Phosphormangel Bei Cannabis – Schnell Und Einfach Beheben

Junior Gong

Junior Gong ist der Gründer von CannabisAnbauen.net vesorgt euch mit den Besten Tipps und Tricks rund um Indoor und Outdoor Growing von Weed.

Phosphor (P) ist einer der wichtigsten Nährstoffe für die Cannabis Pflanze. Er gehört zu den drei primären Makronährstoffen. Deswegen wird bei Düngern stets als N-P-K angegeben, in welchen Verhältnis Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten sind.

Mobilität in Erde: niedrig

Mobilität in Pflanze: mittel

Bedarf in Wuchs: mittel

Bedarf in Blüte: sehr hoch

Funktionen von Phosphor

Am höchsten ist der Phosphorbedarf am Anfang der Wachstumsphase und bei der Vollblüte, wenn die Pflanze ihre Buds bildet. Vor allem in der frühen Blütephase (ersten 3-4 Wochen) ist die Cannabispflanze extrem hungrig nach Phosphor.

Phosphormangel kann der Pflanze mächtig schaden, wenn er nicht sofort korrigiert wird. Wurzel und Pflanze wachsen nur noch langsam oder gar nicht, die Photosynthese ist stark gehemmt. In der Blütephase wird das Bud-Wachstum stark gehemmt, sodass die spätere Ernte sinkt.

Symptome

Beim Phosphormangel sind meist die mittleren oder unteren Blätter zuerst betroffen. Denn Phosphor ist in der Pflanze semi-mobil. Sprich die Cannabispflanze ist in der Lage, den Nährstoff rechtzeitig dorthin zu transportieren, wo er gerade gebraucht wird. Die Pflanze zieht dabei Phosphor aus den älteren Blättern und verteilt diesen auf die wichtigeren jungen Blätter und die Blüten, da sie mehr Licht abbekommen.

Typisches Anzeichen für Phosphormangel sind größere braun-rötlich/bronzene/lila Flecken auf den Blättern. Die Flecken entstehen in der Regel in den von Licht bestrahlten Bereichen. Sie wandern von Blatträndern hin zu den Blattstielen.

Die betroffenen Blattoberflächen verfärben sich dunkelgrün und werden im späteren Verlauf gelb. Im fortgeschrittenem Stadium werden die Blätter braun /ekrotisch und sterben ab.

Zusätzlich können sich die Blattstängel rötlich oder lila verfärben. Mann muss beachten, dass rot-lila Stängel allein kein Symptom ist und genetisch bedingt sein können. Nur mit anderen Anzeichen sind sie ein Zeichen auf ein Problem.

  • Mittlere/Untere Blätter zuerst betroffen
  • Betroffene Blätter verfärben sich dunkelgrün, im späteren Verlauf ggf. gelb
  • Rötlich/bronzene/lila Flecken auf den betroffenen Blättern
  • Betroffene Blätter hängen ggf. herunter, werden braun/nekrotisch und sterben ab
  • Blattstängel verfärben sich ggf. rötlich oder lila

Ursachen + Lösungen

Nicht immer ist ein „Abhandensein“ von Phosphor die Ursache für die Mangelerscheinungen. Es kann sein, dass die Pflanze durch andere Umstände kein Phosphor aufnehmen kann. Wir müssen erst diese Fälle ausschließen.

Wenn man bereits düngt, ist der Mangel wahrscheinlich „induziert„. Sprich es ist genug Phosphor im Growmedium vorhanden, kann aber nicht von der Pflanze aufgenommen werden. In 90 % der Fälle sind pH-Wert, EC-Wert o.ä. schuld.

pH-Wert zu hoch

Ist der pH-Wert zu hoch, wird die Aufnahme von Phosphor gehemmt. Spätestens ab einem pH-Wert von 7,0 wird die Phosphoraufnahme komplett blockiert. Gleichzeitig können andere Nährstoffe nicht aufgenommen werden, die Voraussetzung für die Verarbeitung von Phosphor sein könnten.

Lösung: pH-Wert des Drains (ablaufendes Wasser unten am Topf) messen und ggf. korrigieren

Der pH-Wert sollte bei Grow auf Erde bei 6,0 — 7,0 liegen. (Hydro: 5,5 – 6,5). Bei Bio-Erde darf der pH-Wert etwas mehr schwanken, da diese Erden bessere Pufferwirkung haben.

Weicht der pH-Wert nur leicht ab, kann man zu speziellen pH-Plus oder pH-Minus Lösungen greifen. Ich empfehle die Lösungen von GHE. Damit kann man die Erde nicht aus Versehen übersalzen, was bei anderen Mitteln schnell der Fall ist. Sie eignen sich zur pH-Korrektur in der Blüte- und Wachstumsphase.

Überwässerung

Wenn überschüssiges Wasser nicht abfließen kann, hat die Pflanze Schwierigkeiten Phosphor aufzunehmen.

Lösung: Richtig gießen

Man muss sicherstellen, dass die Pflanze nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Wasser bekommt. Dafür gibt es keinen festes Schema. Man muss immer nach Bedarf der Pflanze gießen. Meist ist das alle drei Tage drei Fall.

Ein gutes Zeichen, dass es Zeit zu gießen ist: Sobald die oberste Erdschicht (ca. 3cm) ausgetrocknet ist. Beim Bewässern muss man die über die Erdoberfläche verteilt gießen, bis etwas Wasser aus den Löchern unten am Topf kommt.

Tipp: Topf nach dem Gießen kurz anheben und sich das Gewicht merken. Dann frühstens wieder gießen, wenn der Topf nur noch halb so schwer ist.

Temperatur zu niedrig

Eine zu kalte Umgebung blockiert die Phosphoraufnahme.

Lösung: Temperatur in der Growbox erhöhen

Falls es zu kalt in der Growbox, muss man die Temperatur erhöhen. Cannabis mag eine Temperatur zwischen 18 und 26 ºC. Das verbessert die Nährstoffaufnahme. Das absolute Minimum sind 15º C in der Growbox.

Man sollte darauf achten, dass die Temperatur gleichmäßig verteilt wird. Damit beispielsweise die Töpfe durch die Zuluft nicht zu stark abkühlen, kann man den Umluft-Ventilator von oben darauf richten.

PhaseOptimale TemperaturOptimale RLF
Setzling/Clone20 bis 30 °C80 bis 90 %
Wachstumsphase20 bis 30 °C40 bis 70 %
Blütephase18 bis 26 °C40 bis 50 %
Ende der Blütephase18 bis 26 °C< 40 %
Temperaturunterschied zwischen Licht und Dunkelphasemaximal 8 °C
Zur Erinnerung: Optimale Temperaturen beim Cannabis Grow

Eisen- oder Zinkübeschuss

Zu viel Eisen oder Zink in der Erde können die Phosphoraufnahme blockieren.

Lösung: Pflanze spülen

Man muss überprüfen, ob der Dünger zu viel Eisen oder Zink enthält. Falls das der Fall ist, muss man die Pflanze spülen und auf einen hochwertigen N-P-K Dünger wechseln. Beim organischen Dünger fängt man mit 50 % der Dosierungsempfehlung an. Beim mineralischen Dünger fängt man mit nur 20 % an. Danach kann man Pflanze beobachten und langsam steigern.

Tatsächlicher Phosphormangel

Wenn alle vorherigen Ursachen ausgeschlossen werden können, fehlt der Pflanze tatsächlich Phosphor.

Lösung: Dünger erhöhen

Bei akutem Phosphormangel oder beim Grow mit sehr hoher Lichtkraft auf der Fläche kann man zusätzlich zum Dünger Phosphorhaltige Zusätze beimischen (vorsichtig dosieren):

  • Guano/Fledermaus Dünger, Blutmehl
  • Knochenmehl
  • natürliche Phosphat-Dünger
  • Schlacke
  • Gülle

Falls bereits mit mineralischem N-P-K Dünger gedüngt wird, die Dünger-Dosis mit jedem Mal leicht erhöhen und die Pflanze beobachten. Falls nicht, hochwertigen mineralischen Cannabis Dünger nehmen und mit 20 % der vom Hersteller empfohlenen Dosis starten.

Von da aus Pflanze beobachten und die Dosis ggf. erhöhen (25 %, 30 %, …), bis Verbesserungen eintreten. Sobald Verbesserungen eintreten, entweder so weiterdüngen oder schrittweise senken und mit organischem Dünger ersetzen.

Da Phosphor semi-mobil ist, sollten die Symptome innerhalb von 5-10 Tagen aufhören sich auszubreiten. Leicht betroffene Blätter, die nur teilweise gelb sind, können sich noch erholen und dranbleiben.

Stark betroffene Blätter, die schon braun und verwelkt sind, werden sich nicht mehr erholen. Diese sollten dann auch entfernt werden.