Cannabis trocknen – so macht man es richtig

Junior Gong

Junior Gong ist der Gründer von CannabisAnbauen.net vesorgt euch mit den Besten Tipps und Tricks rund um Indoor und Outdoor Growing von Weed.

In diesem Artikel möchte ich etwas näher auf das Thema Marihuana trocknen eingehen. Der Grund dafür ist, dass dieser Teil besonders von Anfängern sehr oft vernachlässigt wird, wodurch die Qualität ihres Marihuanas drastisch abnimmt. Selbst ich habe diesen Fehler in meiner Anfangszeit als Grower gemacht. Ich möchte allen Growern helfen, diesen Fehler nicht zu machen und zeigen wie es richtig geht! 🙂

Warum Trocknen?

Nachdem dem die Cannabis Buds erfolgreich geerntet wurden, ist noch jede Menge Rest-Feuchtigkeit und Chlorophyll in den Blüten enthalten. Direkt nach der Ernte ist 75% der Blüten-Masse nichts anderes als Wasser. Würde man die Buds sofort rauchen, würde es wirklich stark im Hals kratzen und fast ungenießbar sein.

Das Ziel beim Trocknen ist, dass der Wasseranteil der Buds unter 20% sinkt. Optimal sind ca 10-15%. Um diesen Zustand zu erreichen, braucht man etwa ein bis zwei Wochen Trockenzeit

Durch den Wasserverlust verringert sich die Gesamt-Masse der Buds. Die Menge des THC bleibt jedoch gleich, wodurch mehr THC auf weniger Masse vorhanden ist. So werden die Buds erheblich potenter. Man muss viel weniger Cannabis-Masse konsumieren, um den gleichen Effekt zu erreichen.

Wenn die Cannabis Buds gar nicht oder nicht ausreichend lange getrocknet werden, besteht akute Schimmelgefahr beim späteren Fermentieren bzw. Curen. Beim Einlagern der Buds in geschlossene Behälter würde die überschüssige Feuchtigkeit aus den Buds schnell entweichen und Schimmel ansetzen.

Nicht nur das Wasser verschwindet im Trockenprozess. Auch wird das Chlorophyll abgebaut. Deswegen verlieren die Buds im Prozess auch leicht an grüner Farbe. Das Chlorophyll ist eher beim Konsum eher störend und verursacht beim Rauchen das typische Kratzen und Husten im Hals.

Zusätzlich werden mehr Aromen in den Buds „freigegeben“, die beim Konsumieren sonst durch die Feuchtigkeit und das Chlorophyll überdeckt wären. Bei getrocknetem Weed bekommt viel mehr und weitaus interessantere Geschmacksnoten.

Der einzige Nachteil beim Trocknen ist, dass man 1-2 Wochen Geduld mitbringen muss. Klar kann man es wahrscheinlich nach der ganzen Arbeit kaum abwarten seine eigens angebauten Pflanzen endlich zu rauchen. Als Grower sollte man Geduld mitbringen. Die Buds laufen dir nicht weg, so weit ist die Gentechnik noch nicht! 😉

Der ganze Aufwand macht sich jedoch auf jeden Fall bezahlt! Außerdem ist Trocknen einfach ein geiles Gefühl, denn man weiß dass man selbst etwas geschafft hat und die Vorfreude ist einfach unbeschreiblich groß.

Besten Methoden zum Trocknen

Wichtig beim Trocknen ist, dass es langsam geschieht. Warum langsam? Wasser braucht eine gewisse Zeit um aus dem Kern der Blüten nach außen zu wandern und dann zu verdunsten. Würde man zu schnell Trocknen, bleiben die Buds im Inneren noch total feucht während sie außen schon total bröselig sind. Gleichzeitig bleibt noch jede Menge Chlorophyll in den Zellen.

Die bewährteste Methode ist das Kopfüber Trocknen während die Buds noch an den Ästen dran sind. Dabei werden die manikürten Triebe kopfüber in einem geschlossenen und dunklen und gut durchlüfteten Raum aufgehangen.

Zum Aufhängen kann man der Kreativität freien Lauf lassen. Üblich sind Garderobenstangen, Kleiderbügel oder sonstige Basteleien. Die Bilder unten dienen als Inspiration.

Vorteil vom Kopfüber Trocknen, dass die dünneren Zweige ein guter Indikator für den Fortschritt des Trocknens sind. Sobald sich diese nicht mehr verbiegen lassen und stattdessen „knacksen„, sind die Buds ausreichend durchgetrocknet.

Man braucht ausreichend Platz, da die Zweige sich auf keinen Fall berühren dürften. Es sollte stets genug Abstand zwischen den Zweigen vorhanden sein. Andernfalls kann schnell Schimmel entstehen, falls die Luftfeuchtigkeit zu hoch ansteigt.

Alternativ kann man die Buds direkt nach dem Ernten und Maniküren von den Ästen abtrennen und auf einem Trockennetz auslegen.

Vorteil ist, dass man nicht ganz so viel Platz braucht und es einfacher zu handhaben ist. Die Buds können auf mehreren Ebenen ausgelegt und optimal von Luft umströmt werden. Die Schimmelgefahr ist niedriger als bei der Trocknung ganzer Zweige, da sich weniger Pflanzenteile gegenseitig berühren.

Allerdings besteht die Möglichkeit, dass die Buds außen etwas zu schnell trocknen. Hier sollte man die Frischluftzufuhr regulieren, bspw. indem man den Abluft-Ventilator soweit wie möglich herunterregelt.

Schlechte Methoden zum Trocknen

Oft verbreitet sind Tipps zum Trocknen auf Zeitungspapier oder Papiertüchern: Diese Methode ist extrem schimmelanfällig!

Durch den Kontakt mit dem Papier findet kaum Luftaustausch statt. Das Wasser tritt aus den Buds aus und setzt sich dort ab, wo die Buds das Papier berühren. Dadurch kann es nicht abtransportiert werden.

Solch eine Umgebung ist perfekter Nährboden für Schimmel. Deswegen auf gar keinen Fall zuhause nachmachen!

Was ist mit Schnelltrocknen?

Was man auf keinen Fall machen sollte, ist das Trocknen künstlich zu beschleunigen, indem man die Buds in eine heiße Umgebung legt. Beispiele sind Mikrowelle, Backofen oder (Gott bewahre) auf dem Herd.

Zu hohe Temperaturen bewirken ein extrem ungleichmäßiges Trocknen der Buds. Sie werden von außen extrem trocken und bröselig, während sie im Inneren noch total feucht sind. Auch das Chlorophyll bekommt nicht genug Zeit für den Abbau.

Auch das Aroma leidet beim Trocknen unter Hitze. Viele Terpene (Aromastoffe im Inneren der Pflanze) sind hitzeempfindlich und können schon durch leicht erhöhte Temperaturen (schon ab ca. 30ºC) zerstört werden. Einfacher gesagt: Die Buds verlieren durch die Hitze an Geschmack.

Was man zum Trocknen braucht

Neben einem geeigneten Ort braucht mal auch ein paar Besorgungen, die einem beim Trocknen helfen. Man sollte die Sachen spätestens mit der Einleitung der Ernte besorgen.

Tipp: Wenn man in der Growbox trocknet, hat man die Sachen meist schon zur Hand.

Man braucht:

Für die Growbox und zum Trocknen empfehle ich das Modell von TFA Dostmann Moxx. Es ist kompakt, arbeitet zuverlässig und zeigt auch Min/Max Werte an. Man kann es auch an die Wand hängen oder einfach aufstellen.

Dostmann digitales Thermo-Hygrometer Moxx, schwarz, 5.7 x 1.3 x 6.9cm
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Eignet sich ideal für die Growbox, zum Trocknen und für Einmachgläser bei Fermentation und Lagerung. Zeigt ebenfalls Min/Max Werte an, so dass man Schwankungen sehen kann.

Wo cannabis trocknen?

Um Cannabis Blüten richtig zu trocknen, benötigt man einen geeigneten Raum mit der richtigen Temperatur und relativen Luftfeuchtigkeit (RLF). Der Raum sollte eher kühl (max 20°C) und relativ trocken (30-50% RLF) sein.

Temperatur und RLF sind zwei Gegenspieler. Steigt die Temperatur, sinkt die Luftfeuchtigkeit. Und umgekehrt genauso. Je stärker die Temperatur schwankt, desto mehr schwankt auch die Luftfeuchtigkeit. Geht die RLF über 70%, besteht sehr hohe Schimmelgefahr!

Der Raum oder die Box sollte nicht zu groß sein. Ich empfehle weniger als 5m² Fläche. Je kleiner der Raum bzw. die Box, desto einfacher ist es Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf dem passenden Level zu halten.

Die Trocknung sollte im halbwegs dunklen Raum stattfinden. Es ist nicht schlimm, wenn etwas Licht rankommt. Nach der Ernte liegt das THC noch in THC-A Form vor, was noch nicht lichtempfindlich ist. Nur beim späteren Einlagern oder Fermentieren muss es zappenduster sein.

Optimalerweise sollte der Raum bzw. die Box verschließbar sein. Damit kann kein Geruch nach außen dringen. (Logischerweise sollte niemand Zugang zu dem Raum haben und kein Verdacht auftreten, wenn der Raum über einen längeren Zeitraum abgesperrt bleibt.)

Optimal Bedingungen:

  • Raum/Box möglichst klein (unter 5m2)
  • 15-20°C Temperatur (und möglichst wenig Schwankungen!)
  • 30-50% Luftfeuchtigkeit
  • Halbwegs Dunkel
  • Luftaustausch möglich

Findige Leser werden bemerkt haben: Eine Growbox erfüllt all diese Bedingungen! Mit dem Abluft-Ventilator samt Zeitschaltuhr kann die Frischluft passend reguliert werden.

Auch unsere Schweden-Growbox ist perfekt fürs Trocknen geeignet!

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Trocknen im Karton?

Solange man nur eine kleine Menge trocknet oder kein Problem mit dem Geruch hat, ist ein einfacher Karton durchaus zum Trocknen geeignet.

Das größte Problem des Kartons ist der Geruch. Je nachdem wieviel man trocknet, werden die Buds sehr schnell einen penetranten Marihuana Geruch im gesamten Raum verteilen.

Gegen den Geruch hilft ein Ozonisator. Dieser kann den Cannabis Stank im Zimmer neutralisieren, dann aber nur bis zu einer bestimmen Menge. Siehe im Abschnitt unten.

Wie Geruch beseitigen?

Wenn man nicht in der Growbox (wo der AKF angebracht ist) trocknet, sollte man sich Gedanken machen, wie man den Geruch beseitigt.

Man darf den starken Cannabis Geruch von frisch geernteten Buds nicht unterschätzen. Schon eine einzige geköpfte Pflanze reicht, um die Wohnung komplett in Cannabis Aroma zu füllen.

Mit einem Ozonisator kann man den Geruch von einer geernteten Pflanze noch halbwegs neutralisieren. Wichtig ist, dass das Zimmer nicht zu groß ist. Das Gerät verbreitet Ozon Teilchen, die sich dann chemisch mit den Geruchsmolekülen verbinden. Damit sind sie nicht mehr zu erriechen.

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Neutralisiert lästige und verräterische Gerüche in den eigenen vier Wänden. Sehr kompakt und leicht. Ideal für kleinere Räume oder niedrige "Geruchsbelastung". Eignet sich gut, um bei offener Growbox oder beim Trocknen Cannabis Gerüche zu neutralisieren

Wenn man keinen passenden Raum hat?

Was ist, wenn man keinen geeigneten Ort zum Trocknen von Cannabis hat? Beispielsweise ist es im Hochsommer schwer eine kühle Temperatur hinzubekommen, die gleichzeitig halbwegs stabil ist. Man muss nicht verzweifeln. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Wenn es zu kühl ist (unter 15°C), dauert das Trocknen etwas länger, da das Wasser langsamer entweicht. Die Schimmelgefahr ist auch etwas höher, weil die kühle Luft weniger Wasser speichern kann.

  • Lösung: Länger trocknen und öfter auf Schimmel kontrollieren

Unter 5°C ist Trocknen nicht mehr möglich, weil sich dann Wasseransammlungen an den Buds bilden können.

  • Lösung: Anderen Raum suchen. Es besteht extreme Schimmelgefahr!

Wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist, neigen die Buds zu schnell und ungleichmäßig zu trocknen. Die Buds werden innen noch feucht, aber außen schon bröselig sein.

  • Lösung: Schüssel mit Wasser in den Trockenraum stellen, um Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Alternativ tut es ein Luftbefeuchter.
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Ideal, um Luftfeuchtigkeit in der Growbox anzuheben und ideale Bedingungen für den Grow oder die Trocknung herzustellen.

Wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist, trocknen die Buds langsamer. Das Wasser kann nur langsamer entweichen. Auch steigt die Schimmelgefahr, da schon leichte Temperaturabfälle für Wasserablagerungen sorgen können.

  • Lösung: Umluft und Abluft leicht hochdrehen. Alternativ Luftentfeuchter in der Box aufstellen.

Wie lange trocknen?

Bei optimalen Bedingungen dauert das Trocknen ein bis zwei Wochen. Wenn man ganze Äste zum Trocknet aufhängt, kann man anhand der Zweige leicht testen, ob die Buds ausreichend trocken sind.

Hat man einzelne Buds bspw. auf einem Trockennetz ausgelegt, kann man anhand des Gewichts abschätzen, wie weit die Buds durchgetrocknet sind. Insgesamt werden die Buds beim Trocknen ca. 50-75% an Gewicht verlieren. Das ist ein guter Anhaltspunkt.

Die einfachste und zuverlässigste Methode zum Testen: Anrauchen!

Am Ende entscheidet man als Grower selber, wie trocken man die Buds haben möchte. Es reicht einen kleinen Bud abzuzupfen und ihn pur zu rauchen. Sobald es nicht mehr penetrant im Hals kratzt und es einem gefällt, kann man die Trocknung beenden.

Was tun bei Schimmel?

Wer schon mal Schimmel beim Trocknen hatte, kennt den Schmerz. All die wochenlange Arbeit beim Grow mit einem Schlag war auf einmal umsonst. Egal wie schimmelresistent eine Sorte ist, beim Trocknen, Fermentieren und Lagern macht sind alle Sorten gleich betroffen.

Hat sich einmal Schimmel breitgemacht, hat man keine andere Wahl als die betroffenen Buds sehr großzügig zu entfernen. Benachbarte Buds sollten ganz streng nach Schimmel oder Wasseransammlungen kontrolliert werden.

Sind erste braune Flecken oder kleine Wasseransammlungen vorhanden, müssen auch diese Buds entsorgt werden. Verschimmelte Buds sind ein extrem hohes Gesundheitsrisiko. Sie dürfen auf gar keinen Fall konsumiert werden!

Damit die wertvollen Buds nicht im Biomüll enden, sollte man sicherstellen, dass die Trocknung richtig abläuft. Hier hilft das Indoor Growing eBook. Diese Schritt für Schritt Grow Anleitung zeigt, wie man Cannabis hochzieht und anschließend optimal erntet, trocknet und zum Schluss veredelt. So bekommt man perfekt getrocknete Blüten bei jedem Durchgang!

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Kommentare

  1. neee, machen die in warmen ländern (spanien,marokko…) sicher nicht,
    irgendwo unters dach in schatten hängen, da wirds gut umlüftet und schimmelt auch nicht

  2. Vielleicht ne kleine Zelt im Baum Aktion!:thinking: