Spinnmilben Befall – Was tun?

Man hat einen Spinnmilben-Befall in der Growbox und ist nicht sicher, wie man die Biester wieder los wird? Bevor man in Panik gerät, gibt es die passenden Maßnahmen, wie man die unliebsamen Besucher los wird.

Erkennen

Ein Spinnmilben Befall ist an kleinen gelb/weiß transparenten Punkten bzw. Mini-Flecken auf den Blattoberflächen zu erkennen. Das sind Saugstellen, an denen die Spinnmilben den Saft von der Pflanze „zapfen“.

Hat man weiße Punkte gefunden, muss man die Blattunterseiten überprüfen. Hat man dort kleine schwarze Punkte, die sich eventuell langsam bewegen, hat man es höchstwahrscheinlich mit Spinnmilben zu tun.

Um sicherzugehen, sollte man ein Taschenmikroskop nehmen und die kleinen Biester genauer anschauen. Spinnmilben sind ca. 0,4 – 0,8mm lang und mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

Man sollte zu einem Taschenmikroskop greifen und auf Nummer sicher gehen. Spinnmilben sehen aus wie kleine Spinnen mit ovalem Körper mit vier Beinpaaren. Ihr Körper ist meist rot/bräunlich, die Beine sind transparent.

Bei fortgeschrittener Ausbreitung bilden sie Gespinste zwischen den Blättern, wie auf dem vierten Bild unten zu sehen. Oft sind die kleinen Spinnweben kaum zu sehen. Es hilft mit einem Zerstäuber etwas Wasser auf die Pflanze zu sprühen, um sie besser zu erkennen.

Folgen

Die Spinnmilben ernähren sich buchstäblich vom „Lebenssaft“ der Pflanzen. Sie saugen Saft von den Blattunterseiten ab, wodurch die weiß/gelben Punkte entstehen. Durch die Schäden und ausgesaugten Nährstoffe ist es für die Pflanze schwer Chlorophyll zu bilden und die Photosynthese fortzusetzen.

Im weiteren Verlauf werden die Blätter gelb und blass, wirken kraftlos. Das Wachstum kann sehr stark gehemmt werden und damit die spätere Ernte reduzieren. Wenn man nichts gegen die Viecher tut, kann die Pflanze recht schnell verblassen und absterben.

Ursachen

Meist ist eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit und/oder zu hohe Temperatur Schuld an der Ausbreitung. Spinnmilben lieben heiße und trockene Luft. Sie breiten sich bei diesen Bedingungen rasant aus und befallen immer mehr Blätter.

Spinnmilben kommen eher beim Indoor Growing vor. Sie sind übliche Widersacher für Zimmerpflanzen. Drinnen haben sie keine natürlichen Feinde und optimale Bedingungen. Vor allem im Winter wenn die Luft im Haus relativ trocken ist, kommen sie oft vor. Sie werden meist von draußen durch die Zuluft eingeschleppt.

Eine weibliche Spinnmilbe kann bis zu Hundert Eier legen. Die kleinen BIester können sich dadurch extrem schnell vermehren und großen Schaden an der Pflanze anrichten.

Loswerden

Hat man einmal die lästigen Viecher entdeckt, muss man umgehend handeln. Die ausgewachsenen Spinnmilben und die Eier müssen jeweils mit separaten Mitteln bekämpft werden.

  • Gegen die Spinnmilben-Eier hilft Neudorff Schädlings-Frei oder Neemöl mit Kaliseife
  • Gegen die ausgewachsenen Spinnmilben helfen Raubmilben

Das Schädlings-Frei bzw. Neemöl und Kaliseife werden als erstes eingesetzt. Erst danach können die Raubmilben ausgesetzt werden. Andernfalls würde das Mittel auch die Raubmilben angreifen. Es reicht etwa 24 Stunden nach der Neemöl Behandlung zu warten, dann können die Raubmilben raus.

Nachdem man die Spinnmilben komplett vernichtet hat, sollte man die Temperatur und Luftfeuchtigkeit anpassen, um die Viecher nicht noch einmal in die Growbox einzuladen.

Neudorff Schädlings-Frei

Wer schnell und einfach vorgehen will, kauft eine 500ml Sprühflasche Neudorff Spruzit AF Schädlings-Frei. Die kostet etwa 10 EUR und gibt es in fast jedem Baumarkt. So muss man nichts selber anmischen und kann sofort mit der Eradikation der Biester anfangen.

Das Mittel wird für 3-4 Tage jeweils einmal täglich auf die Blattoberflächen und -unterseiten aufgesprüht. Dann noch 24 Stunden warten und danach die Raubmilben aussetzen.

Neemöl

Wer lieber eine eigene Mischung herstellen will, greift zu Kaliseife und Neemöl. Das Neemöl sollte man direkt mit Emulgator kaufen, so dass es sich mit Wasser vermischt. Kauft man normales Neemöl, würde es sich nicht mit Wasser vermischen lassen.

Zuerst wird einmalig die Kaliseife auf die Blattober- und unterseiten gesprüht. Danach wartet man 24 Stunden, bis das Neemöl eingesetzt wird.

Die Neemöl-Emulsion wird mit Wasser verdünnt und nur auf die Blätter von oben und unten aufgesprüht. Man sollte die Prozedur für 3-4 Tage alle 24 Stunden wiederholen. Blüten auf keinen Fall besprühen, da es sonst in den Buds hängen bleiben und später den Geschmack versauen kann.

Zum Verteilen der Lösung sollte man zu einem Drucksprüher greifen. Ein normaler Zerstäuber wird nicht funktionieren, da die Lösung leicht zähflüssig ist.

Zu

Wichtig ist die Pflanze direkt am Anfang der Dunkelphase zu besprühen! Ansonsten können die Wasserkügelchen unter Licht kleine Verbrennungen verursachen. Sie wirken unter der Lampe wie kleine Linsen, die das Licht bündeln.

Neemöl sollte nicht in den letzten drei Wochen der Blütephase eingesetzt werden. Die Lösung hat nicht genug Zeit sich zu verflüchtigen. Meist bleiben Rückstände an den Buds hängen und versauen den Geschmack versauen.

Raubmilben (PP)

Die Raubmilben Phytoseiulus persimilis (PP) sind ein winzig kleine Insekten, das sich von Spinnmilben ernähren. Sie sind eine super rein-biologische Methode gegen die Spinnmilben-Plage. Sie haben keinerlei Nebenwirkungen oder negative Effekte auf die Pflanze oder den Menschen. Wichtig ist, dass nicht irgendwelche sondern die passenden Raubmilben konkret gegen Spinnmilben gekauft werden.

Raubmilbe PP macht sich über eine Spinnmilbe her

Wenn die Pflanze mit Neemöl oder Schädlingsfrei behandelt wurde, muss man 24 Stunden bis zur Aussetzung der Raubmilben warten. So kann sich die Lösung verflüchtigen. Andernfalls würde es die Raubmilben angreifen. Einmal ausgesetzt, fressen die Raubmilben dann die Spinnmilben direkt drauf los, und das ohne die Pflanze zu schädigen.

Wichtig ist Temperatur und Luftfeuchtigkeit relativ hoch zu halten, so dass die Raubmilben sich rasch ausbreiten können. Ich empfehle 22-25ºC Temperatur und 60% Luftfeuchtigkeit. Dabei verbreiten sich die Raubmilben doppelt so schnell wie die Spinnmilben.

Sind die Spinnmilben einmal alle aufgefressen, verhungern die Raubmilben und sterben nach wenigen Tagen ab.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit korrigieren

Nachdem man die Spinnmilben mit den Methoden oben beseitigt had, sollte man die Luftfeuchtigkeit und Temperatur anpassen, so dass die Krabbelmonster nicht nochmal auftauchen.

Zur Erinnerung: Es sollten optimalerweise 20-25ºC in der Growbox herrschen. In der Wachstumsphase sind 40-60% Luftfeuchtigkeit optimal. In der Blüte sind 30-50% RLF am besten.

Es reicht die Temperatur leicht zu senken, dann steigt die Luftfeuchtigkeit automatisch etwas an. Kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen, womit die RLF beim Abkühlen ansteigt.

Um die Temperatur in der Growbox zu senken, kann man die Heizung im Zimmer runterdrehen oder öfter stoßlüften, so dass kühle Luft in die Wohnung und damit auch in die Box gelangt.

Ein einfacher Trick zur Kühlung der Growbox: Die Lichtphase nachts laufen lassen. So kann man die Abwärme der Leuchte mit der kühlen Nacht-Temperatur etwas ausgleichen.

Hat man eine sehr heiße Lampe (bspw. eine MHL/NDL), kann man je nach Möglichkeit die Abluft-Leistung erhöhen. Alternativ kann man eine Cooltube kaufen, um die Hitze der Lampe separat abzutransportieren.

Grundsätzlich sollte man überlegen auf LED-Beleuchtung umzusteigen. Diese verbrauchen weitaus weniger Strom und werden kaum heiß. Dafür sind sie teurer in der Anschaffung. Mehr dazu in der LED-Kaufberatung.

Vorbeugen

Damit die Spinnmilben sich nicht nochmal einnisten können, sollte man Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Growbox optimal halten. Es darf nicht wieder trocken und heiß werden

Falls man öfter Probleme mit Spinnmilben oder anderen Biestern hat, kann man die Pflanze regelmäßig präventiv mit Neemöl oder Neudorff Schädlings-Frei zu behandeln.

Es reicht die Lösung einmal pro Woche auf die Blätter (Ober- und Unterseiten!) zu sprühen. In den letzten drei Wochen der Blüte nicht mehr sprühen! So beugt man nicht nur Spinnmilben, sondern vielen anderen Schädlingen vor.

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