Blumenerde für Cannabis Growing: Welche Erde für fette Buds?

Die Blumenerde bildet die Basis für den Cannabis Grow. Dort wächst der Samen zur Pflanze, dort bilden sich die Wurzeln und dort werden alle Nährstoffe gespeichert. Viele Anfänger unterschätzen die Rolle einer richtig guten Erde für ihr Grow-Vorhaben. Dabei ist eine hochwertige Blumenerde das Fundament für eine gesunde Pflanze.

Nährstoffe fürs Wachstum

Ohne Nährstoffe geht nichts. Wie jede andere Pflanze will Cannabis mit passenden Nährstoffen gefüttert werden. Cannabis braucht insgesamt vier Elemente, um prächtig wachsen zu können:

  • Licht(energie)
  • CO2 (kommt aus der Luft)
  • Wasser (Gießen und so)
  • Nährstoffe (aus der Erde)

Die Pflanze nimmt Kohlendioxid (CO2) aus der Luft, Wasser (samt Nährstoffe aus der  Erde) über die Wurzeln und Lichtenergie über das Chlorophyll auf den Blättern auf. Durch chemische Prozesse in der Pflanze wird alles in Zuckerbausteine (aus denen wiederum die Pflanze Zellen baut) verarbeitet. Sauerstoff (O2) wird über die Blätter als „Abfallprodukt“ abgegeben.

Cannabis braucht insgesamt 11 Nährstoffe. Die primären Makro-Nährstoffe, werden am meisten gebraucht, Nicht umsonst werden diese drei Nährstoffe (N-P-K) und deren Verhältnis (bspw. 4-2-2) auf den Packungen der Düngemittel speziell erwähnt. Hinzu kommen sekundäre Makro-Nährstoffe, die die Pflanze zusätzlich braucht. Nicht zu vergessen sind die Mikro-Nährstoffe, die in Kleinstmengen ebenfalls gebraucht werden. Kleinstmenge heißt Hundertstel bis Tausendstel der Menge der Makronährstoffe.

Primäre Makro-NährstoffeSekundäre Makro-NährstoffeMikro-Nährstoffe
Stickstoff (N)Calcium (Ca)Eisen (Fe)
Phosphor (P)Schwefel (S)Mangan (Mn)
Kalium (K)Magnesium (Mg)Bor (B)
Kupfer (Cu)
Zink (Zn)
Molybdän (Mo)

Aufgaben der Blumenerde

Hauptaufgabe der Erde ist die Versorgung mit Nährstoffen. Dabei muss die Nährstoff Zugabe reguliert stattfinden. Wir wollen der Pflanze nicht zu viel und nicht zu wenig geben. Hochwertige Erden haben eine Art Pufferwirkung. Sie können eine hohe Menge an Nährstoffen halten und die Cannabis Pflanze dennoch nicht überversorgen (überdüngen).

Hinzu kommt die Wasserversorgung. Die Nährstoffe werden mit Hilfe des Wassers durch die Pflanze aufgenommen. Die Blumenerde muss in der Lage sein das Wasser zu speichern. Gleichzeitig muss überschüssiges Wasser abfließen können.

Eine gute Blumenerde muss die passende Umgebung schaffen, so dass Nährstoffe aufgenommen werden können. Hier kommen pH-Wert und EC-Wert ins Spiel. Die Erde muss in der Lage sein beide stabil zu halten, so dass die Cannabis Pflanze alle nötigen Nährstoffe aufnehmen kann.

Die Erde stabilisiert das Wurzelwerk. Mit starken und fest verankerten Wurzeln kann die Pflanze stabiler und höher wachsen. Und eine stabile Pflanze ist eine gesunde Pflanze, die viele Blüten abwirft 😉

Anzuchterde ist Pflicht

Ein Cannabis Samen braucht absolut gar keine Nährstoffzugabe. Er hat alles was er braucht. Auch der Keimling hat einen sehr niedrigen Nährstoff-Bedarf. Deswegen könnenCannabis Samen nicht sofort in normale Blumenerde gesetzt werden.

Für die Keimung und Anzucht muss spezielle Anzuchterde her. Diese ist sehr nährstoffarm und kann damit den Keimling nicht überdüngen. Dort wird der Keim eingesetzt. Einmal gekeimt, bleibt die junge Pflanze dort für 3-5 Wochen.  Sobald die Pflanze eine gewisse Größe und ausreichend Wurzeln gebildet hat, wird sie in einen größeren Topf mit hochwertiger Blumenerde umgetopft.

Drei süße Cannabis Sämlinge in Anzuchterde und Torftöpfen

Woran erkennt man gute Erde?

Qualitäts-Erden enthalten „hochwertige“ chemische Bindungen der Nährstoffe. Diese werden nicht zu schnell aber auch nicht zu langsam aufgenommen. In guter Erde wird die Pflanze nach nach passend gefüttert und kann super wachsen.

Billige Discounter Erden haben meist „minderwertige“ Bindungen der Nährstoffe. Sie werden entweder zu langsam oder zu schnell von der Pflanze aufgenommen. Das bringt den Nährstoff-Mix schnell aus dem Gleichgewicht. Die Pflanze wird im Wachstum gebremst oder es kommt zu Nährstoff-Blockaden.

Damit die Cannabis Pflanze überhaupt Nährstoffe aus der Erde aufnehmen kann, müssen pH-Wert und EC-Wert optimal sein. Kann Erde diese nicht stabil halten, kommt es zu Mangelerscheinungen und das Wachstum wird verlangsamt. Eine gute Erde ist in der Lage pH- und EC-Wert im optimalen Bereich zu halten.

Gute Erden können große Menge an Nährstoffe enthalten und dennoch die Pflanze nicht überversorgen. Hochwertige Erde wirkt wie ein Puffer und stabilisiert pH-Wert und EC-Wert. Das gilt insbesondere bei Bio-Erde. Bei dieser sind die Nährstoffe nicht sofort „verzehrbereit“ vorhanden, sondern werden erst chemisch von Mikroorganismen umgewandelt. Dieser Prozess braucht Zeit, so dass die Pflanze nach und nach gefüttert wird. Der Vorteil ist, dass die Pflanze so gut wie gar nicht überdüngt werden kann.

Ergo: Bei der Blumenerde sollte man nicht sparen. Gute Erden kosten nur ein paar Euro mehr und sind absolute Pflicht, wenn man eine fette Ernte haben will. Spart man an der Erde, gefährdet man den gesamten Grow. Man riskiert, dass die Pflanzen am Ende abkacken und die ganze Arbeit umsonst war.

Eine gute Erde hat somit folgende Eigenschaften:

  • Hochwertige Nährstoffe
  • Stabiler pH- und EC-Wert
  • Pufferwirkung

Ist vorgedüngte Erde besser?

Compo Sana QBE Qualitätsblumenerde
Die Compo Sana Qualitätsblumenerde ist für 8 Wochen vorgedüngt

Für Anfänger ist vorgedüngte Erde eine große Hilfe. Man braucht am Anfang der Wachstumsphase kein extra Dünger beizugeben und muss sich nur um Bewässerung kümmern. Meist steht auch direkt dabei, für wie viele Wochen die Erde vorgedüngt ist.

Im Bild rechts ist dieCompo Sana Qualitätsblumenerde (QBE) zu sehen, die genug Nährstoffe für etwa acht Wochen liefert. Damit braucht man in der Wachstumsphase überhaupt nicht zu düngen. Am Ende ist die Angabe ein grober Anhaltspunkt, da jede Pflanze und auch jede Cannabis Sorte ihren eigenen Nährstoffverbrauch hat. Schließlich wächst jede Pflanze unterschiedlich hoch, unterschiedlich breit und bildet unterschiedlich viele Blüten.

Nachteil von vorgedüngter Erde ist, dass je nach Cannabis-Sorte und Qualität der Erde die junge Pflanze sich an den Nährstoffen „verbrennen“ kann. Nach dem Umtopfen ist die Pflanze für ein paar Tage gestresst und kann schonmal mit Überdüngungserscheinungen reagieren.

Hier spielt die Qualität der Erde eine Rolle. Bei hochwertiger Erde erholt sich die Pflanze spätestens nach zwei Wochen und wächst prächtig vor sich hin. Minderwertige Erden haben weniger Pufferwirkung oder sind zu versalzen (EC-Wert zu hoch). Dadurch kann die Pflanze zu stark im Wachstum gehemmt werden und sich nicht mehr erholen. Die Folge ist entweder eine super miese Ernte oder gar der frühe Tod durch „Überfressen“.

Achtung

Mit vorgedüngter Erde vermeidet man viele lästige Probleme, gerade wenn man zum ersten Mal dabei ist. Als Erstgrower ist es wirklich schwer Nährstoffprobleme zu lösen, da man erstmal damit beschäftigt ist einen grünen Daumen zu bekommen. Deswegen sollte man als Anfänger zur hochwertiger vorgedüngter Erde greifen.

Ungedüngte Erden sind eher was für Fortgeschrittene, die volle Kontrolle über ihren Grow haben wollen.

Erde und Dünger – ein eingespieltes Team

Irgendwann geht auch jeder vorgedüngter Erde der Saft aus. Spätestens in der Blütephase muss Dünger her, der dann dem Gießwasser beigemischt wird. Da Cannabis wie jede andere Pflanze ihren eigenen individuellen Nährstoff-Mix braucht, muss spezieller Cannabis Dünger her.

Manche herkömmliche Dünger aus dem Baumarkt sind manchmal auch geeignet. Das Problem ist, dass die Hersteller die Mischung im Laufe der Jahre manchmal ändern können. Teilweise werden auch unterschiedliche Mischungen je nach Land oder gar Region verkauft. Cannabis-Dünger haben den Vorteil, dass sie gleichbleibende Mischungen haben. So kann man sich über Jahre hinweg auf die gleiche Marke verlassen.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Dünger: Organisch und Mineralisch.

Organische Dünger müssen erst von Mikroorganismen zersetzt werden, bevor die Nährstoffe von der Pflanze aufgenommen werden können. Sie wirken dadurch um 1-2 Wochen zeitversetzt. Mineralische Dünger sind sofort verzehrbereit. Sie wirken innerhalb von 1-2 Tagen, wenn nicht gar Stunden. Welche Dünger Art die beste ist, hängt von der verwendeten Erde ab.

Empfehlung

Für vorgedüngte Erde empfehle ich mineralischen Dünger, der dann bei ersten Mangelerscheinungen benutzt wird.

Für ungedüngte Erde empfehle ich organischen Dünger zu nehmen und direkt nach der Anzucht anfangen zu düngen. Bei akutem Nährstoffmangel kann etwas mineralischer Dünger hinzugefügt werden.

Ist Bio-Erde zu empfehlen?

Organische Erden bzw. Bio-Erden sind lebendig, da die Nährstoffe erst von den Mikroorganismen umgewandelt werden müssen. Erst dann kann die Pflanze die Nährstoffe aufnehmen. Damit eine organische Erde wirklich Bio ist, muss sie fast ausschließlich organische Nährstoffe enthalten. Manchmal tummeln sich vermeintliche Bio-Erden, die immer noch viel an mineralischem Dünger enthalten und damit defacto Mogelpackungen sind.

BioBizz All-Mix Erde 50L Sack
BioBizz All Mix: Der Mercedes unter den Cannabis Erden

Der größte Vorteil von Cannabis Bio-Erde: Man kann sicher sein, dass man eine perfekte Nährstoff-Versorgung bekommt. Das ist quasi die Absicherung, dass der Grow wirklich was wird. Empfindliche und teure Sorten sollten ausschließlich in Cannabis Bio-Erde hochgezogen werden.

Einige Grower berichten, dass Bio Gras beim Rauchen oder Vapen besser schmeckt, als Cannabis, das mineralisch gefüttert wurde. Allerdings ist Geschmack immer subjektiv und der Placebo-Effekt verfälscht die Eindrücke zusätzlich.

Die Herstellung von Bio-Erden ist sehr nachhaltig. Die „Zutaten“ der Erde sind aus Abfallprodukten der Landwirtschaft hergestellt. Mineralische Dünger hingegen erzeugen oft industrielle Abfallprodukte, die die Umwelt belasten.

Von der Qualität der Erde oder der „Gesundheit“ her wird der Bio-Faktor oft überwertet. Auch Nicht-Bio-Erden können sehr hochwertig sein (siehe Plagron). Was aber die Bio-Erden nicht unbedingt schlecht macht. Ich persönlich greife zu hochwertigen konventionellen Erden, aber das ist am Ende Geschmackssache.

Fazit

Bio-Erden sind sehr hochwertig aber nicht unbedingt schlechter als hochwertige „Nicht-Bio“ Erden.

Was beim Kauf beachten?

Billige Discounter Erden sollte man meiden wie die Pest. Man spart vielleicht 5-10 Euro, kann sich aber damit den gesamten Grow versauen. Am Ende zahlt man eher drauf, wenn man die Samen entsorgen und neue kaufen muss.

Falls man Blumenerde im Baumarkt kaufen will, sollte man unbedingt darauf achten, wie die Erd-Säcke gelagert werden. Baumärkte lagern die Packungen oft draußen, wo sich schnell Schädlinge und Schimmel in der Erde einnisten können. Besser ist es beim Growshop oder online zu kaufen. Bei der Online Bestellung erspart man sich auch den lästigen Transport.

Besser ist es stets kleinere Packungen zu kaufen, das erspart den Stress. Man sollte nur so viel Erde kaufen, wie man gerade braucht. Große Erd-Säcke sind schwer, unhandlich und brauchen passende Lagerung. Selbst bei richtiger Lagerung können sich manchmal Thripse o.ä. einnisten.

Welche Blumenerde kaufen?

In der Growing Community haben sich in den letzten Jahren eine Handvoll Hersteller bewährt. Sie liefern entweder seit über 10 Jahren die gleiche Qualität oder sind sowieso auf Cannabis Grows spezialisiert.

Für Anzuchterde empfehle ich Compo Sana oder frux. Beide sind sehr nährstoffarm und perfekt für Keimung und Anzucht geeignet.

Für die normale Blumenerde empfehle ich die Compo Sana QBE, Plagron Grow Mix oderBioBizz. Die QBE ist eine der wenigen „Nicht-Cannabis“ Erden, die nach wie vor growtauglich sind. Plagron ist auf Cannabis spezialisiert. BioBizz ist der Mercedes unter den Cannabis Erden und sogar eine echte Bio-Erde.

Um schnell und einfach die passende Erde zu finden reicht der Blick in den Beitrag Blumenerde-Kaufberatung. Dort sind alle passende Empfehlungen für alle Grow-Arten aufgelistet:

https://www.cannabisanbauen.net/blumenerde-kaufberatung/

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