Perlite für Cannabis Anbau

Junior Gong

Junior Gong ist der Gründer von CannabisAnbauen.net vesorgt euch mit den Besten Tipps und Tricks rund um Indoor und Outdoor Growing von Weed.

Viele Leute im Garten wundern sich immer über die kleinen weißen Kügelchen in der Erde. Nein, es ist kein Styropor oder dergleichen. Es sind kleine Helferlein, die einen Haufen Vorteile für die Erde bieten. Und was der Erde gut tut, ist genauso gut für die Cannabispflanze.

Kaufempfehlung

Grundsätzlich empfehlen wir schon beim Kauf der Erde darauf zu achten, dass sie Perlite enthält. Unsere Erd-Empfehlungen von BioBizz und Plagron sind bereits mit Perliten angereichert, sodass man sich nicht mehr darum kümmern muss. Mehr dazu in der Blumenerde-Kaufberatung.

Falls man Perlite einzeln kaufen will, empfehlen wir die Marke Knauf Peligran. Man sollte direkt einen großen Beutel auf Vorrat kaufen, da Perlite ohne weiteres dauerhaft gelagert werden können. Und man spart dadurch an Versandkosten.

Was Sind Perlite?

Bei Perliten handelt es sich um industriell aufgeschäumtes Vulkanglas. Dieses wird sehr schnell auf 1000 °C erhitzt, sodass die Glas-Kristalle auf das 20-fache ihrer Größe anwachsen. Dadurch entstehen kleinste Räume im Kristall und bieten Platz für Wasser, Nährstoffe und sogar Mikroorganismen. Diese können aber auch Schadstoffe schlucken. Diese kleinen „Perlen“ nennen sich Perlit oder Perlite.

Im Gartenbau wird Perlit als ein Bodenhilfsstoff eingesetzt, der die Bodenstruktur verbessert. Vorteil ist, dass er pH-neutral und salzarm ist. Dadurch muss man bei der Nährstoffversorgung nichts Besonderes beachten, falls man Perlite zum Substrat dazumischt.

Wo kommt Perlit zum Einsatz?

Vor allem beim Anbau auf Erde in Töpfen ist Perlit ideal, um Austrocknung und Versalzung der Pflanze zu verhindern. Gerade bei Behältern, die nur einen sehr kleinen Raum für die Wurzeln der Pflanzen bieten, sollten Perlite unter die Erde gemischt werden. Es unterstützt maßgeblich die Be- und Entwässerung und die Entlüftung innerhalb der Erde.

Beim Outdoor Anbau eignet sich Perlit vor allem in Böden, die zum Austrocknen neigen. Dazu zählen insbesondere sandige Böden oder welche, die nur selten vom Regen befeuchtet werden.

Outdoor wie Indoor, wird durch die Perlite Luft im Inneren der Erde gespeichert, da sich um jedes Perlitkörnchen eine kleine Luftschicht legt. Dadurch wird die Sauerstoffverfügbarkeit erhöht und das Wurzelwachstum angeregt.

Vorteile von Perliten

Eigentlich bieten Perlite fast nur Vorteile beim Cannabis Anbau. Sie verbessern die Sauerstoffversorgung, können ein Zuviel von Feuchtigkeit aufnehmen und speichern und die Pflanzen sogar vor Überdüngung und Versalzung schützen. In der Wachstumsphase erleichtern sie zudem das Wurzelwachstum und werden deshalb gerne zur Anzuchterde beigemischt.

Bessere Bodenbelüftung

Durch die Hohlräume des Perlits kann Sauerstoff einfacher in das Substrat eindringen und die Wurzeln belüften. Cannabis atmet dadurch besser und die Wurzeln können leichter das Substrat durchwurzeln.

Wenn die Erde keine Perlite hat und zu stark komprimiert wird, kann die Pflanze nicht „atmen“. Das bremst die Nährstoffaufnahme und damit auch das Wurzelwachstum.

Besserer Wasserablauf

Wenn man mal beim Wässern der Pflanze zu viel gegossen hat, können Perlite den Überschuss abfangen. Das Wasser kann durch die aufgelockerte Erde im Wurzelballen besser abfließen.

Ohne Perlite kann sich Staunässe bilden und dadurch Wurzelfäule entstehen. Und die kann einen schnellen Tod der Pflanze bedeuten.

Erhält Bodenfeuchtigkeit

Wenn die Erde der Cannabispflanzen zu sehr austrocknet, schaltet Cannabis in eine Art Notfallmodus. Das kann bedeuten, dass die Blüte plötzlich anfängt oder sogar dass die Pflanze zwittert. Beim Zwittern bildet die weibliche Pflanze die berüchtigten männlichen Pollensäckchen, um sich selber zu bestäuben.

Um die Pflanze vor diesem Notfallmodus zu schützen, muss man für eine durchgehend gleiche, angenehme Feuchtigkeit im Cannabis-Substrat sorgen. Hier helfen Perlite dem Grower weiter. Denn sie können überschüssige Feuchtigkeit aus der Erde speichern und gleichzeitig langsam abgeben. Das Substrat wird somit gleichzeitig vor Überwässerung und vor Austrocknung bewahrt. Das schützt die Hanfpflanze vor Stress und einer möglichen Notfallreaktion.

Da Cannabis beim Outdoor Anbau bis zu 4 Meter tiefe Wurzeln schlagen kann, ist er normalerweise recht gut vor Austrocknung geschützt. Hier kann man aber trotzdem Perlite am Growspot untermischen und dafür sorgen, dass die Pflanzen von Dürreperioden nicht so stark betroffen sind. Das erhöht am Ende nochmal die Ernte.

Pufferwirkung

Sollte der Grower in Sachen Dünger es mal zu gut mit seinen Plants meinen, greift hier die Pufferfunktion des Perlits. Überschüssige Salze und Nährstoffe setzen sich an den Perliten ab und werden nicht sofort von der Pflanze aufgenommen. Das erhält die Gesundheit des Grows.

Fördert Bodenleben

Beim Grow auf organischen Erden werden die Hohlräume in Perliten auch von Mikroben besetzt. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zur Stabilität und Ernährung der Cannabispflanzen. Sie fressen überschüssige Nähr- und Giftstoffe und besitzen deshalb einen symbiotischen Charakter.

Zusammenfassung

Zusammengefasst bieten Perlite nur Vorteile:

  • bessere Luftaufnahme
  • leichtere Durchwurzelung
  • Bewahrt den Grow vor Austrocknung
  • Bewahrt vor Wurzelfäule
  • Schützt vor Überdüngung oder Übersalzung
  • Erhält das Bodenleben (bei organischen Erden)

Was in Der Praxis Beachten?

Perlite kann man in allen Substraten verwenden. Sie sind nicht nur für die klassische Erde, sondern auch für Kokos geeignet. Man kann sie auch in Anzuchterde verwenden, was aber nicht unbedingt nötig ist.

Auch sind Perlite für alle Topfarten geeignet. Egal ob Plastiktöpfe, Stofftöpfe oder Air Pots – sie alle profitieren von den Vorteilen des Perlits.

Am einfachsten ist es stets passende Cannabis Erde zu kaufen, wo Perlite bereits untergemischt sind. Das erspart einem viel Arbeit und Geschleppe der großen Säcke. Auch hat nicht jeder Grower ausreichend Platz in der Wohnung, um die großen Perlit-Säcke dauerhaft zu lagern. Unten ist ein Foto zum Größenvergleich. Der Sack Erde hat 50L und die Perlite 100L.

Will man Perlite zur Erde selber beimischen, hängt das Mischverhältnis hauptsächlich von der Düngerdosierung in Relation zum Topfvolumen ab. Sprich je höher die Dünger-Konzentration in der Erde werden soll, desto mehr Perlite sollte man untermischen.

Bei einem normalen Grow (11L oder 14L End-Töpfen mit Düngung nach Schema) empfehlen wir als Faustformel: 20 % Perlite und 80 % Erde vom Topfvolumen. Sprich, das Mischverhältnis Perlite zu Erde ist 1:4.

Plagron Lightmix mit zusätzlichen Perliten versetzt (25 % gesamt)

Falls man Automatics anbaut, empfehlen wir 25 % Perlit-Anteil und eine untere Drainage Schicht im Topf. Da man Auto-Sorten nicht umtopfen sollte, wird direkt im End-Topf keimt. Da noch keine Wurzeln vorhanden sind, die das Wasser abziehen können, kann im Topf sehr schnell Staunässe entstehen. Deswegen muss man die Drainage erhöhen.

In unserem Beispiel hat unser Forumsherr Ruhr-Pot für seinen Automatic Grow den Perlit-Anteil der Plagron Light Mix Erde von 20 auf etwa 25 % erhöht. Zusätzlich hat er ein 15 Liter Gronest Stofftopf mit einer 300 Gramm Schicht Perliten gefüllt. Erst dann wurde jeder Topf mit Erde aufgefüllt, bis 4,5 Kilogramm auf der Waage standen. Damit vermeidet man vorab jeglichen Stress für die Pflanzen.

Growt man in kleinen Töpfen (bspw. 8 L oder kleiner) und will möglichst große Pflanzen hochziehen, sollte man den Perlitanteil auf 20 bis 50 % erhöhen. Durch weniger Volumen und normale Düngung wird man höhere Nährstoffkonzentration in der Erde bekommen. Deswegen braucht man mehr Perlite, um Überdüngung durch die bessere Drainagewirkung zu vermeiden.

Auch bei hungrigen Strains von denen man weiß, dass sie Nährstoff-Fresser sind, lohnt es sich den Perlitanteil höher anzusetzen.

Wichtig ist bei über 20 % Perlitanteil eine Deckschicht Erde im Topf einzuplanen. Sprich, man sollte die obersten 5 cm Erdschicht ohne Perlite lassen. Damit schwimmen die leichten Kügelchen nicht mit dem Wasser auf, wenn von oben gegossen wird.

Alternativ gießt man im Ebbe-Flut-Verfahren. Sprich man bewässert von unten, indem man das Wasser in den Untersetzer gießt und die Pflanze sich das Wasser daraus aufsaugt. Weiterhin könnte man auch ein langsames Bewässerungssystem, wie ein Tröpfchen- oder ein Kapillarbewässerungssystem nutzen.

Bei einer geringen Düngerzufuhr kann man ruhig weniger Perlite beimischen (10 bis 20 %), da dadurch die Drainagewirkung (Entwässerung) nicht ganz so stark ist. Somit werden nicht so viele Nährstoffe beim Bewässern wieder ausgespült.

Entscheidet man sich in Kokoserde zu growen, sollte man aber 1:1 anmischen. Ohne Perlite verdichtet sich Kokos zu sehr, was Staunässe verursachen kann. Und bei der natürlichen Zersetzung des Kokosmaterials werden Salze freigesetzt, die zu Verbrennungen und Ungleichgewichten bei den Nährstoff-Verhältnissen führen! Deshalb braucht man hier eine starke Drainagewirkung, um dem vorzubeugen.

Was beim Kauf beachten?

Fertig angemischte Erden – wie zum Beispiel BioBizz Allmix – sind schon mit Perlit angereichert. Ob und in welchem Anteil die Erde Perlite enthält, steht meist auf der Verpackung. Je nach Grow-Setup kann man mehr Perlit dazukaufen und den Anteil in der Erde erhöhen.

Wenn man Perlit separat kaufen möchte, ist Vorsicht geboten. Auf der Verpackung muss explizit vermerkt sein, dass das Produkt für den Gartenbau geeignet ist. Es gibt nämlich auch Perlit, dass mit Silikon beschichtet ist. Letzteres eignet sich nicht für unsere Cannabis-Erde.

Perlit gibt es in unterschiedlichen Korngrößen von 0 bis 3 mm, 0 bis 6 mm und 2 bis 6 mm. Generell könnte man alle Größen verwenden. Bei Anzuchterden empfiehlt sich eine Korngröße von 2 bis 6 mm, weil diese nicht so schnell zuschlammen. Für die Erde danach wird immer eine kleine Korngröße bevorzugt.

Man findet Perlit meist in Baustoffmärkten. Im normalen Baumarkt oder Pflanzencentern ist er seltener zu finden. Da Perlit recht leicht ist, lässt es sich jedoch auch online günstig erwerben. Wie oben schon gesagt, bitte auf die Gartentauglichkeit achten.

Beim Kauf in einem Baustoffhandel muss man mit 50 oder 100 Liter Säcken rechnen. Die nehmen eine Menge Platz in einer Wohnung ein und reichen für weit mehr als ein paar Töpfe. Im Growshop oder manchmal sogar im Headshop finden sich kleinere Chargen, die man pro Liter einkaufen kann.

Der Durchschnittspreis liegt bei 16 bis 25 Euro pro 100 Liter plus Versand. Bei den kleineren Beuteln muss man mit ca. 1 Euro pro Liter rechnen. Die am häufigsten angebotenen und von uns empfohlenen Marken heißen Agriperl und Knauf Perligran.

Hat dir der Artikel geholfen?

Was können am Artikel verbessern?

Sag uns, was wir an dem Artikel verbessern können, völlig anonym!

Kommentare

  1. Mal ne Frage, koennte man auch Blaehton nehmen, um die untere Schicht damit aufzufuellen? Also bevor man die Erde draufgibt? Ich nutze das gerne fuer die Blumenkaesten, die ich als Übertöpfe fuer diverse Plants verwende, habe es aber bei Canna noch nie ausprobiert.
    Ansonsten gut geschrieben :slight_smile:

  2. Hi @D-Rider,
    ich mache das genau so, eine Schicht Blähton unten rein und dann die Erde ( gemischt mit Perlit ) drauf. Dadurch rieselt mir auch keine Erde unten aus den AirPots raus.

  3. Evtl. für den Einen oder Anderen ein interessantes Detail:
    Da ich bisher „Perlite“ von Plagron und Knauf (s.o.) im Einsatz hatte, glaube ich behaupten zu dürfen, dass die Plagron Perlite deutlich mehr stauben, als das Produkt von Knauf!

    Zumindest für mich ein Argument, nicht nur wegen des günstigeren Preises bei Knauf zu bleiben. :wink:

  4. Avatar for bieka bieka says:

    …ja die kauf ich auch oft im baumarkt…reicht sehr lange…ist ja ein riesen sack und wiegt so wenig :popcorn:

  5. An der Stelle nochmal Riesen Dank an @hare, er hat an dem Artikel extrem viel beigetragen!

  6. Das probiere ich mal aus. kann das den pH-Wert veraendern, oder tut das nichts zur Sache?

  7. ich konnte keine Veränderung des EC / PH Wertes feststellen, Drain ist bei mir im grünen Bereich :smiley:

  8. Danke fuer den Tip, werd es mal ausprobieren, Blaehton muesste ich noch da haben :slight_smile: :heart:

  9. ich wasche / lege ihn für ca. 2 Stunden vor Benutzung in Wasser ein, soll ja nicht gleich alles aus der Erde saugen.

  10. Das ist ein sehr guter Artikel. Inwiefern der Anteil von Perlit Nährstoffeinnahme beeinflusst, das habe ich selbst noch gar nicht bedacht. Sehr interessant dass mehr Perlit bei kleinen Töpfen da Überdüngen verhindert kann. Mit dem Zugeben von mehr Perlit für Autos, das ist auch korrekt.

    Hier einige zusätzliche Infos:

    Laut Plagron eignen sich sehr fluffige Erden mit viel Perlit nicht zur Anzucht. Die feinen Wurzeln haben es dann schwer Halt zu finden/Nährstöffe aufzunehmen. Demnach wäre es besser für die Anzucht (Autos im End-Topf) evtl. in der Mitte wo man den Samen gibt einen kleinen Bereich mit normaler Erde auszusparen. Also NICHT in sehr fluffigem Substrat ankeimen!

    Weiterhin habe ich auf Mandala Seeds gelesen dass fertige Cannabis Erden i.d.R. schon den optimalen Anteil Perlit beinhalten, mehr zugeben wäre demach nicht empfohlen. Es wäre wohl eine Sache von Experimentation ob Perlit 20-25% wirklich was bringt. Laut Mandala Seeds machen viele Grower den Fehler zu viel zuzugeben.

    Die Idee mit dem Blähton (Boden, und zur Bedeckung) ist auch gut.

Im Forum diskutieren

1 mehr antwort

Teilnehmer