Rußtau – Was tun?

Unter den vielen Arten von Schimmeln, die dem Cannabis Anbauer das Leben schwer machen können, steht der Rußtau etwas heraus. Denn an sich genommen ist der Rußtau kein besonders gefährlicher Schimmel. Rußtau tritt jedoch meist als Resultat eines Schädlingsbefalls auf.

Hat man einen Rußtaubefall bei seinen Pflanzen, kann man demnach mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass ein Schädlingsbefall vorliegt. Und das heißt, man hat dann gleich zwei Probleme: Die Schädlinge und den Schimmel!

Hier kann man alles über Rußtau beim Anbau erfahren und lernt wie man ihn erkennt, loswird und vorbeugt.

Was ist Rußtau?

Der Rußtau ist ein Schimmelpilz aus der Gattung der Schlauchpilze. Er entsteht meistens nicht von allein, sondern als Resultat eines Schädlingsbefalls. Schädlinge wie Blattläuse, Schmierläuse oder die Weiße Fliege scheiden Honigtau aus. Auf diesem siedelt sich dann der Rußtau an.

Der Rußtau trägt seinen Namen deswegen, da der dunkle, fast schwarze Pilzbelag auf den Blättern Ruß ähnlich sieht. Zum klebrigen Honigtau, auf dem sich der „Ruß“ einfindet, kommen die Schädlinge, die dafür verantwortlich sind dann noch dazu. Sprich, bei Rußtaubefall hat man schon eine ziemliche Sauerei bei den Pflanzen. Dementsprechend hat man dann auch eine ganze Menge zu tun.

Eigentlich ist bei Rußtau der dunkle Schimmelbelag das kleinste Problem. Dieser kann bei starkem Befall zwar schon das Pflanzenwachstum behindern. Doch sollte man sich in erster Linie über die dafür verantwortlichen Schädlinge Sorgen machen. Diese sind nämlich das eigentliche und meist auch größere Problem. Mehr dazu im Abschnitt unten: Was tun bei Rußtau?

Wann es vorkommen kann

Der Rußtau kann in allen Lebensphasen von Cannabis vorkommen. Meist ist er das Resultat von Schädlingsbefall. Der Pilz kann bei feucht-warmen, aber auch bei trockenen Bedingungen vorkommen. Kranke und schwächliche Pflanzen mit geringer Widerstandskraft sind besonders anfällig für Schädlingsbefall. Dann gibt es auch ein erhöhtes Risiko für Rußtau.

Wie Rußtau erkennen?

Rußtau erkennt man an dem dunklen, flockigen und rußartigen Belag an der Blattoberfläche und an anderen Stellen an der Pflanze.

Rußtau bildet einen schwarzen „Rußbelag“ auf den Blättern

Den Honigtau, auf dem der Rußtau sich findet, kann man auch recht einfach erkennen: Er bildet eine durchsichtige, klebrig-glänzende Schicht auf den Blättern.

Sieht man genau hin, wird man aller Wahrscheinlichkeit nach auch Schädlinge wie z. B. Blattläuse, oder Schildläuse auf den Pflanzen erkennen. Dafür braucht man dann aber schon gute Augen, oder man verwendet eine Lupe oder ein Mikroskop.

Tipp: Manchmal verstecken sich die Schädlinge, die für den Honigtau bzw. den Rußtau verantwortlich sind, auf den Blattunterseiten.

Typische Ursachen

Die Pilzsporen vom Rußtau keimen unter feuchten Bedingungen in der Gegenwart von Honigtau, der von Schädlingen wie z. B. von Blattläusen, Schmierläusen, der Weißen Fliege u.a. ausgeschieden wird. Sprich, Rußtau ist in erster Linie das Resultat eines Schädlingsbefalls.

Honigtau wird von Schädlingen ausgeschieden. Er bildet eine klebrige, glänzende Schicht auf den Blättern.

Typische Bedingungen beim Indoor Anbau, wie etwa hohe Luftfeuchtigkeit und schlechte Luftzirkulation in der Growbox begünstigen jedoch den Rußtau. Der Rußtau-Pilz liebt jedoch auch warmes und trockenes Wetter.

Weiterhin leiden Pflanzen, die durch Feuchtigkeitsmangel gestresst sind, häufiger unter Blattlausbefall. Dies führt dann zu einer erhöhten Honigtauproduktion und ein vermehrtes Aufkommen von Rußtau.

Beim Outdoor-Anbau verhindern längere Trockenperioden, dass der Honigtau von der Pflanze abgewaschen wird. Dann erhöht sich auch das Risiko für das Auftreten und die Schwere für die Erkrankung.

Folgen von Rußtau

Rußtau dringt nicht, wie einige andere Schimmelarten in die Pflanze ein. Ein starker Befall kann jedoch zur Reduktion der Photosynthese und demnach ein verlangsamtes Wachstum führen. Weiterhin schwächt der Rußtaubelag die Pflanzen und macht sie anfälliger für andere Krankheiten.

Ein weitaus größeres Problem als der Rußtau selbst ist der Schädlingsbefall, welcher ihn letztendlich ausgelöst hat. Die Tatsache, dass die Pflanzen durch den Rußtau zusätzlich geschwächt sind, kommt den Schädlingen entgegen. Denn Schädlinge bevorzugen meist Pflanzen mit verminderter Widerstandskraft.

Blattläuse, Schildläuse, Spinnmilben und andere Biester werden bei einem Befall dem Grow dann stark zusetzen. Erkennt und behebt man starken Insektenbefall nicht rechtzeitig, kommt es im besten Fall zu Einbußen bei der Ernte. Bei sehr starken Befall überleben die Pflanzen aber vielleicht gar nicht so weit. Dann kann einem ein Grow durch die Schädlinge und den Schimmel schon weit vor der Ernte in die Hose gehen.

Was tun bei Rußtau?

Bei Rußtaubefall muss man auf jeden Fall den eigentlichen Grund dafür – die Schädlinge – bekämpfen. Dann wird man letztendlich auch den Rußtau los.

Schädlinge beseitigen

Als akute Notlösung kann man die Pflanzen erst mal mit einem feinen Wasserstrahl aus dem Gartendrucksprüher absprühen. Damit kann man Schädlinge wie Blattläuse oder Milben temporär entfernen, wenn man gerade nichts anderes zur Hand hat. Eine Dauerlösung zur Schädlingsbekämpfung ist das Absprühen der Pflanzen mit Wasser jedoch nicht.

Um das wahre Problem zu beseitigen, müssen die Schädlinge entfernt werden, welche den Honigtau absondern. Erst wenn kein neuer Honigtau mehr hinzukommt, wird dem Pilz die Nahrungsgrundlage entzogen und er stirbt ab.

Häufige Cannabis Schädlinge wie Blattläuse muss man beseitigen und vorbeugen.

Hat man Schädlinge an den Pflanzen gefunden, muss man erstmal schauen, welche Art von Biestern es genau sind. Denn je nach Art der Insekten muss man mit anderen Mitteln vorgehen.

Doch wie findet man raus, welche Biester das tatsächlich sind?

Hier hilft unser brandneues Growdoktor-Tool, mit dem man seine Pflanzen innerhalb von maximal 5 Minuten selber diagnostizieren kann. Am Ende zeigt das Tool, um welchen Schädling es sich dabei handelt und was man dagegen tun muss.

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Rußtau von den Blättern abwischen

Mit einem weichen Lappen und warmen Wasser kann man frischen Honigtau von den Blättern abwischen. Hat sich dagegen schon ein dunkler Pilzrasen gebildet, sollte man Kernseife oder Neemöl ins Wasser mischen und damit die Blätter abwischen.

Das Abwischen ist zwar nicht unbedingt notwendig, wird aber bei der Genesung der Pflanzen helfen. Am besten entfernt man den Rußtau, ehe man mit der Schädlingsbehandlung anfängt.

Stark befallene Pflanzenteile entfernen

Sehr stark befallene Teile gehören abgeschnitten und entfernt. Hier gilt es mit sauberen Werkzeugen zu arbeiten! Die entfernten Pflanzenteile sollte man sicher in Plastiktüten verpacken und dann mit dem Hausmüll entsorgen. Damit stellt man sicher, dass keine Pilzsporen in der Growbox verbleiben und kann so das Risiko für das zukünftige Auftreten von Schimmel reduzieren.

Vorbeugen

Der effektivste Weg, um den Rußtau vorzubeugen ist, dass man die Pflanzen schädlingsfrei hält. Sollten Schädlinge auftreten, ist es sowieso ratsam rasch zu handeln.

Schädlinge vorbeugen

Um viele der typischen Schädlinge beim Anbau, wie Blattläusen, Spinnmilben und vielen mehr natürlich zu bekämpfen und effektiv vorzubeugen, kann man Neemöl und Kali-Seife verwenden. Die Kali-Seife bekämpft Schädlinge direkt und sofort, während das Neemöl eher eine vorbeugende Wirkung hat.

Mit Neem Öl kann man Schädlinge natürlich vorbeugen.

Das Neemöl sollte man direkt mit Emulgator kaufen, sodass es sich mit Wasser vermischt. Kauft man normales Neemöl, würde es sich nicht mit Wasser vermischen lassen.

Vor der Neemölbehandlung sollte man die Pflanzen einmalig mit einer Kaliseifelösung besprühen. Dazu einfach Kaliseife bzw. Schmierseife kaufen, die frei von Duft- und Zusatzstoffen ist.

Zum Verteilen der Lösungen sollte man zu einem Drucksprüher greifen. Ein normaler Zerstäuber wird nicht funktionieren, da die Lösung leicht zähflüssig ist.

Vor dem Neemöl wird einmalig die Kaliseife auf die Blattober- und -unterseiten gesprüht. Danach wartet man 24 Stunden, bis das Neemöl eingesetzt wird. Dann wird die Neemöl-Emulsion mit Wasser verdünnt und ebenfalls auf die Blätter von oben und unten aufgesprüht.

Wichtig ist die Pflanze in der Dunkelphase zu besprühen! Ansonsten können die Wasserkügelchen unter Licht Verbrennungen verursachen. Sie wirken unter Licht wie kleine Linsen, die das Licht bündeln.

Man sollte die Prozedur für 3-4 Tage alle 24 Stunden wiederholen. Die toten Biester kann man einfach mit einer Pinzette entfernen.

WICHTIG: Blüten auf keinen Fall besprühen, da es sonst in den Buds hängen bleiben und später den Geschmack versauen kann.

Unser Guide für Schädlingsbefall hilft einem Schädlinge beim Anbau zu erkennen, effektiv zu bekämpfen und vorzubeugen!

Pflanzen regelmäßig kontrollieren

Einen Schädlingsbefall kann man manchmal schon übersehen. Schließlich sind die Biester (z. B. Spinnmilben) meist klein und man kann sie mit bloßem Auge nur schwer erkennen. Und erkennt man sie nicht gleich, dann können Schädlinge in kurzer Zeit schon achtsamen Schaden verursachen.

Bei einigen Schädlingen wie Milben muss man schon gut hinsehen, um sie zu erkennen

Deswegen soll man die Pflanzen regelmäßig auf Schädlingsbefall hin inspizieren. Das macht man am besten mit einer Lupe oder mit einem Mikroskop. Hier muss man dann auch die Blattunterseiten ins Auge nehmen, denn dort halten sich einige Schädlinge bevorzugt auf und hinterlassen schonmal gerne Spuren in Form von Kot oder Eiern.

Erspäht man dann Biester, die auf den Pflanzen rumkriechen und startet man sofort mit Gegenmaßnahmen, kann man größeren Schaden verhindern.

Sauberkeit und Hygenie

Wenn man beim Arbeiten in der Growbox Sauberkeit walten lässt, kann man das Risiko für Schädlinge, Schimmelpilzbefall und andere Pflanzenkrankheiten erheblich reduzieren.

Dreck in der Growbox oder organischen Abfall wie abgestorbene Blätter sollte man immer sofort entfernen. Diese sind nämlich Brutstätten für Schimmel und Insekten.

Mit Sauberkeit in der Growbox und beim Arbeiten minimiert man das Risiko für Schädlinge und Schimmel

Weitere Tipps

Zum Arbeiten in der Growbox soll man immer saubere Utensilien verwenden. Scheren und andere Instrumente soll man deswegen immer mit Alkohol oder fungiziden Desinfektionsmittel sorgfältig reinigen. Damit vermindert man das Risiko, das sich Pilzsporen weiter verbreiten.

Bei Schimmelbefall in der Growbox ist eine sorgfältige Reinigung der gesamten Growbox inklusive jeglichem verwendeten Equipment, wie Töpfe, Kannen usw. Pflicht. Auch hier sollte man spezielle fungizide Desinfektionsmittel verwenden. Denn mit Wasser alleine wird man die Pilze nicht so einfach los.

Kaufempfehlungen

Pflanzenkontrolle

Ein Taschenmikroskop ist extrem hilfreich zum Inspizieren auf Schädlinge und um den perfekten Erntezeitpunkt zu bestimmen. An sich reicht schon ein günstiges Modell mit 60-facher Vergrößerung. Ich nutze persönlich Carson 60-120x MicroBrite Plus. Da ist schon eine LED Lampe verbaut, sodass man auch wirklich was erkennt.

Alternativer Profi-Kauftipp: Ein USB Mikroskop! Damit kann man digitale Fotos der Trichome machen. Zwar gibt es viele günstige Modelle bei Amazon, doch das sind meistens unzuverlässige Noname Modelle aus Fernost. Ich und andere Mitglieder im Forum haben gute Erfahrungen mit dem ROTEK USB WiFi Mikroskop.

Sauberkeit und Hygiene

Ein Satz NitrilHandschuhe gehört zum Grundrepertoire eines jeden Growers. Die Handschuhe verhindern, dass man irgendwelche Krankheitserreger oder Sporen aus der Umwelt an die Pflanze weitergibt. Wichtig ist, dass sie puderfrei sind!

Insbesondere bei der Keimung besteht die Gefahr, dass man den Seed verschmutzt und mit Krankheitserregern ansteckt. Aber auch bei der Kontrolle der Blätter auf Schädlinge oder Nährstoffmängel sind die Handschuhe extrem hilfreich, um möglichen Dreck und Sporen nicht weiterzuverteilen.

Die meisten Grower unterschätzen, wie hilfreich Desinfektionsmittel sein können. Hier kann man entweder zu Isopropyl Alkohol greifen oder zu einem typischen Desinfektionsmittel aus der Drogerie.

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Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Vor allem Gartenwerkzeuge wie Erntescheren etc. sollten vor der Arbeit an Cannabis Pflanzen ordentlich desinfiziert werden. Gerade, wenn sie draußen im Garten im Einsatz waren, kann man damit schnell Pilze, Sporen oder andere Verschmutzungen in die Growbox einschleppen.

Auch ist ein Desinfektionsmittel ein Muss, wenn man in der Growbox einen Schimmelbefall oder ähnliche Probleme hatte. Dann muss man alle Oberflächen ordentlich desinfizieren, um alle Sporen und Schimmelreste restlos zu beseitigen.

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Kommentare

  1. Was bedeutet das? :slight_smile: „steht etwas aus“?

  2. Ich glaube… steht etwas außen vor… da er eher selten vorkommt :slightly_smiling_face:

  3. Nichts ist für 'nen Autor schlimmer als wenn Leser fragen, was eine Formulierung eigentlich bedeutet :slight_smile::slight_smile: „steht er etwas heraus“ ← ist das besser?

    Er steht als etwas besonderes heraus/hervor, da der Schimmel „an sich“ nicht sonderlich gefährlich ist, er jedoch (fast immer) das Resultat eines Schädlingsbefalls ist. Und wie Krana meint, weil er auch relativ selten vorkommt.

  4. Sänk you so much! :slight_smile: Ich kann ja nich alle Redewendungen kennen. Deutscheland hat so viele Dialekte…

  5. Wie ist das Mischungsverhältnis /Wasser zu Neemöl ???

  6. Ich würde kein „normales“ Neem Öl kaufen und es zur Schädlingsbekämpfung verwenden. Denn man benötigt dann auch einen Emulgator (Kali Seife etc.), um das Öl mit Wasser zu vermischen. (Die Kali Seife treibt dann aber den pH hoch und macht das Neem weniger effektiv).

    Wenn Du im Growshop ein Neem Produkt kaufst (kein reines Öl!), dann ist die richtige Dosierung schon angegeben. Ich habe hier ein solches Produkt, da benötigt man nur 1ml auf 1L Wasser. Wenn ich also einen Sprayer mit 250ml Wasser fülle, braucht es nur 5 Tropfen von diesem Neem Produkt (da 1ml = 20 Tropfen).