Cannabis Geruch Filtern beim Indoor Growing

Die Geruchsfilterung beim Indoor Growing ist ein oft unterschätztes Thema. Grow-Neulinge können sich oft kaum vorstellen, wie sehr eine Cannabis Pflanze in der Aufzucht in einer Growbox riechen kann. Damit der verräterische Mief nicht nach außen dringt und neugiere Nachbarn anlockt, muss man den Geruch unbedingt filtern.

Cannabis Pflanzen stinken ordentlich!

Jeder erfahrene Cannabis-Grower wird bestätigen: Eine Marihuana-Pflanze verbreitet ab einem gewissen Stadium einen ordentlichen und einzigartigen Geruch.

Spätestens wenn in der Vorblüte die Entwicklung der Buds einsetzt, beginnt die Marihuana Pflanze Geruchspartikel zu verbreiten. Mit zunehmender Ausbildung der Blüten wird der Geruch immer stärker und intensiver.

Später in der Blütephase werden die Pflänzchen einen extrem penetranten Geruch verbreiten. Nach wenigen Tagen wird der gesamte Raum und später auch die umliegenden Räume von einem stechenden Grasgeruch erfüllt sein. Das lockt ungebetene Gäste, neugierige Nachbarn und schlimmstenfalls bestimmte „Staatsdiener“ in das eigene Heim.

Cannabis Buds machen mächtig Geruch

Wir reden hier nicht davon, dass die Pflanze nach dem Prinzip einer Duftkerze ein wenig Aroma an die Luft abgibt. Vielmehr ist es ein penetranter und höchst intensiver und eindeutig als Marihuana erkennbarer Geruch. Dazu verbretet er sich rasant und bahnt sich den Weg durch alle Ritzen und Öffnungen. Auch vor Textilien macht der typische Weed Geruch keinen Halt.

Wie entsteht der Geruch in der Cannabis Pflanze?

Der typische Marihuana Geruch entsteht, sobald im Inneren der Pflanze sogenannte Terpene gebildet werden. Terpene sind eine bestimmte Artengruppe von Molekülen, die vielfach in der Natur, vor allem in Pflanzen, vorkommen. Bis heute wurden über 60.000 verschiedene Terpen-Arten in der Pfllanzenwelt dokumentiert. Bei Cannabis wurden bisher etwa 500 gezählt.

Viele Terpene verflüchtigen sich beim Kontakt mit Luft sofort und breiten sich rasch aus. Hitze und Sonneneinstrahlung verstärken den Effekt nochmal um ein Vielfaches. Dadurch riecht die Cannabis-Pflanze bei eingeschalteter Lampe deutlich strenger als in der Dunkelphase.

Das Fieseste an der Sache ist: Unser Gehirn gewöhnt sich sehr schnell an den Geruch und nimmt ihn irgendwann nicht mehr wahr. Das kennt man beispielsweise von Kettenrauchern, die den Zigarettengeruch in der eigenen Bude oder an der eigenen Kleidung gar nicht mehr merken.

Der Geruch wird sich sogar in den Klamotten festsetzen, so dass Kenner (bestimmte Staatsdiener haben solche Erfahrung) an Hand deines Geruches direkt feststellen können, dass man ein Grower ist

Genauso ist es mit Marihuana-Geruch. Während man glaubt den gesamten Geruch aus der Wohnung losgeworden zu sein, rümpfen deine Nachbarn weiterhin die Nase, wenn sie am Fenster vorbeigehen.

Lösung: Aktivkohlefilter für Growbox

Ein verantwortungsvoller Indoor Grower weiß um den Geruch und ist vorbereitet, indem er einen Aktivkohlefilter in seine Growbox installiert.

Das Wundermittel im Filter ist Aktivkohle – ein extrem poröser und feinkörniger Kohlenstoff. Sie wird vielfach in der Industrie eingesetzt, beispielsweise in Gasmasken, Klimaanlagen, Wasserreinigungsanlagen oder gar in Zigarettenfiltern.

Die Struktur von Aktivkohle ist mit der eines Schwamms vergleichbar. Die Partikel bilden durch viele kleine Verwindungen und Mulden eine riesige Innenoberfläche. Dadurch bleiben jegliche Partikel in den inneren Verzweigungen der Aktivkohle-Teilchen “kleben”, was es zum perfekten Medium für alle Arten von Filterung macht.

Ein Aktivkohlefilter funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie eine Gasmaske. Dabei wird der AKF vor den Abluft-Ventilator gesteckt. Damit wird die Luft angesaugt und von Partikeln und Gerüchen gefiltert. Erst dann verlässt sie über den Ventilator und den Abluftschlauch die Growbox.

Die Wunderwaffe gegen Cannabis Geruch

Was im Inneren der Growbox noch ein beißender Marihuana-Geruch ist, ist am Luftauslass nur noch eine ganz leichte kaum wahrnehmbare Cannabis-Note, die sich spätestens ab 30cm Abstand nicht mehr „erriechen“ lässt.

AKF dimensionieren

Die “Filter-Leistung” des Aktivkohlefilters wird als Luftdurchsatz ausgedrückt – sprich wieviel Kubikmeter (m3) Luft dieser pro Stunde (h) filtern kann. Wie stark der Aktivkohlefilter für dein Grow-Vorhaben sein muss, hängt von der Leistung der Abluft-Ventilators im tatsächlichen Betrieb ab.

Zu Beachten beim AKF:

  • Der Luftdurchsatz des Aktivkohlefilters darf niemals niedriger sein, als der Luftdurchsatz des Ventilators im tatsächlichen Betrieb!
  • Der AKF muss mit mindestens 25 % seines maximalen Luftdurchsatzes betrieben werden. Anderenfalls wird der Geruch nicht vollständig gefiltert
  • Dein AKF sollte den gleichen Durchmesser haben, wie dein Abluft-Ventilator. So gibt es keine Probleme beim Anschluss.

Beispiel: Ein AKF mit 1000 m3/h Luftdurchsatz muss im Betrieb mindestens mit 250m3/h (25 %) betrieben werden. Bei unter 250 m3/h fängt der AKF an nicht mehr richtig zu filtern. Geruch tritt aus!

Somit darf der Luftdurchsatz des AKF…

  • einerseits nicht zu niedrig sein (so dass unser Luftdurchsatz im Betrieb nicht höher, als der maximale Luftdurchsatz des AKF ist)
  • andererseits nicht zu hoch sein (so dass unser tatsächlicher Luftdurchsatz bei mindestens 25% des AKF liegt)

Die tatsächliche Berechnung für die Dimensionierung des AKF wäre zu kompliziert. Deshalb gibt es von mir eine einfache Faustregel, die man für den Kauf nutzen kann:

Wähle einen AKF mit dem gleichen oder nächstniedrigerem Luftdurchsatz
im Vergleich zum Abluft-Ventilator.

Folgt man der Faustregel, wird der Luftdurchsatz selbst beim Herunterregeln des Ventilators weiterhin über der 25%-Grenze des AKF sein. Somit hat man genug Spielraum, um den Lüfter aufzudrehen, falls es nötig ist (beispielsweise wenn die Temperatur in der Growbox zu hoch ist).

Die Abluft stark runterzudrehen ist vor allem praktisch, um die Cannabis Buds möglichst langsam und schonend zu trocknen.

Maße des AKF beachten

Je mehr Filterleistung ein AKF hat, desto länger ist er. Unter Umständen kann er nicht in deine Growbox passen.

Hier sollte man genau auf die Maße achten. Notfalls kann man den AKF senkrecht in der Growbox anbringen. Alternativ kann man den Lüfter außen anbringen, um so in der Growbox Platz zu schaffen.

Kaufempfehlung

Unsere Top-Empfehlung ist die Aktivkohlefilter Eco Line von Prima Klima. Der tschechische Hersteller ist bekannt in der Industrie und auch in der Grow-Szene. Prima Klima hat sich in den letzten 10 Jahren zu DER Marke schlechthin für Indoor Gärtner entwickelt.

In der Eco Line sind Modelle in allen typischen Rohrdurchmessern von 100 bis 250mm erhältlich. Sie decken damit alle möglichen Ventilatoren ab und sind somit für alle typische Growbox-Größen geeignet.

Praktisch: Das Vorvlies aller Prima Klima AKFs hat die gleiche Lebensdauer wie der AKF selber. So muss man sich nicht separat um den Austausch kümmern. Beides wird gleichzeitig ersetzt.

Der AKF wird stets passend zum Ventilator gekauft. Er muss den gleichen Rohr-Durchmesser und den gleichen oder nächst höheren Luftdurchsatz haben.

Wenn der Abluft-Ventilator ausreichend überdimensioniert ist und der passende AKF hoffnungslos zu groß ist, kann man fürs Erste einen kleineren kaufen.  Dann muss man beachten dass der Lüfter nicht zu stark aufgedreht wird, so dass der Luftumsatz unter der maximalen Filterleistung des AKF bleibt.