Stickstoffmangel bei Cannabis – schnell und einfach beheben

Stickstoff

Mobilität in Erde: mobil als NO3-, immobil as NH4+
Mobilität in Pflanze: hoch

Bedarf in Vegi: sehr hoch
Bedarf in Blüte: anfangs hoch, sinkt hin zur Ernte

Stickstoff (N) ist einer der wichtigsten Nährstoffe für die Cannabis Pflanze. Er gehört zu den drei primären Makronährstoffen. Deswegen wird bei Düngern stets als N-P-K angegeben, in welchen Verhältnis Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten sind.

Funktionen von Stickstoff

Stickstoff gibt der Pflanze ihr kräftiges Grün (Bildung von Chlorophyll) und gibt ihr die Möglichkeit Energie aus Licht zu gewinnen (sprich Photosynthese zu betreiben). Vor allem in der Wachstumsphase dursten die Cannabis Pflanzen nach Stickstoff, so dass sie kräftig wachsen können. In der Blütephase wird dann immer weniger Stickstoff gebraucht.

Gerade in der Wachstumsphase muss ein Stickstoffmangel sofort behandelt werden. In der finalen Blütephase 1-2 Wochen vor der Ernte ist ein Stickstoff-Mangel hingegen normal, bzw. sogar erwünscht. Dazu wird die Pflanze bei der Einleitung der Ernte für 1-2 Wochen nicht mehr gedüngt.

Symptome

Da Stickstoff der am meisten gebrauchte Nährstoff ist, ist das Wachstum sehr stark gehemmt. Die Pflanze wächst nicht mehr in die Höhe und die Blätter bleiben klein. Auch die Blüten wachsen nicht mehr weiter und bzw. entwickeln sich als sehr klein.

Stickstoff ist ein mobiler Nährstoff, der sehr schnell durch die Pflanze transportiert werden kann. Bei einem Mangel werden mobile Nährstoffe aus den älteren Blättern entzogen, da die Pflanze sich immer die jungen Blätter und Blüten konzentriert. Deswegen sind immer zuerst die unteren Blätter betroffen.

Fehlt es an Stickstoff, verfärben sich die unteren Blätter großflächig zwischen den Blattadern gelb. Die Verfärbung fängt an den Spitzen bzw. Rändern der Blätter an und wandert zügig zu Stiel. In der Regel sind gleich mehrere Blätter betroffen

Wird der Mangel nicht umgehend behandelt, greifen die Symptome irgendwann auf die oberen Blätter über. Im weiteren Verlauf bekommen die gelben Blätter braun/nekrotische Ränder, rollen sich ein und werden trocken und brüchig. Sie fallen von der Pflanze ab bzw. lassen sich ganz leicht von der Pflanze abzupfen. In der Wachstumsphase geht die Pflanze verfrüht in die Blüte über und wirft eine sehr niedrige Ernte ab.

Bilder

Stickstoffmangel Symptome
  • Ältere/untere Blätter zuerst betroffen
  • Blätter färben sich an Spitze und Rändern gelb
  • Blätter rollen, knittern sich im weiteren Verlauf ein
  • Blattspitzen verfärben im weiteren Fortschritt braun (werden nekrotisch) und sterben ab
  • Blätter fallen ab bzw. lassen sich ganz leicht abzupfen
  • Symptome wandern im weiteren Verlauf die Pflanze hinauf
  • Wachstum der gesamten Pflanze stark verlangsamt

Natürlicher/Erwünschter Mangel

Ein leichter Stickstoffmangel zum Ende der Blütephase ist normal bzw. sogar erwünscht! Er muss nicht behoben werden. In den letzten zwei bis drei Wochen holt sich die Pflanze nochmal viele Nährstoffe aus den Blättern und haut sie alle in die Blüten.

Sobald man die Pflanze zur Einleitung der Ernte spült (Flushing) und damit die Ernte einleitet, werden jede Menge Blätter Stickstoffmangel erleiden und stark verwelken. Unten siehst du Fotos von Pflanzen zum Ende Blütephase, die einen normalen Stickstoffmangel haben, der nicht behandelt werden muss.

Verwechslungsgefahr

Nicht verwechseln!

Stickstoffmangel kann leicht mit Schwefelmangel verwechselt werden, da die Symptome ähnlich sind.

  • Schwefelmangel fängt im oberen Bereich der Pflanze an und wandert nach unten.
  • Stickstoffmangel fängt im mittleren/unteren Blättern der Pflanze an und wandert nach oben

Ursachen + Lösungen

Nicht immer ist ein „Abhandensein“ an Stickstoff die Ursache für den Mangel. Es kann sein, dass die Pflanze durch andere Umstände kein Stickstoff aufnehmen kann. Man muss erst diese Fälle ausschließen.

Wenn man bereits düngt oder die Pflanze noch recht jung ist, ist der Mangel wahrscheinlich „induziert„. Sprich es ist genug Stickstoff im Growmedium vorhanden, kann aber nicht von der Pflanze aufgenommen werden. In 90% der Fälle sind pH-Wert, EC-Wert o.ä. schuld.


 pH Wert falsch?  Unter 5,5 sinkt die Stickstoffaufnahme. Bei 4,0 wird gar kein Stickstoff mehr aufgenommen. Genauso fällt die Stickstoffaufnahme bei über pH = 8,5. Bei 10,0 oder höher wird gar kein Stickstoff mehr aufgenommen.
 Lösung: pH Wert des Drains messen und ggf. korrigieren.  Dafür empfehle ich pH-Plus und pH-Minus Präparate. Es gibt separate Versionen für Wuchs und Blüte. Der pH-Wert sollte bei Grow auf Erde bei 6,0 — 7,0 liegen. (Hydro: 5,5 – 6,5). Bei Bio-Erde darf der pH-Wert etwas mehr schwanken, da diese Erden bessere Pufferwirkung haben.

 EC-Wert zu hoch?  Ist der EC-Wert zu hoch (sprich das Growmedium versalzen), können Nährstoff-Lockouts entstehen. Der EC-Wert muss zum Anfang recht niedrig sein und steigt mit dem fortschreitenden Wuchs der Pflanze. Bei Bio-Erden ist mehr Spielraum möglich, da die Erde eine bessere Pufferwirkung hat.
 Lösung: EC-Wert des Drains messen und ggf. senken.  Dazu muss die Erde gespült werden. Die EC-Wert Tabelle ist weiter unten. Nach dem Spülen einen hochwertigen mineralischen Dünger nehmen und mit 20% der vom Hersteller empfohlenen Dosis anfangen und bis zum Schluss düngen.

 Topf zu klein?  Wenn die Wurzeln kein Platz mehr haben sich auszubreiten, können nicht genug Nährstoffe aufgenommen werden.
 Lösung: Umtopfen.  Wenn die Wurzeln aus den Drainage-Löchern der Töpfe rausschauen, muss die Pflanze sofort in einen größeren Blumentopf gesetzt werden.

 Temperatur zu niedrig?  Wenn es zu kalt ist, können die Pflanzen nur schlecht Stickstoff aufnehmen. Gerade die Temperatur um die Wurzeln herum muss ausreichend hoch sein.
 Lösung: Temperatur in der Growbox erhöhen.  Und für ausreichend Temperatur um die Blumentöpfe sorgen.

 Schädlinge?  Viele Insekten befallen Pflanzen aus saugen ihnen den Stickstoff aus.
 Lösung: Pflanze auf mögliche Schädlinge überprüfen und diese hemmungslos vernichten! 😉 

 Minderwertige Blumenerde?  Discounter-Erden können jede Menge Nährstoffprobleme verursachen.
 Lösung: Erde kräftig spülen , so dass möglich viele Salze und Nährstoffe herausgespült werden. Danach einen hochwertigen mineralischen Dünger nehmen und mit 20% der vom Hersteller empfohlenen Dosis anfangen und bis zum Schluss düngen. Man sollte nicht viel erwarten, da der höchstwahrscheinlich nicht mehr viel abwerfen wird.

 Tatsächlicher Stickstoffmangel.  Wenn alles bisherige ausgeschlossen werden kann, fehlt der Pflanze tatsächlich Stickstoff.
 Lösung: Stickstoff (im passenden Nährstoff-Mix) mineralisch nachdüngen. 

Falls der Mangel sehr stark fortgeschritten ist, mineralischen Stickstoff Monodünger hinzugeben, bspw. CANNA Stickstoff Mono. In der Blütephase aufpassen, da weniger Stickstoff benötigt wird.

  • Alternativ geht auch Brennnessel-Jauche, dann aber nur in der Wachstumsphase!
    • Falls bereits mit mineralischen N-P-K Dünger gedüngt wird, die Dünger-Dosis mit jedem Mal leicht erhöhen und die Pflanze beobachten
    • Falls Pflanze noch nicht gedüngt wird, hochwertigen mineralischen N-P-K Dünger nehmen und mit 20% der vom Hersteller empfohlenen Dosis starten.
  • Pflanze beobachten und die Dosis ggf. erhöhen (25%, 30%, …), bis Verbesserungen eintreten. Sobald Verbesserungen eintreten, die Dosis beibehalten und so weiterdüngen.
  • Beachten, dass für Wachstums- und Blütephase unterschiedliche Dünger verwendet werden

Da Stickstoff mobil ist, sollten die Symptome innerhalb von 5-10 Tagen aufhören sich auszubreiten. Leicht betroffene Blätter, die nur teilweise gelb sind, können sich noch erholen und dranbleiben. Sind die betroffenen Blätter stark fortgeschritten gelb bzw. schon braun, können sich diese unter Umständen nicht mehr erholen. Diese sollten dann auch entfernt werden.

Empfohlene Produkte

Um den pH Wert zu korrigieren, gibt es passende pH-Plus und -Minus Produkte. Hier gibt es separate Präparate jeweils für Wuchs und für Dünger. Es gibt zwar auch Hausmittel, von denen man eher die Finger lassen sollte. Ansonsten kann man schnell den pH-Wert und den EC-Wert der Dünger Lösung aus dem Ruder bringen.

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Fallbeispiele

Hier mal ein paar Fälle aus dem CannabisAnbauen.net Forum

Fall 1: Induzierter Stickstoffmangel

Link

Der Forenuser hat die Pflanze mit BioBizz Grow Dünger (organisch) nach dem vom Hersteller empfohlenen Düngerschema gedüngt. Irgendwann wurden die unteren Blattspitzen gelb, verfärbten sich immer mehr und rollten sich ein. Ein typisches Anzeichen von Stickstoffmangel, obwohl reichlich gedüngt wurde.

Diagnose: Induzierter Stickstoffmangel. Durch falschen pH-Wert und zu viele Nährstoffe wurde die Stickstoffaufnahme blockiert. Das hat sich als Mangel an den untern Blättern gezeigt. Die vom Hersteller angegebene Dosierung war zu viel für die Pflanze.

Lösung: Da organisch gedüngt wurde, reicht es nicht Dünger wegzulassen, Die Erde sollte gespült werden, um die überschüssigen Nährstoffe herauszuspülen. Danach kann man anfangen mit 20% der vom Hersteller empfohlenen Dosis zu düngen.

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