag eine leicht saure Umgebung rund um die Wurzeln. Damit können alle nötigen Nährstoffe aus dem Growmedium in ausreichender Menge aufgenommen und zur Pflanze transportiert werden.

Anbaumethode (Growmedium)Optimaler pH Bereich
Blumenerde6,5 – 7,5
Hydroponik und Kokos5,5 – 6,5
Der optimale pH Bereich hängt von der Anbaumethode ab

Für die Aufnahme der einzelnen Nährstoffe und Mineralien gibt es jeweils einen eigenen, optimalen ph-Bereich. Diese überschneiden sich nur geringfügig oder gar nicht. Dadurch werden je nach pH-Wert unterschiedliche Nährstoffe unterschiedlich schnell aufgenommen.

Ist der pH-Wert des Wassers oder der Nährlösung nun außerhalb des jeweils optimalen Bereiches, kommt es zu Problemen mit der Nährstoffaufnahme, auch wenn der Nährstoff vorhanden ist. Beispielsweise (siehe Bild) kann Cannabis bei einem zu niedrigen pH Calcium, Kalium, Phosphor und andere Nährstoffe nur schlecht aufnehmen.

Der pH-Wert muss deswegen in einem optimalen Bereich sein, damit die Pflanze alle Nährstoffe, je nach Anbaumethode (Erde, hydroponisch, Kokos usw.) gut aufnehmen kann.

Ab einem bestimmten Wert kann die Aufnahme von dem ein oder anderen Nährstoff sogar komplett blockiert werden. Dadurch entsteht ein Nährstoffmangel, was sich oft an der Pflanze bemerkbar macht.

BeispielStickstoff wird bei einem Grow auf Erde am besten bei einem pH-Wert von 7,0 aufgenommen. Mangan dagegen wird bei etwa 5,0 am besten aufgenommen – ein Wert bei dem Stickstoff nur noch in wenigen Mengen in die Pflanze gelangt.

Drei Faktoren haben eine Auswirkung auf den ph-Wert um die Wurzeln:

  • Wasser
  • Nährlösung
  • Growmedium (z.B. Erde)

Wasser: Ein guter pH fängt schon beim Wasser an! Je nachdem welches Wasser man zum Gießen hernimmt, hat es einen unterschiedlichen pH-Wert, sprich es könnte mehr oder weniger sauer oder alkalisch sein. Da Wasser essenziell für das Pflanzenwachstum ist und der pH kritisch für die Verfügbarkeit von Nährstoffen ist, ist der pH-Wert des Wassers, mit dem man die Pflanzen gießt natürlich extrem wichtig.

Nährlösung: Sobald man Dünger zum Wasser beimischt, beeinflusst dies meist auch den pH-Wert des Wassers. In der Regel senken die Nährstoffe und Mineralien im Dünger den pH des Wassers ab, sprich die Salze im Dünger machen das Wasser saurer. Ob und wie viel hängt jedoch von der Art des Düngers und der Dosis ab.

Erde: Je nach Zusammensetzung (Mineralien, Nährstoffe usw.) und Qualität haben verschiedene Erden schon einen vorgegebenen pH-Wert. Hinzu kommen dann auch das Gießwasser bzw. die Nährstoffe in der Nährlösung, welche den pH in der Erde dann auch noch beeinflussen. Trotzdem sollte der pH der Erde natürlich auch schon im grünen Bereich sein. Ansonsten sind Probleme beim Grow wahrscheinlich.

Wann soll man den pH-Wert kontrollieren?

Nachdem man nun weiß, welche Komponenten zum pH-Wert in der Erde, und somit zum pH an der Wurzelzone unserer Pflanze beitragen, könnte man nun den pH-Wert von jeder einzelnen Komponente regelmäßig messen und im Auge behalten. Den pH für die Pflanzen und damit die perfekte Ausgangsbasis für die Nährstoffversorgung hätte man damit sicher gut in Griff. Praktisch wäre dies aber dann nicht, es wäre auch eine Menge tägliche Arbeit.

Wann und wie oft man den pH-Wert kontrolliert hängt in der Praxis davon ab, welches Wasser und welchen Dünger man verwendet und ob man organisch oder mineralisch anbaut. Beim mineralischen Anbau will man den pH-Wert beispielsweise immer gut im Auge behalten. Beim organischen Growen ist der pH jedoch nicht so wichtig.

Weiterhin gibt es auch einige Cannabis Exoten, die besonders empfindlich auf einen nicht-optimalen pH-Wert reagieren. Solche Sorten, hier insbesondere einige Sativas sind auf einen punktgenauen pH-Wert angewiesen um gut wachsen zu können. Weicht der pH jetzt nur etwas ab, würden diese Pflanzen eingehen und der gesamte Pflegeaufwand hätte sich nicht gelohnt.

Hier direkt eine gute Nachricht für organische Grower: Den pH-Wert beim organischen Anbau muss man weniger oft bzw. so gut wie gar nicht kontrollieren. Trotzdem sollte man natürlich den pH-Wert des benutzten Wassers wissen.

pH-Wert beim Organischen Anbau

Beim organischen Anbau in „Bio Erde“ hat man etwas mehr Spielraum in Sachen pH-Wert. Bio Erden bzw. die darin lebenden Mikroorganismen, welche Nährstoffe für die Pflanzen produzieren puffern den pH-Wert gut. Man kommt hier deswegen oft ohne eine Korrektur des pH-Werts mittels pH-Down oder pH-Plus aus. Meist ist ein leicht zu hoher oder zu niedriger pH-Wert des Wassers kein Problem für eine Bio-Erde.

Trotzdem empfiehlt es sich auch beim organischen Anbau, dass man die pH-Werte des Wassers bzw. der verwendeten Düngerlösung weiß. Hilfreich ist dies, wenn zum Beispiel das Leitungswasser mit pH-Wert über 8,0 ziemlich alkalisch ist. Dann muss man ihn zum reinen Gießen erst absenken. Doch spätestens bei der Zugabe von Dünger werden die organischen Nährstoffe den pH-Wert meist gut genug runterbringen.

Hat man einmal die Düngung gestartet, muss man den pH nicht mehr regelmäßig kontrollieren, da die Gegebenheiten ja gleich bleiben. Es reicht dann den pH-Wert des Drains nur bei Nährstoffproblemen zu messen. Oder, wenn sich grundlegende Dinge am Grow ändern, wie bspw. wenn man auf ein anderes Wasser zum Gießen umsteigt.

Typische pH-Probleme

Das häufigste Symptom für einen falschen pH-Wert sind vereinzelt gelb/braune Flächen zwischen den Blattadern auf der Blattoberseite. Sobald Nährstoffe nicht richtig verarbeitet werden können, setzen sie sich in Form von Salzablagerungen in den Blättern ab.

Andere Mängel und Überschüsse werden oft auch meist von falschen pH-Werten ausgelöst. Sprich, es ist zwar genug von einem Nährstoff in der Erde vorhanden. Dieser kann aber nicht aufgenommen werden, weil der pH-Wert nicht stimmt. Dies wird als Lockout bezeichnet.

  • Bei einem zu hohen pH-Wert ab ca. 7,5 können Nährstoffe wie Eisen, Mangan, Kupfer, Zink und Bor, nicht mehr in den benötigten Mengen aufgenommen werden.
  • Bei einem zu niedrigen pH-Wert unter 6,0 wird die Aufnahme von Phosphor, Kalzium und Magnesium nach und nach verringert.

Und wir erinnern uns: Die meisten Nährstoffe sind abhängig voneinander. Deshalb gilt: Sobald sich auch nur ein einziger Nährstoffmangel zeigt, sollte man als allererstes den pH-Wert überprüfen.

Dabei ist jeder Mangel wie eine Abwärtsspirale. Die Nährstoffe haben Wechselwirkungen und Abhängigkeiten untereinander. Fehlt ein Nährstoff, kann oft ein anderer nicht mehr aufgenommen werden.

Fall man jetzt noch nicht den falschen pH als eigentliche Ursache der Mängel diagnostiziert hat, kann dies schnell zu weiteren Problemen führen: Ein Anfängerfehlerfehler wäre, dass man wegen eines Mangels denkt, man müsste noch mehr düngen. Das Problem wird dadurch jedoch nicht behoben. Jetzt kommt noch Überdüngung dazu, und mit dem Grow geht es dann schnell bergab.

Es können auch ganz andere Probleme entstehen:

Ein pH-Wert zwischen 3,0 und 5,0 kombiniert mit einer Temperatur über 26 Grad Celsius fördert die Bildung von Schimmelpilzen. Abgesehen davon stirbt die Hanfpflanze aufgrund der unzureichenden Nährstoffzufuhr bei solchen pH-Werten meist sowieso recht schnell.

Die häufigste Ursache für ein pH-Problem ist, dass der pH-Wert des (Leitungs-)Wassers leicht erhöht ist. Man kann es demnach nicht sofort zur Bewässerung verwenden. Wie jedoch weiter oben besprochen, gibts es hier aber verschiedene Lösungen. Im Idealfall kann Dünger den pH schon ausreichend runterbringen. Dann muss man ihn nicht mit ph-Down senken.

pH-Wert des Wassers

Der pH-Wert des Gießwassers ist, ganz besonders beim mineralischen Anbau ein wichtiger Faktor. Ist der pH des Gießwassers nämlich nicht im richtigen Bereich, können die Pflanzen Nährstoffe in der Erde nicht optimal aufnehmen.

Wir erinnern uns an optimalen pH-Wert für Cannabis:

Anbaumethode (Growmedium)Optimaler pH Bereich
Blumenerde6,5 – 7,5
Hydroponik und Kokos5,5 – 6,5

Das Wasser in Mitteleuropa liegt meist zwischen pH 6,5 und 9,5. In vielen Gegenden ist das Leitungswasser etwas zu alkalisch wegen des hohen Kalkgehalts. Sprich, der pH-Wert ist leicht erhöht. Es ist demnach eher wahrscheinlich, dass man den pH-Wert nach unten korrigieren muss.

Bevor man Leitungswasser überhaupt zum Bewässern in Betracht ziehen kann, muss man erstmal verschiedene Mineralien ausgasen lassen. Die einfachste Lösung: Über Nacht im offenen Behälter „lüften„. Dadurch können bspw. Chloride und andere Gase entweichen, sodass der pH-Wert noch mal gesenkt wird.

Baut man mineralisch an, muss zur reinen Bewässerung (ohne Dünger) der pH-Wert des Wassers bei 6,5 – 7,5 liegen. Dieser Bereich muss unbedingt eingehalten werden. Man muss bei jeder Bewässerung den pH-Wert kontrollieren auf diesen Bereich einstellen.

Sollte sogar nach dem Ausgasen der pH des Leitungswassers immer noch zu hoch sein, kann man ihn mit dafür speziellen Produkten korrigieren. Diese werden meist pH-Minus bzw. pH-Down genannt. Alternativ kann man etwas Osmosewasser oder destilliertes Wasser dazumischen.

Bei sehr stark pH-erhöhtem Leitungswasser (über 9,0) empfehlen wir besser direkt zu einer Umkehrosmose-Anlage greifen. Diese senkt nicht nur den pH-Wert, sondern auch den EC-Wert. Manche Anlagen haben sogar eine Einstellung für den gewünschten pH-Wert. Welche Geräte wir empfehlen, erfährt man weiter unten in der Wasserfilter Kaufempfehlungen.

Ist der pH-Wert des Wassers dagegen zu niedrig (bspw. bei Osmosewasser), kann man den pH-Wert mittels pH-Plus bzw. pH-Up erhöhen. Alternativ kann es schon reichen etwas Leitungswasser beizumischen und so in den gewünschten Bereich zu kommen.

Wichtig: Die pH-Regler Präparate sollte man stets vom gleichen Hersteller wie vom verwendeten Dünger kaufen. Hier sollte man darauf achten, dass es bei manchen Anbietern getrennte Präparate für Wuchs und Blüte gibt.

Ist einem eine Osmoseanlage zu viel Aufwand bzw. das „Lüften“ von Leitungswasser gibt einem nicht das gewünschte Resultat, kann man auch stilles Mineralwasser aus dem Supermarkt ausprobieren und dessen pH-Wert nachmessen. Oft ist ein Wässerchen dabei, dass genau im idealen Bereich liegt. Nicht jedes Mineralwasser ist auch geeignet zur Bewässerung. Selbst die gleiche Wasser-Marke kann je nach Region einen anderen pH-Wert haben!

pH-Wert der Nährlösung

Beim Düngen der Pflanze spielt der pH-Wert der Nährlösung eine wichtige Rolle. Bevor man seinen Dünger über die Cannabispflanze kippt, sollte man sicherstellen, dass der pH-Wert der Lösung stimmt.

Stimmt der pH nämlich nicht, kann die Pflanze manche Nährstoffe nicht aufnehmen. Mangelerscheinungen sind dann trotz Düngerzugabe wahrscheinlich. Eine weitere Zugabe von Dünger (man hat ja schließlich einen Mangel diagnostiziert, sprich man könnte jetzt meinen noch mehr Dünger geben zu müssen) wenn der pH nicht stimmt, würde das Problem jedoch nur verschlimmern.

Die Vorgehensweise zur Messung und Korrektur des pH-Wertes der Düngelösung ist im Prinzip dieselbe wie beim Gießwasser. Sprich, man kann zumindest beim mineralischen Cannabis Anbau, den pH auch hier mit ph-Down bzw. ph-Up Produkten bei Bedarf nach unten oder oben korrigieren. Der Unterschied hier ist, dass man den pH misst und korrigiert, nachdem man Nährstoffe und ggf. andere Zusätze zum Wasser gegeben hat

Ziel ist es den pH-Wert der Nährlösung in den optimalen Bereich zu bringen (normalerweise 6,5 -7,5) bzw. dazu die pH-Empfehlung im Düngeschema des Herstellers beachten.

Ob man den pH der Düngelösung noch korrigieren muss, hängt vom Dünger und der Düngedosis ab. Gegebenenfalls reicht nämlich schon der Dünger um den pH-Wert des Wassers auf einen brauchbaren Wert runterzubringen.

Tipp: Wenn der verwendete Dünger den pH der Nährlösung schon ausreichend absenkt, kann man sich das nachträgliche Korrigieren der Nährlösung sparen. Jedoch sollte man, ganz besonders beim mineralischen Anbau den pH der hergestellten Nährlösung immer messen. Kippt man einmal eine Nährlösung mit zu hohem pH-Wert in die Erde, wird die Pflanze ganz schnell Nährstoffprobleme bekommen.

Beim organischen Düngen muss man auf den pH-Wert nicht ganz so streng achten. Beispielsweise empfiehlt BioBizz einen pH von 6,2 bis 6,5 für die Nährlösung. Durch die starke Pufferwirkung der Erde ist aber sogar ein pH von 7,0 bei der BioBizz Nährlösung kein Problem.

Selbst bei einem stark erhöhten Wasser pH-Wert wird der BioBizz Dünger den Wert in 99% der Fälle locker unter 7,0 bringen. Sollte das nicht der Fall sein, kann man zusätzlich 0,5ml/L des Bio-Grow Düngers obendrauf geben, um den pH nochmal etwas zu senken. Und keine Bange, organischer Dünger kann die Pflanze nicht so schnell überdüngen.

Wichtig: Beim organischen Anbau sollte man pH-Down vermeiden. Grund: pH Down ist eine starke Säure, welche dem Bodenleben in der Erde schaden könnte. Zur Absenkung des pH-Wertes beim organischen Anbau gibt man dann anstelle mehr Dünger zu. Damit kann man bei organisch den pH sicherer absenken.

pH-Wert des Growmediums

Nachdem wir nun den pH-Wert im Gießwasser und in der Nährlösung wissen, kommt alles im Substrat der Pflanze zusammen. Schließlich wird dort der pH-Wert seine Wirkung zeigen und darüber bestimmen, wie gut die Nährstoffe aufgenommen werden.

Je nach benutztem Medium (Blumenerde, Kokos etc.) aber auch der Anbaumethode (wie z.B. organisch in Erde oder hydroponisch) kommt dem pH-Wert des Growmediums eine mehr-oder-weniger wichtige Bedeutung zu.

Wir erinnern uns:

  • Bei einem Grow auf Blumenerde ist der optimale Bereich für den pH-Wert bei 6,5 – 7,5.
  • Bei Hydroponik und Kokos ist der optimale pH bei 5,5 – 6,5

Erde

Fast alle Hobbygrower bauen auf Erde an. Der Vorteil von Erde ist, dass sie den pH-Wert sehr gut regulieren und die Pflanze vor zu starken Schwankungen schützen kann. Vor allem organische Erden spielen hier ihren Trumpf aus, da sie eine exzellente Pufferwirkung haben, so dass pH-Abweichungen die Pflanze nicht sofort beschädigen.

Hochwertige Erden haben nicht nur weniger Schwankungen im pH-Wert, sondern haben auch eine Pufferwirkung, falls der pH-Wert doch mal ausreißt. Damit hat der pH-Wert nicht sofort einen negativen Einfluss auf die Pflanze.

Deswegen unser Tipp: Die Regulierung des pH-Werts in Erde fängt schon beim Kauf an. Man sollte IMMER hochwertige Blumenerde kaufen. Billige Discounter-Erden können einen ganzen Grow komplett kaputt machen und die Pflanze schnell töten.

Nicht umsonst empfehlen wir Erstgrowern immer mit hochwertiger organischer Erde anzufangen. Später kann man immer noch andere Growmedien ausprobieren, sobald man etwas Erfahrung gesammelt hat.

Ich empfehle Erden von BioBizz oder Plagron. Mehr dazu in der Blumenerde-Kaufberatung.

Hydro und Kokos

Hydro und Kokos sind eher was für Fortgeschrittene Grower, die volle Kontrolle über die Nährstoffzugabe wollen.

Wenn man auf Hydro oder Kokos growt, muss man absolut penibel auf den korrekten pH-Wert achten. Da Kokos eine „tote“ Erde ist und bei Hydro gar kein Growmedium existiert, wirkt sich jede kleine pH-Abweichung sofort auf die Nährstoffaufnahme auf.

Das fängt schon beim Kauf der Kokos-Erde an. Viele günstige Kokos Erden enthalten Kleinstmengen an Chemikalien aus der Verarbeitung, die den pH-Wert durcheinanderbringen können. Deswegen sollte man da stets eine hochwertige Kokoserde kaufen, die garantiert keine Chemie-Rückstände enthält. Unsere Empfehlung ist die Kokos-Erde von Biobizz.

pH-Wert der Erde kontrollieren

Den pH-Wert vom Wasser oder der Nährlösung bekommt man wie beschrieben relativ leicht in den Griff. Jedoch, auch wenn man Wasser oder Düngelösung mit dem optimal pH-Wert gibt, kann es vorkommen, dass der pH in der Erde „umkippt“ z. B. durch konstante Überdüngung. Mit der Zeit können sich nämlich Salze in der Erde ansammeln, welche den pH-Wert absenken. Nährstoffprobleme sind dann das Resultat.

Beim mineralischen Anbau sollte man regelmäßig den pH-Wert der Erde messen und sicherstellen, dass es im optimalen Bereich bleibt (6,5 bis 7,5).

Beim organischen Anbau reicht es den pH-Wert der Erde erst bei Problemen zu überprüfen. Grund: Die Nährstoffe in der Erde werden erst von Mikroorganismen umgewandelt, so dass sie für die Pflanzen verfügbar werden. Diese Mikroorganismen in der Erde „puffern“ den pH, sprich sie regulieren den Säuregehalt im Boden.

Wie den pH-Wert messen?

Zur pH-Messung der Erde hat man zwei Möglichkeiten. Die einfachste und günstigste Methode ist bei jedem Gießen bzw. Düngen das unten am Topf auslaufende Wasser (Drain genannt) zu messen. Dazu nimmt man entweder ein einfacher pH-Test Kit oder ein pH-Meter.

Etwas teurer aber dafür flexibler ist ein pH-Meter mit einem Messfühler speziell für die Erde. So kann man den pH-Wert des Substrats laufend im Blick behalten ohne auf das nächste Gießen warten zu müssen.

Zur pH-Messung beim Hydrokultur Grow misst man den pH des Wassers im Tank. Da beim Hydroponik Grow der pH-Wert penibelst eingehalten werden muss, ist ein pH-Meter Pflicht. Wir empfehlen direkt ein Kombigerät mit eingebauter EC-Messung und 24/7 Funktion.

Welche Geräte am besten sind, erfährt man unten im Abschnitt pH-Messgeräte Kaufempfehlungen oder ganz ausführlich in unserer pH-Tester Kaufberatung.

pH-Wert der Erde korrigieren

Nur beim mineralischen Anbau korrigiert man eine zu saure Erde, wenn der pH-Wert zu weit abgesunken ist. Man tut dies durch Spülen („Flush“) der Pflanze.

Um die Pflanze zu spülen, nimmt man das 2 bis 3-fache Volumen der Erde im Topf (sprich des genutzten Topfvolumens) an Gießwasser. Damit wird die Erde langsam und gleichmäßig verteilt durchgespült, sodass das Wasser unten herausläuft. Am besten macht man das Ganze in der Badewanne oder in der Dusche.

Nach dem Spülen muss die Erde ganz leicht neu angedüngt werden. Dazu einen hochwertigen mineralischen Dünger nehmen und mit 50% der Dosierung gemäß Schema hinzugeben. Dann mit jeder Düngung langsam steigern (60%, 70% usw.). Dabei die Pflanze beobachten, ob sie besser wird. Hat sich die Pflanze erholt, kann man die Dosis stabilisieren und nach dem Schema des Herstellers weiter gehen.

Beim organischen Anbau sollte man den pH-Wert im Substrat erst dann korrigieren, wenn die Pflanze tatsächlich Probleme zeigt wie bspw. Mangelerscheinungen oder Wachstumshemmungen. Solange die Pflanze fröhlich und kräftig vor sich hin wächst, ist der pH-Wert des Drains nicht ganz so relevant.

Auf gar keinen Fall sollte man die organische Erde spülen! Stattdessen empfehlen wir den pH-Wert des Wassers zu korrigieren, indem man die Wasserquelle wechselt, mit destilliertem Wasser verdünnt oder eine Umkehrosmose-Anlage installiert.

pH-Messgeräte Kaufempfehlungen

Zum Messen des pH-Wertes gibt es generell zwei Möglichkeiten: Man nimmt ein pH-Meter oder ein pH Test Kit.

Beim organischen Cannabis Anbau, wo der pH-Wert nicht ganz so wichtig ist, ist ein pH Test Kit vollkommen ausreichend.

Beim mineralischen Anbau ist ein pH-Meter zur präzisen Messung ein absoluter Pflichtkauf. Jedoch kann ein (gutes) pH-Meter relativ teuer sein. Weiterhin muss ein pH-Meter vor Benutzung erst kalibriert werden. Jedoch wird man mit einem hochwertigen Gerät sich viel Zeit und Nerven sparen.

pH-Meter

Unsere Top-Empfehlung ist das VOLTCRAFT PHT-02 ATC Messgerät. Der Hersteller ist extrem zuverlässig und für konstante Qualität bekannt. Es hat eine automatische Temperatur Kompensation, sodass die Messwerte nicht verfälscht werden.

Die Messung ist extrem einfach, dauert nur wenige Sekunden und zeigt einen 100% exakten pH-Wert an (0,01er Schritte). Dafür ist es relativ teuer. Zudem muss man es öfter kalibrieren und ein paar Sachen bei der Lagerung beachten.

Praktisch ist, dass das pH-Meter direkt mit Aufbewahrungsbox und Kalibrier-Flüssigkeiten kommt. So muss man nichts zusätzlich dazukaufen. Auch kann man die Elektrode einfach austauschen, falls sie mal kaputtgehen sollte. So muss man kein neues Gerät kaufen.

VOLTCRAFT PHT-02 ATC pH-Messgerät

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von VOLTCRAFT

  • Einfacher Elektrodenwechsel
  • 1-/2-Punkt-Kalibrierung
  • Automatische Temperatur-Kompensation (ATC)

Preis: € 62,00

Alternativ kann man zu Bluelab Multimedia pH Meter greifen, das sogar den pH-Wert direkt für das Substrat messen kann. So kann man nicht nur auf Erde, sondern auch auf anderen Medien wie Perlite, Tonkugeln, Steinwolle oder Kokossubstrat den pH-Wert ganz einfach messen.

Bluelab Multimedia pH Meter, pH Messgerät für Erde & Wasser

Bluelab Multimedia pH Meter, pH Messgerät für Erde & Wasser

von bluelab

  • hochwertiges pH-Messgerät für Erde
  • geeignet für alle Medien
  • benutzerfreundliche Anwendung

Preis: € 240,41 (€ 259,90)

Wer gleichzeitig pH- und EC-Wert messen will, dem empfehle ich das Kombi-Messgerät von Bluelab greifen. Der Preis hat es natürlich in sich, dafür bekommt man Labor-Qualität. Es zeigt nicht nur pH- und EC-Wert, sondern sogar die Temperatur an.

Bluelab Combo Meter, Messgerät für pH, EC & Temperatur

Bluelab Combo Meter, Messgerät für pH, EC & Temperatur

von bluelab

  • misst pH, EC und Temperatur
  • austauschbare Sonden
  • einfache Anwendung

Preis: € 248,73 (€ 268,90)

Wer auf Hydroponik growt und eine dauerhafte und quasi vollautomatische pH/EC Kontrolle bevorzugt, kann zum Bluelab Guardian Monitor greifen. Dieser misst pH-Wert, EC-Wert und die Temperatur dauerhaft und kann einen Alarm wiedergeben, sobald einer der Werte abweicht.

pH-Test Kit

Wir empfehlen das pH Test Kit von GHE. Das hat sich über Jahrzehnte bei Growern bewährt. Mit unter 10 EUR Kaufpreis ist es extrem günstig und reicht für etwa 500 Messungen.

Es deckt mit 4,0 bis 8,5 nur ein Teil der pH-Skala ab, was für Grower absolut ausreicht. Dabei wird das ein nur grobes Messergebnis mittels Farbskala angezeigt (Intervalle von 0,5er). Das ist nicht 100% exakt, aber ausreichend genug, um Abweichungen festzustellen. Zudem ist es unschlagbar günstig.

Die Bedienung ist super einfach: Flüssigkeit, die man messen will, in das Röhrchen einfüllen. Ein bis zwei Tropfen der Lösung rein. Kurz schütteln und den Wert mit der Skala abgleichen. Bei Eigenbedarf Grows hat man selbst mehrere Pflanzen recht schnell überprüft.

Low Budget
Terra Aquatica pH Test Kit für 500 Tests

Terra Aquatica pH Test Kit für 500 Tests

von General Hydroponics (GHE)

Preis: € 5,95

Zusammenfassung

Generell sollte man beim Anpassen des pH-Werts nur sehr langsam und vorsichtig vorgehen, um das Bodenleben nicht durcheinander zu bringen. Die Pflanze reagiert oft mit Stress, wenn der pH-Wert zu abrupt geändert wird.

Zusammenfassung:

  • Probleme mit dem pH gehören zu den häufigsten Problemen beim Hanfanbau
  • Ist der pH nicht im optimalen Bereich, gibt es Nährstoffmängel und die Pflanze wird krank
  • Empfohlener pH-Wert auf Erde: 6,5 – 7,5; bei Hydro oder Kokos 5,5 – 6,5
  • Leichte Schwankungen innerhalb des empfohlenen Bereiches ganz normal und sogar erwünscht
  • Organische Erde verzeiht schonmal leichte pH-Ausreißer. Oft reicht schon der Dünger, um zu hohen pH des Wassers runterzudrücken
  • Bei mineralischer Erde muss der optimale Bereich möglichst durchgehend eingehalten werden. Hat man zu hohen oder zu niedrigen pH in der Erde, muss man sie flushen (spülen) und leicht neu andüngen
  • Bei Kokos oder Hydro verzeihen die Pflanzen keinerlei pH-Fehler, man muss den Bereich penibelst einhalten und kontrollieren
  • Für organische Grower reicht ein pH-Test Kit, mineralische Grower sollten ein pH-Meter kaufen
  • Beim mineralischen Grow bei jeder pH-Kontrolle auch den EC-Wert messen

Kaufempfehlungen Dünger und Erde

Um Probleme mit dem pH-Wert schon vorab zu vermeiden, sollte man direkt hochwertige Erde und Dünger kaufen. Damit verhindert man nicht nur typische Nährstoffprobleme, sondern auch mögliche pH-Probleme.

Hochwertige Erden haben beispielsweise eine Pufferwirkung, sodass selbst stärkere pH-Schwankungen nicht gleich in Problemen enden. Und wenn der Dünger ebenfalls von hoher Qualität ist, kann dieser den pH-Wert im Substrat besser stabilisieren.

Gleichzeitig sollten Erde und Dünger auch zueinander „passen“. Sprich, will man organisch düngen, muss eine „lebendige“ Erde her, die Effektive Mikroorganismen (EM) enthält. Wenn man sich unsicher ist, kann man beides vom gleichen Hersteller kaufen.

Mineralischer Dünger

Als mineralischer Dünger ist unsere aktuelle Top-Empfehlung die Plagron 100% Terra Serie. Diese Düngerreihe ist ein Klassiker unter den mineralischen Cannabisdüngern.

Wichtig ist, dass man bei der Dosierung des Düngers den pH-Wert und den EC-Wert laufend kontrolliert. Dafür hat Plagron einen eigenen Düngeschema-Rechner auf deren Webseite, um die richtige Dosis schnell und einfach zu berechnen.

Wer Plagron zum ersten Mal ausprobieren will, der kann direkt bei Plagron das Plagron Terra 100% Starter Guide Set kaufen. Dort sind jeweils 250ml Terra Grow und Terra Bloom Dünger sowie ein paar Bonus Zugaben wie bspw. ein Anbau-Leitfaden enthalten. Für gerade einmal 8,95 EUR inkl. Versand kann man hier nicht viel falsch machen.

Top-Empfehlung
PLAGRON Starter Set 100% TERRA Dünger inkl. Guide (mineralisch)

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  • 250ml Terra Grow
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  • Schritt-für-Schritt-Anbauleitfaden
  • 5 Pflanzschilder und Stift für Notizen
  • Messbecher

Preis: € 8,95

Wer direkt eine größere Menge kaufen will, kann das Plagron Easy-Starter Set für Erde 2x 1L direkt bei Growland kaufen. Dort sind 2x 1 Liter Terra Grow und Terra Bloom Dünger dabei, allerdings ohne jegliche Extras.

Plagron Easy-Starter Set für Erde 2x 1L

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von Plagron

  • Plagron Terra Grow 1 Liter
  • Plagron Terra Bloom 1 Liter

Preis: € 18,90 (€ 19,90)

Organischer Dünger

Für einen organischen Flüssig-Dünger empfehlen wir uneingeschränkt zur BioBizz Düngerserie zu greifen. Wir empfehlen direkt das Biobizz Starters Pack zu kaufen, sodass man direkt alle notwendigen Dünger und Zusätze am Start hat.

Top-Empfehlung
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BioBizz ein extrem hochwertiger organischer Dünger, der das Innenleben in der lebendigen Erde ordentlich anregt und zur Erdqualität beiträgt. Der Bio Grow Dünger ist für die Wachstumsphase, Bio Bloom ist für die Blütephase.

Man sollte beachten, dass die Erde ebenfalls organisch sein muss, damit der Dünger seine Wirkung voll entfaltet. Wir empfehlen dazu die passende BioBizz Erde, die gleichzeitig unsere Top-Empfehlung für Cannabis Erde ist.

Vor allem Anfänger werden sich bei der Benutzung der BioBizz Dünger freuen – man muss nicht ständig EC- und pH-Werte kontrollieren. Es reicht einfach nach dem empfohlenen Dünge-Schema vorzugehen und wird damit super Ergebnisse einfahren.

Organisch-Mineralischer Dünger

HESI Dünger sind mineralisch, haben aber einen kleinen Anteil an organischem Dünger mit drin. Der Vorteil: Der EC-Wert ist etwas niedriger, so dass die Gefahr der Überdüngung nicht ganz so hoch ist. Das ganze gibt es als praktische HESI Starterbox Erde.

Top-Empfehlung
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Ein mineralisch-organischer Dünger ist nützlich, wenn beispielsweise das Leitungswasser einen hohen EC-Wert hat oder Sorten anbaut, die empfindlich auf Überdüngung reagieren.

Man sollte beachten, dass der HESI Dünger nur dann seine volle Wirkung entfaltet, wenn die Erde einen organischen Anteil hat. Am einfachsten ist es die HESI Grow Mix Erde zu verwenden, da der Dünger damit optimal funktionieren wird. Bei anderen Erden sollte man auf den organischen Anteil achten.

Passende Erde

Unsere ultimative Empfehlung ist die BioBizz Erde für einen organischen Anbau. Für die Keimung und Anzucht nimmt man den Biobizz Light Mix Erde. Für den End-Topf nimmt man den vorgedüngten BioBizz All-Mix. Passend dazu sollte man auch den organischen BioBizz Dünger kaufen.

Wer volle Kontrolle über die Nährstoffzugabe will, sollte zu einer „nicht lebendigen“ Erde greifen und mineralisch düngen. Damit sind die Nährstoffe sofort aufnahmebereit. Unsere Empfehlung ist die Plagron Grow-Mix Erde. Sie ist für drei Wochen vorgedüngt. Für die Anzucht passt dazu die Plagron Light Mix Erde.

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