Stickstoffmangel bei Cannabis – schnell und einfach beheben

Junior Gong

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Stickstoff (N) ist einer der wichtigsten Nährstoffe für die Cannabis-Pflanze. Er gehört zu den drei primären Makronährstoffen. Deswegen wird bei Düngern stets als N-P-K angegeben, in welchen Verhältnis Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten sind.

Mobilität in Erde: mobil als NO3-, immobil as NH4+

Mobilität in Pflanze: hoch

Bedarf in Vegi: sehr hoch

Bedarf in Blüte: anfangs hoch, sinkt hin zur Ernte

Funktionen von Stickstoff

Stickstoff ist ein mobiler Nährstoff, der sehr schnell durch die Pflanze transportiert werden kann. Bei einem Mangel werden mobile Nährstoffe aus den älteren Blättern entzogen, da die Pflanze sich immer die jungen Blätter und Blüten konzentriert. Deswegen sind immer zuerst die unteren Blätter betroffen.

Stickstoff gibt der Pflanze ihr kräftiges Grün (Bildung von Chlorophyll) und gibt ihr die Möglichkeit Energie aus Licht zu gewinnen (sprich Photosynthese zu betreiben). Vor allem in der Wachstumsphase dursten die Cannabis-Pflanzen nach Stickstoff, sodass sie kräftig wachsen können. In der Blütephase wird dann immer weniger Stickstoff gebraucht und stattdessen mehr Phosphor.

Hat man einmal einen Stickstoffmangel, muss man diesen so schnell wie möglich behandeln. Gerade in der Wachstumsphase braucht die Pflanze sehr viel Stickstoff, sodass ein Mangel fatal ist.

Kurz vor der Ernte ist ein Stickstoff-Mangel hingegen normal, bzw. sogar erwünscht. Dazu wird die Pflanze bei der Einleitung der Ernte für 1-2 Wochen nicht mehr gedüngt.

Charakteristisch: Untere Blätter verfärben sich gelb

Fehlt es an Stickstoff, verfärben sich die unteren Blätter großflächig zwischen den Blattadern gelb. Die Verfärbung fängt an den Spitzen bzw. Rändern der Blätter an und wandert zügig zu Stiel. In der Regel sind gleich mehrere Blätter betroffen.

Da Stickstoff der am meisten gebrauchte Nährstoff ist, ist das Wachstum sehr stark gehemmt. Die Pflanze wächst nicht mehr in die Höhe und die Blätter bleiben klein. Auch die Blüten wachsen nicht mehr weiter und bzw. entwickeln sich als sehr klein.

Im weiteren Verlauf bekommen die gelben Blätter braun/nekrotische Ränder, rollen sich ein und werden trocken und brüchig. Sie fallen von der Pflanze ab bzw. lassen sich ganz leicht von der Pflanze abzupfen. In der Wachstumsphase geht die Pflanze verfrüht in die Blüte über und wirft eine sehr niedrige Ernte ab.

Wird der Mangel nicht umgehend behandelt, greifen die Symptome nach und nach auf die oberen Blätter über.

Symptome:

  • Ältere/untere Blätter zuerst betroffen
  • Gelbe Blätter
  • Blätter trocknen aus
  • Blätter färben sich an Spitze und Rändern gelb
  • Blätter rollen, knittern sich im weiteren Verlauf ein
  • Blattspitzen verfärben im weiteren Fortschritt braun (werden nekrotisch) und sterben ab
  • Blätter fallen ab bzw. lassen sich ganz leicht abzupfen
  • Symptome wandern im weiteren Verlauf die Pflanze hinauf
  • Wachstum der gesamten Pflanze stark verlangsamt

Mangel kurz vor Ernte

Ein leichter Stickstoffmangel zum Ende der Blütephase ist normal bzw. sogar erwünscht! Er muss nicht behoben werden. In den letzten zwei bis drei Wochen holt sich die Pflanze nochmal viele Nährstoffe aus den Blättern und haut sie alle in die Blüten.

Sobald man die Pflanze zur Einleitung der Ernte spült (Flushing), werden jede Menge Blätter Stickstoffmangel erleiden und stark verwelken. Unten sind Fotos von Pflanzen zum Ende der Blütephase, die einen normalen Stickstoffmangel haben, der nicht behandelt werden muss.

Verwechslungsgefahr

Stickstoffmangel kann leicht mit Schwefelmangel verwechselt werden, da die Symptome ähnlich sind. Hier sollte man sicherstellen, dass man die Diagnose wirklich richtig vorgenommen hat.

Unterscheidung:

  • Schwefelmangel fängt im oberen Bereich der Pflanze an und wandert nach unten
  • Stickstoffmangel fängt im mittleren/unteren Blättern der Pflanze an und wandert nach oben

Typische Ursachen

Nicht immer ist ein „Abhanden Sein“ an Stickstoff die Ursache für den Mangel. Es kann sein, dass die Pflanze durch andere Umstände kein Stickstoff aufnehmen kann. Man muss erst diese Fälle ausschließen.

Wenn man bereits düngt oder die Pflanze noch recht jung ist, ist der Mangel wahrscheinlich „induziert„. Sprich es ist genug Stickstoff im Growmedium vorhanden, kann aber nicht von der Pflanze aufgenommen werden. In 90 % der Fälle sind pH-Wert, EC-Wert o.ä. schuld.

pH Wert falsch?

Unter 5,5 sinkt die Stickstoffaufnahme. Bei 4,0 wird gar kein Stickstoff mehr aufgenommen. Genauso fällt die Stickstoffaufnahme bei über pH = 8,5. Bei 10,0 oder höher wird gar kein Stickstoff mehr aufgenommen.

Lösung: pH-Wert des Drains messen und ggf. korrigieren

Wie den PH-Wert messen?

Wie man den pH-Wert am besten misst hängt vom Medium ab. Beim Anbau in Erde misst man den pH-Wert des Abtropfwassers vom Topf, den sog. Drain. Mit Hydrokultur misst man den pH des Wassers im Tank.

Generell gibt es zwei Möglichkeiten wie man den pH-Wert misst:

  • pH Test Kit: Eine Messflüssigkeit womit man den pH-Wert mittels Farbvergleich an einer Farbskala bestimmt. Preiswert, einfach und relativ genau.
  • pH Meter: Mit diesem Messgerät kann man den pH-Wert des Wassers sehr präzise messen.

Der pH-Wert sollte bei Grow auf Erde bei 6,0 — 7,0 liegen. (Hydro: 5,5 – 6,5). Bei Bio-Erde darf der pH-Wert etwas mehr schwanken, da diese Erden bessere Pufferwirkung haben.

Weicht der pH-Wert nur leicht ab, kann man zu speziellen pH-Plus oder pH-Minus Lösungen greifen. Ich empfehle die Lösungen von GHE. Damit kann man die Erde nicht aus Versehen übersalzen, was bei anderen Mitteln schnell der Fall ist. Sie eignen sich zur pH-Korrektur in der Blüte- und Wachstumsphase.

Zur pH Korrektur ganz ohne Chemie gibt es alternativ auch organische pH Korrektur Lösungen. Die Produkte von Biobizz Organic Bio Ph up/down haben sich hier gut bewährt.

EC-Wert zu hoch?

Hinweis: Beim organischen Hanfanbau ist der EC-Wert irrelevant. Nur beim mineralischen Grow kann ein falscher EC-Wert Probleme verursachen.

Ist der EC-Wert beim mineralischen Grow zu hoch (sprich das Growmedium versalzen), können Nährstoff-Lockouts entstehen. Der EC-Wert muss zum Anfang recht niedrig sein und steigt mit dem fortschreitenden Wuchs der Pflanze.

Lösung: EC-Wert des Drains messen und ggf. senken

Wie den EC-Wert messen?

Zur Bestimmung des EC-Wertes des Mediums benötigt man ein EC-Meter. Dieses Messgerät sieht dem pH-Meter ähnlich und wird auch fast genauso benutzt.

Zur Bestimmung des EC-Wertes (Versalzung) des Mediums misst man, wie beim pH ebenfalls den drain (Ablaufwasser) vom Blumentopf.

Wie den EC-Wert absenken?

Dazu muss die Erde gespült werden. Die EC-Wert Tabelle ist weiter unten. Nach dem Spülen einen hochwertigen mineralischen Dünger nehmen und mit 20 % der vom Hersteller empfohlenen Dosis anfangen und bis zum Schluss düngen.

Um die Pflanze zu spülen, nimmt man das 2 bis 3-fache Volumen der Erde im Topf (sprich des genutzten Topfvolumens) an Gießwasser. Damit wird die Erde langsam und gleichmäßig verteilt durchgespült, sodass es unten herausläuft. Am besten macht man das Ganze in der Badewanne oder in der Dusche.

Nach dem Spülen muss die Erde ganz leicht neu angedüngt werden. Dazu einen hochwertigen mineralischen Dünger nehmen und mit 20% der Dosierung gemäß Schema hinzugeben. Dann mit jeder Düngung langsam steigern (25%, 30%, usw.). Dabei die Pflanze beobachten, ob sie besser wird. Hat sich die Pflanze erholt, kann man die Dosis stabilisieren und nur noch mit zunehmenden Wuchs der Pflanze nach und nach steigern.

Topf zu klein?

Eine Cannabispflanze welche ungehindert wächst, benötigt früher oder später einen größeren Topf.

Grund: Wenn die Wurzeln keinen Platz mehr in der Erde haben um sich auszubreiten, können nicht genug Nährstoffe aufgenommen werden.

LösungPflanze Umtopfen

Wenn die Wurzeln aus den Drainage-Löchern der Töpfe herausschauen, sollte die Pflanze sofort in einen größeren Blumentopf gesetzt werden.

Ein größerer Topf erlaubt dann den ungehinderten Wuchs von Wurzeln für eine optimale Nährstoffaufnahme

Wie man Pflanzen am besten (und sichersten) in einen größeren Topf umzieht, kann man in unserem Umtopfen Artikel nachlesen.

Temperatur zu niedrig?

Wenn es zu kalt in der Growbox ist, können die Pflanzen nur schlecht Stickstoff aufnehmen.

Grund dafür ist, dass sich bei kühleren Temperaturen der Stoffwechsel und andere biologische Prozesse wie zB. die Fotosynthese von Pflanzen verlangsamen, welches in eine verminderte Nahrungsaufnahme resultiert.

Lösung: Temperatur in der Growbox erhöhen

Falls es zu kalt ist in der Growbox, muss man die Temperatur erhöhen. Cannabis mag eine Temperatur zwischen 18 und 26 ºC. Das verbessert die Nährstoffaufnahme. Das absolute Minimum sind 15º C in der Growbox.

Man sollte auch darauf achten, dass die Temperatur in der Growbox gleichmäßig verteilt wird. Dazu sollte man den Umluft-Ventilator so ausrichten, dass die Abwärme direkt an der Lampe etwas verweht wird.

Bei einer Erhöhung der Temperatur in der Growbox muss jedoch beachtet werden, dass ein wichtiger Zusammenhang der Temperatur mit der Luftfeuchtigkeit besteht.

Wenn die Temperatur steigt, dadurch dass wärmere Luft mehr Luftmoleküle enthält, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit. Sinkt die Temperatur, steigt die relative Luftfeuchtigkeit an.

Man soll beim Erhöhen der Temperaturen in der Box demnach auch auf optimale Luftfeuchtigkeit (siehe Tabelle unten) achten.

Optimale Temperaturen beim Cannabis Grow

PhaseTemperaturLuftfeuchtigkeit
Anzuchtphase23 bis 26 ºC40 bis 60 %
Wachstumsphase20 bis 30 °C40 bis 70 %
Blütephase18 bis 26 °C40 bis 50 %
Ende der Blütephase18 bis 26 °C< 40 %
Temperaturunterschied zwischen Licht und Dunkelphasemaximal 8 °C
Zur Erinnerung: Optimale Temperaturen beim Cannabis Grow

Möglichkeiten um die Temperatur in der Growbox zu erhöhen

  • Heizung im Zimmer aufdrehen. Die Heizung sollte man entsprechend der Wachstumsphase der Pflanzen optimal einstellen. (Siehe Tabelle oben). In der Dunkelphase bzw. Nacht kann die Temperatur in der Growbox um die 5-8ºC niedriger sein.
  • Growbox näher zur Heizung. Die Growbox näher zur Heizung stellen geht natürlich auch, wenn man die Temperatur in der Box erhöhen will. Hier muss man jedoch beachten, dass man genug Abstand zur Heizung behält, sodass die Pflanzen nicht austrocknen. Am besten erst mal mit einem größeren Abstand anfangen. Es empfiehlt sich die Temperaturen in der Box messen und die Box dann stufenweise näher an die Heizung setzen.
  • Abluftventilator leicht runterregeln. Dies macht man am besten auch eher schrittweise. Also erst mal die Abluft nur um einen kleinen Schritt reduzieren. Temperaturen messen und dann, falls nötig, noch weiter reduzieren.

Auch sollte man die Temperatur um die Töpfe herum kontrollieren und ggf. erhöhen. Diese können bei einer zu kalten Zuluft abkühlen und damit die Nährstoffaufnahme verhindern. Schließlich mag die Pflanze die Temperaturen nicht nur oben rum, sondern auch in der Erde. Optimale Temperaturen für die Wurzeln sing ganze besonders wichtig für eine gute Nährstoffaufnahme.

Möglichkeiten, um die Temperatur um die Töpfe herum zu erhöhen:

  • Umluft Ventilator so ausrichten, dass der Hotspot unter der Lampe auf die Töpfe gepustet wird
  • Temperatur der Zuluft erhöhen: Beispielsweise aus einem anderen Zimmer ansaugen

Zu kalte Zuluft?

Ist die frische Zuluft zu kalt (unter 18 ºC), können die Wurzeln zu stark abkühlen. Damit wird die Stickstoffaufnahme stark gehemmt.

Lösung: Zuluft aufheizen

Falls nur die Zuluft zu kalt ist, kann man den Umluft-Ventilator von oben auf die Zuluft-Öffnung ausrichten. Damit wird wärmere Luft auf die Zuluft gepustet und vermischt. So wird die Luft um die Töpfe aufgewärmt.

Minderwertige Blumenerde?

Discounter-Erden können jede Menge Nährstoffprobleme verursachen. Entweder sind die Nährstoffe in einer „minderwertigen“ chemischen Form vorhanden oder das Verhältnis der Nährstoffe zueinander passt einfach nicht. Auch können Billig-Erden oft den pH-Wert nicht ordentlich puffern oder sind komplett übersalzen.

Lösung: Erde kräftig spülen, sodass möglich viele Salze und Nährstoffe herausgespült werden und mineralisch weiterdüngen.

Um die Pflanze zu spülen, nimmt man das 2 bis 3-fache Volumen der Erde im Topf (sprich des genutzten Topfvolumens) an Gießwasser. Damit wird die Erde langsam und gleichmäßig verteilt durchgespült, sodass es unten herausläuft. Am besten macht man das Ganze in der Badewanne oder in der Dusche.

Nach dem Spülen muss die Erde ganz leicht neu angedüngt werden. Dazu einen hochwertigen mineralischen Dünger nehmen und mit 20% der Dosierung gemäß Schema hinzugeben. Dann mit jeder Düngung langsam steigern (25%, 30%, usw.). Dabei die Pflanze beobachten, ob sie besser wird. Hat sich die Pflanze erholt, kann man die Dosis stabilisieren und nur noch mit zunehmenden Wuchs der Pflanze nach und nach steigern.

Hinweis: Falls man eine organische Erde spült, werden die Mikroorganismen mit herausgewaschen, womit organischer Dünger nicht mehr effektiv genutzt werden kann. Deswegen ist man gezwungen auf mineralischen Dünger zu wechseln.

Tipp: Beim nächsten Grow sollte man auf hochwertige Erde setzen, die wirklich für Cannabis geeignet ist.

Schädlinge?

Insekten können Cannabis massiv schädigen und die Ernte in Gefahr bringen! Saugende Schädlinge zum Beispiel schwächen die Pflanze. Sie können damit Mangelerscheinungen verursachen, da die geschwächte Pflanze diese entweder nicht mehr aufnehmen oder verarbeiten kann.

Lösung: Pflanze auf mögliche Schädlinge überprüfen und diese hemmungslos vernichten! 😉

Hat man einen Schädlingsbefall an der Pflanze gefunden und die Biester korrekt identifiziert (beispielsweise über den Growdoktor), gilt es rasch zu handeln. Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Ansätze, um Schädlinge an der Pflanze loszuwerden.

Einerseits kann man zu typischen Biozid-Lösungen wie Neemöl, Kaliseife oder Insektentafeln greifen und die Schädlinge samt ihrer Eier oder Larven abtöten. Diese wirken gezielt gegen Schädlinge, ohne dabei die Pflanze zu schädigen. Da sie sich nach der Anwendung rückstandslos verflüchtigen, sind sie auch für den Grower vollkommen unschädlich.

Andererseits hat man die Möglichkeit durch völlig natürliche Möglichkeiten der Schädlinge Herr zu werden, wie zum Beispiel durch den Einsatz von Nützlingen. Dabei werden natürliche Fressfeinde des jeweiligen Schädlings ausgesetzt, um sie so effektiv loszuwerden.

» Mehr dazu in Beitrag Schädlinge

Tatsächlicher Stickstoffmangel

Wenn alles Bisherige ausgeschlossen werden kann, fehlt der Pflanze tatsächlich Stickstoff.

Lösung: Stickstoff (im passenden Nährstoff-Mix) mineralisch nachdüngen. Je nachdem ob man organisch oder mineralisch growt, geht man unterschiedlich vor.

Wenn man organisch anbaut, erhöhen organische Bestandteile in der Erde (Gartenkompost, Humus, Guano etc.) den Stickstoffgehalt in der Erde auf natürliche Weise. Es dauert jedoch in der Regel einige Zeit bis organische Bestandteile in Stickstoff umgewandelt sind, welcher von den Pflanzen aufgenommen werden kann.

Aus diesem Grund ist bei akutem Stickstoffmangel, wo man eine schnelle Lösung braucht, die Zugabe von mineralischem Stickstoffdünger empfohlen. Grund: Der Stickstoff in mineralischen Düngern kann von Pflanzen schneller und direkt aufgenommen werden.

Zur Symptombehandlung kann man den mineralischen Dünger generell auf zwei Arten verabreichen: Mittels Blattdüngung oder durch Zugabe von Dünger zum Medium. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile und können bzw. sollten auch kombiniert werden.

Blattdüngung eignet sich am besten für eine schnellst-mögliche Lösung der Symptome einer Mangelerscheinung. Blattdüngung kommt auch infrage, wenn aus irgendeinem Grund die Zugabe von Dünger zum Medium nicht möglich oder nicht erwünscht ist.

Ansonsten kann auch eine normale Zugabe von Dünger zum Medium (z. B. in Erde) erfolgen. Benutzt man bereits einen mineralischen Dünger zum growen, erhöht man in der Regel die Dosis.

Blattdüngung und normale Düngung kombinieren

Growt man beispielsweise in schlechter Erde, zu der man nach dem Auftreten von Mangelerscheinungen Stickstoff zuführen will, kann man die beiden Düngemethoden auch kombinieren. Dann aber aufpassen, dass man nicht überdüngt! Eine anfängliche Blattdüngung überbrückt dann die nötige Zeit (2-3 Tage), welche die Pflanze benötigt, um Nährstoffe vom Medium mit den Wurzeln aufzunehmen.

Blattdüngung

Für eine möglichst schnelle Behebung von Mangelerscheinungen, egal ob man jetzt organisch oder mineralisch anbaut, empfiehlt sich Blattdüngung. Hier verabreicht man Nährstoffe mit einer Sprühpistole in einem feinen Sprühnebel.

Blattdüngung funktioniert da Pflanzen Nährstoffe nicht nur über die Wurzeln aufnehmen können. An den Blättern, insbesondere an der Unterseite befinden sich kleine porenartige Öffnungen, die sogenannten Stomata. Mit diesen können die Pflanzen Nährstoffe und Wasser direkt aufnehmen.

Vorteile Blattdüngung

  • Schnell & effektiv. Mit Blattdüngung kann man Pflanzen benötigte Nährstoffe sehr schnell zuführen. Diese stehen der Pflanze dann sofort zur Verfügung da sie nicht erst über die Wurzeln aufgenommen werden müssen. Fast alle Nährstoffe (95%) werden bei Blattdüngung von der Pflanze aufgenommen, was diese Düngemethode sehr effizient macht.
  • Ideal zur schnellen Behebung von Mangelerscheinungen. Direkte Nährstoffversorgung ohne den „Umweg“ über die Wurzeln kann helfen, größeren Schaden bei den Pflanzen zu vermeiden.
  • Erlaubt Nährstoffzufuhr auch bei Wurzelproblemen oder bei Problemen mit dem Medium. Blattdüngung bietet sich an, wenn normale Düngung nicht möglich oder nicht erwünscht ist, zum Beispiel bei pH Problemen mit dem Medium, bei Wurzelproblemen („root rot“), oder nach Überdüngung nach einem „Flush“. Der Vorteil hier ist, dass die Blattdüngung keine weiteren Salze in der Erde akkumuliert.

Die meisten handelsüblichen N-P-K Dünger kann man zur Blattdüngung verwenden. Dünger, welcher reich an Stickstoff und Mikromineralien ist eignen sich zur Blattdüngung besonders gut.

Was man benötigt:

  • N-P-K Dünger. Dünger für die Wachstumsphase von Cannabis enthält in der Regel ausreichend Stickstoff. Alternativ kann auch Universaldünger oder andere, mineralische Stickstoffdünger benutzt werden.
  • Kleine Handsprühflasche bzw. Drucksprüher. Das Sprühgerät sollte einen feinen Sprühnebel produzieren können. Ein Garten Drucksprüher mit manueller Pumpe wird empfohlen. Damit kann man schnell und einfach mehrere Pflanzen behandeln. Bei wenigen Pflanzen reicht eine kleine Sprühflasche aus.

Blattdüngung: Wie man vorgeht

Wichtig: Da Pflanzen bei Blattdüngung Nährstoffe schnell und effizient aufnehmen, besteht hier eine erhöhte die Gefahr der Überdüngung. Am besten nur 20-50 % der empfohlenen Dosis verwenden.

Wichtig: Blattdüngung sollte man niemals vornehmen, wenn es zu heiß oder zu sonnig ist, also nicht mitten am Tag. Die beste Zeit dafür ist entweder am frühen Morgen oder am Abend bzw., beim Grow in einer Growbox, kurz bevor das Licht ausgeht. Grund: Dadurch vermeidet man einen „Linseneffekt“ von Wassertropfen, welcher bei starkem Licht die Blätter verbrennen könnte.

Weiterhin sind bei kühlen Temperaturen am morgen oder am Abend die Stomata der Pflanzen geöffnet, sodass Nährstoffe aufgenommen werden können. Bei höheren Temperaturen sind diese jedoch geschlossen und die Pflanze würde kaum Nährstoffe aufnehmen.

Nährlösung in die Sprühflasche geben. Die Blätter an der Pflanze gleichmäßig mit feinem Nebel einsprühen, sodass die Blätter gut mit der Nährlösung benetzt sind. Am besten nur so viel sprühen, dass die Pflanzen kurz vor dem Abtropfen sind.

Beim Sprühen insbesondere auch die Unterseite der Blätter besprühen. Grund: Dort befinden sich die meisten Stomata.

Nach dem Sprühen der Pflanzen sollte man auf gute Luftzufuhr achten, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Ganz wichtig: Nicht in der Blüte und auf gar keinen Fall Buds besprühen. Chemikalien im Dünger bzw. Schimmel könnten einem ansonsten die Ernte verderben.

Blattdüngung ggf. mehrere Male wiederholen bis eine Verbesserung auftritt.

Normale Düngerzugabe

Wichtig zu wissen ist, dass Blattdüngung bei Nährstoffmängeln keine endgültige Lösung ist. Sie dient hauptsächlich der schnellen Behebung der Symptome bei betroffenen Pflanzen.

Die Hauptursache (in diesem Fall ein Abhandensein von Stickstoff in der Erde) muss zeitgleich in jedem Fall auch behoben werden. Das heißt, man muss Stickstoff zum Medium zugeben. Dieses kann man mit handelsüblichem N-P-K Dünger tun.

Sobald dann eine Verbesserung der Symptome auftritt, kann man dann die Zugabe des mineralischen Düngers wieder reduzieren bzw. ganz einstellen.

Düngerdosis erhöhen

Wenn man mineralisch anbaut, die Dünger-Dosis mit jeder Verabreichung leicht erhöhen und die Pflanze beobachten.

Falls man noch gar nicht düngt, hochwertigen mineralischen Cannabis Dünger nehmen und mit 20 % der vom Hersteller empfohlenen Dosis starten. Von da aus Pflanze beobachten und die Dosis ggf. erhöhen (25%, 30%, …), bis Verbesserungen eintreten.

Sobald Verbesserungen eintreten, entweder so weiterdüngen oder schrittweise senken und mit organischem Dünger ersetzen.

Falls der Mangel sehr stark fortgeschritten ist, mineralischen Stickstoff Monodünger hinzugeben, bspw. CANNA Stickstoff Mono. In der Blütephase aufpassen, da weniger Stickstoff benötigt wird. Alternativ geht auch Brennnessel-Jauche, dann aber nur in der Wachstumsphase!

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Ideal, um aktuen Stickstoffmangel zu beheben.

Verbesserung der Symptome

Da Stickstoff mobil ist, sollten die Symptome innerhalb von 5-10 Tagen aufhören sich auszubreiten.

Wenn sich die Pflanze von Stickstoffmangel erholt hat, erkennt man dieses am besten an gesunden Wuchs von neuen Blättern oben an der Pflanze. Leicht betroffene Blätter, die nur teilweise gelb sind, können sich evtl. noch erholen, diese braucht man nicht zu entfernen.

Sind betroffene Blätter stark fortgeschritten gelb oder schon braun, können sich diese in der Regel nicht mehr erholen und sollten dann auch entfernt werden.

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